Vingegaard mit schmalem Programm zum Double

“Wer im Frühjahr zu viel fährt, bezahlt bei der Tour die Rechnung“

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Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) bei der Teampräsentation 2026 | Foto: Cor Vos

23.01.2026  |  (rsn) – Möglicherweise wird Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) nur vier Rennen in der Saison 2026 bestreiten: Zum Grand-Tour-Double aus Italien- und Frankreich-Rundfahrt kommen noch die UAE Tour im Februar sowie die Katalonien-Rundfahrt im März. Gegenüber Wielerflits betonte der Kapitän von Visma – Lease a Bike jedoch, dass es sich dabei um keine Reaktion auf Burnout-Diskussionen handele.

“Obwohl ich tatsächlich nur bei vier Rennen starten werde, gehe ich auf sechzig Renntage zu“, so Vingegaard, der nach jetzigem Stand auf genau 56 Renneinsätze bis Ende Juli kommen wird. Der Däne betonte, dass seine gesamte Planung auf die Tour ausgerichtet sei – und da er zuvor auch noch sein Giro-Debüt geben will, sei die Konsequenz ein massiv reduziertes Programm in den ersten Monaten des Jahres. “Wer im Frühling zu viel leistet, muss bei der Tour de France die Rechnung bezahlen. Wer den Giro fährt und um den Tour-Sieg mitfahren will, sollte einen weniger schwierigen Frühling fahren“, fügte der zweimalige Toursieger an.

Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten verzichtet Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) nicht nur auf den Giro – den er 2024 gewann, ehe er damals im Sommer auch noch die Tour für sich entschied -, sondern wird im Frühjahr Vingegaard auch nicht in Rennen begegnen. Zunächst bestreitet der Weltmeister fünf Klassiker, eher er sich in der Schweiz bei der Tour de Romandie und der Tour de Suisse auf die Frankreich-Rundfahrt in Form bringt.

Damit wird es in dieser Saison aller Voraussicht nach nur zu einem Aufeinandertreffen der beiden besten Rundfahrer der Welt kommen. “Die Fans wollen uns ständig gegeneinander antreten sehen. Aber wir alle haben jedes Jahr unsere individuellen Ziele und Pläne. Tadej etwa wählt all diese Eintagesrennen aus. Davor habe ich großen Respekt“, sagte der 29-Jährige, der im Gegensatz dazu fast nur Rundfahrten bestreitet.

Die Eintagesrennen dagegen sind noch nicht so recht Vingegaards Metier, wie auch ein Blick auf die Ergebnislisten bestätigt. Sein einziger Auftritt in einem Eintagesrennen 2025 missriet ihm – allerdings am Ende einer anstrengenden Saison mit dem Vuelta-Sieg als Highlight – bei den Europameisterschaften in Frankreich völlig. Im Straßenrennen musste er frühzeitig vom Rad steigen, während sich Pogacar nach dem WM- auch noch den EM-Titel in großer Souveranität holte.

Eintagesrennen gewinnen? “Kann ich im Moment einfach nicht“

“Ich habe noch nicht die richtige Art gefunden, sie zu fahren“, erklärte er. “Ich schaue mir diese Rennen gerne an, weil es ganz besondere Rennen sind. Ich verstehe auch sehr gut, warum Tadej sie gewinnen will. Das würde mir natürlich auch sehr gefallen. Aber im Moment kann ich es einfach nicht“, gab Vingegaard offen zu.

Die EM-Pleite sei aber kein Indiz dafür, dass er nicht auch bei - schweren – Eintagesrennen mit um den Sieg fahren könne. “Es wäre zu einfach zu sagen, dass ich daran gescheitert bin und es deshalb überhaupt nicht mehr mache. Ehrlich gesagt, hatte ich mich überhaupt nicht gut auf dieses Rennen (Europameisterschaft, d. Red.) vorbereitet. Ich war die Vuelta a Espana gefahren, daher war es vielleicht etwas zu viel. Nach der Vuelta war ich völlig erschöpft.“ Die Planung für 2026 soll verhindern, dass Vingegaard erneut in eine solche Bredouille gerät.

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