Niederländerin gewinnt letzten X2O-Lauf

Furiose Aufholjagd: Alvarado hängt Brand in Brüssel deutlich ab

Von Jens Claussen

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Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Premier Tech) hat in Brüssel den letzten Lauf der X2O Badkamers Trofee gewonnen. | Foto: Cor Vos

15.02.2026  |  (rsn) – Weltmeisterin Lucinda Brand (Baloise – Lions) sah auch beim vorletzten Rennen des Internationalen Cross-Kalenders lange Zeit wie die sichere Siegerin aus. Doch dann startete Ceylin del Carmen Alvarado (Alpecin – Permier Tech) eine fulminante Aufholjagd. Nach einem zwischenzeitlichen Rückstand von 30 Sekunden fing die Niederländerin ihre Landsfrau in der Schlussrunde noch ab und gewann den achten und letzten Lauf der X2O Badkamers Trofee mit einem Vorsprung von 22 Sekunden auf Brand. Manon Bakker (Crelan – Corendon) komplettierte weitere zehn Sekunden dahinter als Dritte das Podium.

Europameisterin Inge van der Heijden (Crelan – Corendon / +0:38), beendete das Rennen auf Rang vier und konnte die Französische Meisterin Amandine Fouquenet (Pauwels – Sauzen / +1:11), die sich zu Anfang noch in der Spitzengruppe aufgehalten hatte, deutlich distanzieren. Sechste wurde die Belgische Meisterin Marion Norbert Riberolle (Crelan – Corendon), die gestern mit Platz drei in Sant-Niklaas ihre gute Form zum Ende der Cross-Saison bewiesen hatte.

Mit sechs Erfolgen in acht Wettbewerben der X2O-Rennserie schloss Brand die Gesamtwertung mit souveränem Vorsprung auf Bakker ab. Van der Heijden konnte die Belgierin Julie Brouwers (Charles – Liégeois) in der Endabrechnung durch ihren heutigen vierten Rang noch vom Podium schubsen. Für Brand war es nach 2024 der zweite Triumph in der belgischen Cross-Serie.

So lief die X20 Badkamers Trofee der Frauen in Brüssel

Auf dem Universitätsgelände von Brüssel ging es von Beginn an hoch her. Wie gestern kam das Pauwels-Sauzen-Duo Fouquenet und Bentveld am besten aus den Startlöchern und zog in der Auftaktrunde das 32-köpfige Feld wie an einer Perlenschnur aufgezogen hinter sich her. Etwas überraschend drückte fortan nicht einer der großen Namen aufs Tempo, sondern Lucia Bramati (Fast Airport Services) war über die nächsten Minuten an der Spitze des Rennens zu sehen.

Auf dem aufgeweichter und technisch extrem anspruchsvollen Kurs kamen dann aber alle Favoritinnen weiter nach vorne. Alvarado, als beste Technikerin im Cross-Peloton bekannt, versuchte sich zu Beginn der dritten Runde davonzuschleichen - dicht gefolgt von Brand, die zum dortigen Zeitpunkt schon einmal das Rad wechseln musste.

Damit schien schon im ersten Renndrittel eine kleine Vorentscheidung gefallen zu sein. Die Welt- und die Vizeweltmeisterin duellierten sich an der Spitze, während Fouquenet mit einem Abstand von zehn Sekunden versuchte, ihren dritten Platz abzusichern. Als Alvarado dann vor einer technischen Abfahrt durch Vorderradplatten aus dem Tritt gebracht wurde, nutzte Brand die Chance, um fortan allein an der Spitze ihre Kreise zu ziehen. Die nunmehr zweitplatzierte Fouquenet ging bereits mit einer Lücke von 13 Sekunden auf die Leaderin in Runde vier, dicht dahinter folgten Bakker und van der Heijden.

Brand muss sicher geglaubten Sieg noch abgeben

Während Brand ihre Souveränität der vergangenen Monate in Front liegend weiterhin ausspielte, entwickelte sich hinter der 36-Jährigen ein spannender Kampf um die weiteren Podiumsplätze. Da Alvarado mit einer beherzten Aufholjagd mittlerweile wieder zum Trio der Verfolgerinnen aufgeschlossen hatte, nahm ein Quartett in der Verfolgung der Führenden die letzten beiden Runden in Angriff.

Aus diesem löste sich Alvarado und robbte sich Sekunde um Sekunde an Brand heran. Und tatsächlich gelang der 28-Jährigen gelang das schier Unmögliche: Seite an Seite mit Brand nahm sie die finale Runde in Angriff und konnte ihre Gegnerin mit einer unwiderstehlichen Fahrt in den letzten Minuten sogar noch deutlich distanzieren. Sichtlich angeschlagen rollte Brand, die einen sicher geglaubten Sieg doch noch aus der Hand geben musste, über die Linie.

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