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19.02.2026 | (rsn) – Dass sie so weit kommen würden, hätten sie wohl selbst nicht geglaubt. Nur sehr langsam schrumpfte der Vorsprung und so mussten sich die Ausreißer der 4. Etappe der UAE Tour doch noch Gedanken über einen Etappensieg machen. Am Ende fehlten Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost), Patrick Gamper (Jayco – AlUla) und Co. 250 Meter. An dieser Marke rauschten die Sprinter am Spitzenquartett vorbei und machten den Sieg doch noch unter sich aus. Jonathan Milan (Lidl – Trek) war dabei der Stärkste und siegte vor Ethan Vernon (NSN) und seinem jüngeren Bruder Matteo Milan (Groupama – FDJ).
"Wir wussten, dass diese Ausreißergruppe sehr stark ist. Ich hatte schon etwas Sorge, dass wir sie nicht mehr kriegen könnten", sagte der Lidl-Milan in seinem Interview nach seinem ersten Sieg bei dieser Rundfahrt, seinem dritten Saisonerfolg. "Wir konnten sie während der Etappe meist bei zwei Minuten halten. Meine Teamkollegen waren sehr stark und konnten sie unter Kontrolle halten. Sie haben sehr viel gearbeitet und eine starke Leistung gezeigt. Als wir beim letzten Kilometer nah dran waren, war ich etwas gelassener als zuvor. Ich wusste trotzdem, dass es eng sein wird." Dass es nach 183 Kilometern von und nach Fujairah 250 Meter sein würden, hatte sich der 26-Jährige aber auch nicht ausgemalt.
Für den Groupama-Milan, der im Winter vom Lidls Devo-Team zu Groupama gewechselt war, ist es derweil das erste Podium bei den Profis. Über den 23-Jährigen sagte der ältere Bruder: "Ich freue mich sehr für ihn. Ich wusste, dass er sehr gut sein kann. Direkt nach der Ziellinie hat er mir gesagt, dass er Dritter geworden ist. Das macht mich noch glücklicher. Ich bin froh, dass er mich heute nicht schlagen konnte, aber das wird irgendwann vielleicht so kommen."
Während die beiden Italiener mit Familienangelegenheiten beschäftigt waren, hatte ein anderer Landsmann einen ruhigen Tag: Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) fuhr begleitet von seinen Teamkollegen ein ereignisloses Rennen im Roten Trikot des Gesamtführenden. "Es war sehr schön, im Führungstrikot zu fahren. Wir haben heute alles im Griff gehabt. Wir haben mit dem Team die Ausreißergruppe kontrolliert. Es ist sehr schön das Trikot heute verteidigt zu haben", sagte er nach seinem Rennen, weiter 21 Sekunden vor Isaac Del Toro (UAE - Emirates - XRG) führend. Der hingegen thront weiter an der Spitze der Punktewertung, in der Tagessieger Milan nun aber wieder auf sechs Punkte herangerückt ist.
Auch die 5. Etappe steht wieder im Zeichen eines Massensprints, sollte der Wind nicht für Chaos im Feld sorgen.
Zum Start der 4. Etappe waren viele verschiedene Attacken zu beobachten. Zwischenzeitlich hatten sich unterschiedliche Gruppen um wenige Sekunden vom Hauptfeld abgesetzt. Die Spitzengruppe des Tages formierte sich allerdings erst nach etwa 16 Kilometern. Steinhauser, Stefan de Bod (Modern Adventure), Lorenzo Milesi (Movistar), Gamper und James Knox (Picnic – PostNL) schafften es, sich vom Feld entscheidend zu lösen und konnten bis Kilometer 50 einen Abstand von 2:15 Minuten herausarbeiten. Daraufhin übernahm Lidl – Trek die Tempoarbeit im Peloton und kontrollierte den Abstand bei etwa zwei Minuten. Für Finley Pickering (Jayco – AlUla) endete die Rundfahrt schmerzhaft, da der Brite nach einem Sturz vorzeitig aus dem Rennen ausscheiden musste.
Das Profil der 4. Etappe | Foto: Veranstalter
Bei Rennhalbzeit hatte sich der Vorsprung kurzzeitig auf 2:45 Minuten erhöht. Kurz zuvor konnte der Österreicher Gamper den Zwischensprint in Musfat für sich entscheiden. Damit gewann er acht Punkte sowie drei Bonussekunden. Die übrigen Punkte gingen an De Bod, Knox und Steinhauser. Der Vorsprung blieb im weiteren Verlauf der Etappe meist etwas über der Zwei-Minuten-Marke. Lidl – Trek bereitete alles für einen erfolgreichen Sprint von Milan vor. Beim zweiten Zwischensprint des Tages, 46 Kilometer vor dem Ende, hatte die Gruppe weiterhin einen Vorsprung von zwei Minuten. Gamper gewann erneut vor De Bod, Dahinter fuhren Steinhauser und Knox über die Linie und sicherten sich die übrigen Punkte. Das Peloton wurde weiterhin von Lidl – Trek angeführt, wobei sich auch Ineos Grenadiers in die Tempoarbeit einschaltete.
Noch bevor die Spitzengruppe eingeholt wurde, fiel Knox zurück in das Hauptfeld. Kurz darauf ereignete sich der zweite Sturz des Tages. Fabio Jakobsen (Picnic – PostNL) stürzte, vermutlich ausgelöst von einem Stein auf der Straße. Zusammen mit ihm gingen noch drei weitere Fahrer zu Boden. Ethan Hayter (Soudal – Quick-Step) und Daan Hoole (Decathlon – CMA CGM) konnten wie Jakobsen die Fahrt wieder aufnehmen. Für Robbe Ghys (Decathlon – CMA CGM) endete die Rundfahrt jedoch mit einer schlimmeren Verletzung im Krankenwagen.
Das Führungsquartett arbeitete bis zum Ende der Etappe gut zusammen und machte es dem Peloton schwer heranzukommen. Mit einem Vorsprung von zehn Sekunden gingen sie in den letzten Kilometer. Dort versuchte Stefan de Bod seine Chance zu nutzen und attackierte. Etwa 250 Meter vor der Ziellinie kamen die Sprinter angeflogen. Am Ende setzte sich der Topfavorit Jonathan Milan souverän vor Vernon und seinem Bruder Matteo Milan durch.
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