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07.03.2026 | (rsn) - Weltmeister Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat in überlegener Manier das Schotterspektakel Strade Bianche gewonnen. Der Dominator der vergangenen beiden Jahre kam nach einem 80-Kilometer-Solo mit einer glatten Minute Vorsprung auf den Franzosen Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) ins Ziel an der Piazza del Campo in Siena und deutete mit diesem Auftritt an, dass er auch dieser Saison wohl seinen Stempel aufdrücken wird. Insgesamt fuhr Pogacar seinen vierten Sieg bei diesem Rennen ein und machte obendrein den Strade-Hattrick perfekt.
Auf Platz drei erreichte Pogacars mexikanischer Teamkollege Isaac Del Toro neun Sekunden hinter Seixas das Ziel der 20. Ausgabe. Romain Grégoire (Groupama – FDJ) machte auf Rang vier ein starkes französisches Ergebnis perfekt. Sein Rückstand zum slowenischen Überflieger betrug bereits 2:04 Minuten. Zeitgleich beendete Gianni Vermeersch (Red Bull – Bora – hansgrohe) das 201 Kilometer lange Rennen durch die Toskana und setzte die Serie der starken Auftritte seines Teams in diesem Frühjahr fort.
Jan Christen (UAE – Emirates – XRG) belegte mit 2:07 Minuten Rückstand Rang sechs – der Schweizer hatte Pogacars entscheidenden Angriff 79,5 Kilometer vor dem Ziel mit seinem Tempodiktat eingeleitet. Als Siebter erreichte der Brite Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5, +2:14) das Ziel, der US-Amerikaner Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike, +2:20) wurde Achter. Aus der ersten größeren Gruppe heraus sicherte sich Andreas Kron aus Dänemark (Uno-X Mobility) 3:46 Minuten hinter Pogacar einen ordentlichen neunten Platz. Wout Van Aert (Visma – Lease a Bike) fuhr zeitgleich auf Position zehn. Beide hatten sich im Schlussanstieg gemeinsam mit Jordan Labrosse (Decathlon – CMA CGM) abgesetzt – der Franzose wurde in derselben Sekunde Elfter.
Der 27-jährige Pogacar bedankte sich nach seinem ungefährdeten Triumph beim Team und hob außer Christen und Del Toro auch Florian Vermeersch hervor, der in der Schlüsselpassage ebenfalls wertvolle Tempoarbeit geleistet hatte. Dass Del Toro und Christen seine Attacke in den wechselnden Verfolgergruppen abschirmten, habe ihm sehr geholfen.
Der beeindruckende Auftritt des erst 19-jährigen Seixas war dem Titelverteidiger nicht entgangen. “Ich sah, dass er mich am steilsten Anstieg von Sante Maria (der 11,5 Kilometer lange Schottersektor Monte Sante Marie, d. Red.) hart verfolgte, und ich dachte mir, dass ich jetzt All-Out bis zur Kuppe gehen muss – um zu sehen, ob Paul mir folgen kann, oder explodiert.“ Das sei zwar nicht passiert, die Lücke ging dennoch aufgegangen.
Edelhelfer Christen verriet im Ziel, dass Strade Bianche sein Lieblingsrennen sei und er es gern einmal selbst gewinnen würde. Für den Moment genoss der Schweizer aber erst einmal das bärenstarke Mannschaftsergebnis. “Ich hatte bei Sante Maria sehr gute Beine und habe einen guten Job für Tadej gemacht. Er hat gewonnen, Isaac ist am Podium, ein toller Tag für das Team“, gab Christen zu Protokoll.
Als bester Deutscher erreichte Emil Herzog (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf Rang 83 mehr als 16 Minuten nach dem Sieger das Ziel. Teamkollege Ben Zwiehoff wurde mit gut 21 Minuten Rückstand 98. Hannes Wilksch (Tudor) kam als 114. an, während Kim Heiduk (Ineos Grenadiers) das Rennen krankheitsbedingt früh aufgeben musste.
Die Gruppe des Tages setzte sich bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen nach 35 Kilometern vom Feld ab. Patrick Konrad (Lidl – Trek), Tibor Del Grosso (Alpecin - Premier Tech), Martin Marcellusi (Bardiani - CSF - 7 Saber), Jack Haig (Ineos Grenadiers), Samuele Zoccarato (MBH Bank - CSB), Adrien Boichis (Red Bull - Bora - hansgrohe), Anders Foldager (Jayco - AlUla), Tim Rex (Visma - Lease a Bike) und Davide Tonaetti (XDS – Astana) erreichten die erste Schlüsselstelle bei San Martino in Grania, 93 Kilometer vor dem Ziel, noch als geschlossene Gruppe.
Dort übernahm UAE – Emirates – XRG die Kontrolle und dezimierte das Feld auf rund 40 Fahrer. Die Neuner-Gruppe war mit 1:30 Minuten in den sechsten von 14 Schottersektoren gelangt und verließ ihn mit nur noch 15 Sekunden Vorsprung. Doch schon in der ersten Steigung des siebten Sektors (Monte Sante Marie) wurde die Ausreißergruppe vom Feld geschluckt. Knapp 84 Kilometer waren da noch zurückzulegen.
Unter dem Tempodiktat von Jan Christen erfolgte in dieser Phase die entscheidende Selektion. Nur zehn Mann konnten dem Schweizer folgen, van Aert war dazu bereits nicht mehr in der Lage. 79,5 Kilometer vor dem Ziel griff Pogacar selbst an, Seixas setzte nach und schüttelte dabei mit Del Toro und Jorgenson auch seine letzten Begleiter ab. Dann wurde es aber auch für den jungen Franzosen zu schnell. Pech hatte in dieser Phase Pidcock, der den Kontakt zum zweimaligen Weltmeister aufgrund eines Defektes verlor.
Das Streckenprofil der 12. Strade Bianche Donne | Foto: Veranstalter
Der Brite machte sich anschließend mit Jorgenson und Grégoire auf die Verfolgung. Seixas hatte Del Toro am Hinterrad, der ihn selbstverständlich nicht unterstützte. Schnell ging die Lücke auf. Ausgangs des Gravelstücks lag Pogacar 25 Sekunden vor dem Verfolger-Duo und knapp 50 Sekunden vor Pidcock & Co. Die etwa 30 Mann umfassende Gruppe mit van Aert wies bereits 1:25 Minuten Abstand auf.
Knapp 70 Kilometer vorm Ziel initiierte Quinn Simmons (Lidl - Trek) eine Verfolgergruppe mit van Aert und Ben Healy (EF Education - EasyPost). Kurz darauf kam es zum Zusammenschluss von Pidcock, Jorgenson, Grégoire, Del Toro und Seixas. Dieses Quintett hatte da bereits gut eine Minute Rückstand zu Pogacar und noch gut 30 Sekunden Vorsprung auf die Gruppe mit Healy, Simons und Van Aert, in der auch Christen dabei war. Damit sicherten Pogacars Helfer dessen Flucht gleich doppelt ab – wobei fraglich bleibt, ob der Führende dies überhaupt nötig hatte.
Healy löste sich 58 Kilometer vor dem Ziel mit Kron und schaffte gemeinsam mit dem Dänen den Anschluss an die erste Verfolgergruppe. Das so formierte Septett lag allerdings bereits 1:15 Minuten hinter dem Solisten und fuhr folglich nur noch um die weiteren Podestplätze. Im nächsten Schotterabschnitt kam es zum Zusammenschluss zwischen den ersten sieben Verfolgern und der Gruppe van Aert. 17 Mann waren zu diesem Zeitpunkt beieinander.
Im Schotteranstieg zum Colle Pinzuto fiel Simmons aus der Verfolgergruppe heraus. Van Aert stellte sich in den Dienst von Jorgenson und leistete für den US-Amerikaner Tempoarbeit. An ihm vorbei attackierte Pidcock im Steilstück des Schotteranstiegs nach Le Tolfe. Dahinter gab es einen Sturz, weil Healy mitgehen wollte, dann aber wegrutschte und mit einem Fuß auf den Boden musste. Dadurch zerfiel die Verfolgergruppe. Dennoch kam der Brite nicht weg.
Pidcock, Del Toro, Jorgenson, Seixas und Christen lösten sich nach dem elften Gravel-Sektor. Michael Valgren (EF Education – EasyPost) versuchte, die Lücke zu schließen, doch als Healy kurzzeitig zurückfiel, musste sich diese Equipe von der Hoffnung auf ein Spitzenergebnis verabschieden. Grégoire und Vermeersch wiederum schafften den Anschluss an die ersten Verfolger.
In der zweiten Passage des Colle Pinzuto erhöhte Seixas die Pace und schüttelte alle Begleiter außer Del Toro ab. Der Mexikaner half dem jungen Franzosen wie schon in der Phase nach Pogacars entscheidender Attacke in der Folge jedoch nicht. Das Duo erreichte gemeinsam den Anstieg zur Piazza del Campo, wo Seixas seinen Schatten schließlich doch noch loswurde und mit exakt einer Minute Rückstand auf Pogacar als Zweiter über den Zielstrich fuhr. Acht Sekunden dahinter komplettierte Del Toro das Podest, und Grégoire führte 54 Sekunden weiter zurück die erste kleine Gruppe ins Ziel.
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