Die Favoriten für Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026

Shooting-Star Seixas fordert Pogacar und Evenepoel heraus

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Shooting-Star Seixas fordert Pogacar und Evenepoel heraus"
Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM, li.) wurde bei der Strade Biance Zweiter hinter Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) | Foto: Cor Vos

24.04.2026  |  (rsn) – Immer dann, wenn in dieser Saison ein Monument anstand, waren die Favoritenrollen klar verteilt. Das wird auch am Sonntag ncht anders sein. Wenn die 112. Ausgabe von Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.UWT) ansteht, ist ein Name an der Spitze dieser Liste zu finden, nämlich der des dreimaligen Siegers Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG). Hinter dem Weltmeister folgen zwei Namen, die als seine größten Konkurrenten gelten. Es sind die Sieger der ersten beiden Ardennenrennen, Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM).

Zwar machten Pogacar und Evenepoel die letzten fünf Austragungen von "La Doyenne" unter sich aus, doch auch Seixas weiß, wie man im Lüttich gewinnt. 2024 holte er sich die Junioren-Austragung des Rennens. “Natürlich wird es dieses Mal (bei der Elite) ganz anders sein, aber ich bin zuversichtlich und kann es kaum erwarten, dort zu sein, um zu sehen, wie ich mich gegen die besten Fahrer der Welt schlage“, sagte der gerade mal 19 Jahre alte Herausforderer in einer Mitteilung seines Teams.

Gute und sehr gute Fahrer hat Seixas auf bergigem Terrain bereits besiegt, etwa nach eindrucksvollen Vorstellungen bei der Baskenland-Rundfahrt (2.UWT) und dem Flèche Wallonne (1.UWT). Selbstvertrauen hat der Franzose zuletzt jedenfalls reichlich getankt. Lüttich wird nach der Lombardei-Rundfahrt (1.UWT) im Vorjahr, die er als Siebenter beendete, das zweite Monument seiner Karriere sein.

Pogacar, Evenepoel und Seixas 2026 erstmals gemeinsam am Start

“Seit dem Winter habe ich es mir als wichtiges Ziel für die erste Hälfte meiner Saison gesetzt. Es ist ein legendäres Rennen, auf das ich mich sehr freue, aber ich weiß bereits, dass es meinen Stärken entgegenkommt. Es ist lang und strapaziös und erfordert wiederholte Anstrengungen", erkläete Seixas.

Genau wie Seixas in Huy, so hat auch Evenepoel mit seinem Sieg beim Amstel Gold Race (1.UWT) bewiesen, dass mit ihm in Lüttich zu rechnen sein wird. Den Flèche Wallonne ließ Evenepoel aus, um sich vollständig auf Lüttich zu konzentrieren. Dort wird der Belgier auf Seixas und Pogacar treffen - erstmals in dieser Saison werden die drei Überflieger gemeinsam am Start eines Rennens stehen. Bei der Flandern-Rundfahrt (1.UWT), bei der er sein Debüt gab, landete Evenepoel beim Sieg des Slowenen als Dritter auf dem Podium.

Die Cotes in den Ardennen entsprechen nicht nur den den Stärken der beiden mehr, sondern sollten auch Seixas liegen. Das letzte Mal, das in Lüttich nicht ein Solist in aller Ruhe jubeln konnte, war 2021 beim ersten Sieg von Pogacar, den der sich im Sprint einer Sechsergruppe vor Julian Alaphilippe holte. In den letzten drei Jahren hatte der Sieger - Evenepoel und zweimal Pogacar  immer mindestens eine Minute Vorsprung auf den Zweiten.

Diesmal dürfte es knapper zugehen

Eine ähnlich deutliche Angelegenheit wäre in diesem Jahr durchaus eine Überraschung. Zu stark scheinen Seixas und Evenepoel zu sein, als dass Pogacar sie in diesem Maße distanzieren könnte. Zumal beim Titelverteidiger gar nicht klar ist, ob er in diesem Jahr in überragender oder doch nur sehr guter Verfassung am Berg ist. Gezeigt hat er das an seinen bisherigen vier Renntagen noch nicht, weil es die Profile einfach noch nicht hergaben.

Hinter dem favorisierten Trio gibt es noch eine Reihe potenzieller Podiumskandidaten. Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) führt sie an. Mauro Schmid (Jayco – AlUla) und Ben Tulett (Visma – Lease a Bike) präsentierten sich beim Flèche in starker Form, gleiches gilt für Cofidis‘ Ion Izagirre, der an der Mur de Huy Siebter wurde. 

Auch Romain Gregoire (Groupama – FDJ United) hatte einen guten Frühling. Der Doppelspitze von Bahrain Victorious mit Pello Bilbao und Lenny Martinez sollte Lüttich sogar noch besser liegen als die vorherigen Rennen. Das sollte auch der Fall bei Lennert Van Eetvelt (Lotto – Intermarché) sein.

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