Österreichisches KT-Roundup der vergangenen Woche

Vorarlberg und Tirol: In Kroatien starke Auftritte gegen Devo-Teams

Von Judith Krahl

Foto zu dem Text "Vorarlberg und Tirol: In Kroatien starke Auftritte gegen Devo-Teams"
Giacomo Ballabio (Vorarlberg) konnte sich nach einer starken Königsetappe über Platz zehn im Gesamtklassement freuen. | Foto: Mario Stiehl

17.03.2026  |  (rsn) - Mit den ersten internationalen Rundfahrten der Saison haben die österreichischen Kontinental-Teams eine wichtige Standortbestimmung absolviert und dabei sowohl sportliche Erfolge als auch wertvolle Rennpraxis gesammelt. Während Schwingshandl-Intralogistics bei der Tour of Rhodes (2.2) ein Wertungstrikot holte, überzeugten die Teams aus Vorarlberg und Tirol bei der stark besetzten Istrien Spring Tour (2.2) mit soliden Leistungen gegen viele Devo-Teams.

Für das Team Schwingshandl-Intralogistics stand auf Rhodos der Gewinn einer Sonderwertung im Mittelpunkt und dieses Ziel wurde erreicht. "Das war unser Fokus, dass wir ein Trikot angehen, was auch nie wirklich leicht ist. Aber jetzt haben wir es mit dem Sprinttrikot geschafft und das ist eine klasse Geschichte", erklärte das Team zufrieden. 

Ebenso wichtig gewesen sei der verletzungsfreie Verlauf der Rennen, denn "jeder ist gut durchgekommen". Gerade zu Saisonbeginn sei entscheidend, "dass keiner verletzungsbedingt nach Hause fliegt". Entsprechend optimistisch blickt die Mannschaft auf die kommende Bundesliga in Österreich: "Die Jungs sind topfit und wir sind ready für die heimischen Rennen."

Maximilian Schmidbauer (Schwingshandl-Intralogistics) sicherte sich auf Rhodos das Sprinttrikot. | Foto: Team<

Bei der Istrien Spring Tour zeigte das Team Vorarlberg eine konstante Leistung und wurde mit Rang zehn im Gesamtklassement durch Giacomo Ballabio belohnt. Bereits auf der 1. Etappe überzeugte Kilian Feuerstein mit Platz vier im Sprint, ehe Ballabio auf der schweren Königsetappe Rang sieben belegte. Am Schlusstag sorgten Stürze und ein hektisches Finale für zusätzliche Schwierigkeiten, dennoch kam Tobias Nolde noch auf Rang zwölf ins Ziel und Ballabio verteidigte seinen Platz in den Top Ten. 

"Für Giacomo ist zum Glück alles safe gegangen mit dem zehnten Platz", sagte der Sportliche Leiter Paul Renger und zog insgesamt ein positives Fazit: "Nach den zwei Top-Ten Platzierungen von Giacomo können wir über den Saisonstart sehr froh sein."

Auch das Team Tirol sammelte wichtige Rennkilometer und Selbstvertrauen, auch wenn Spitzenresultate teilweise ausblieben. Der Sportliche Leiter Martin Taschler sprach von "zwei super Wochen in Istrien" und hob besonders das Trainingslager und die Entwicklung der jungen Mannschaft hervor: "Fürs Teambuilding war das Trainingslager top, wir haben echt eine coole junge Truppe am Start." Trotz noch ausbaufähiger Ergebnisse sei klar, dass das Potenzial vorhanden sei: "Die Jungs haben etwas drauf."

Vorarlberg blickt zufrieden auf den Saisonstart in Kroatien. | Foto: Mario Stiehl

Der nur 1,2 Kilometer lange Prolog wurde durch böigen Wind und unterschiedliche Materialausstattung geprägt. Taschler sprach von einer "Materialschlacht", in der die großen Development-Teams deutliche Vorteile hatten, während man selbst "mit drei Staff und kaputtem Truck" antreten musste. Dennoch habe sich das Team "ganz gut geschlagen".

Auf den folgenden Etappen trat Tirol offensiv auf und war immer wieder in Ausreißergruppen vertreten. Auf der 1. Etappe verhinderten jedoch Rennverlauf und Positionskämpfe ein besseres Ergebnis im Sprint, da man "viel zu früh in Position" gewesen sei und anschließend nach hinten durchgereicht wurde. Auf der Königsetappe lag das Team vor dem entscheidenden Anstieg sogar geschlossen an der Spitze, doch das Kopfsteinpflaster kostete entscheidende Sekunden. 

"Unser Ben muss beim Anblick des gefürchteten Kopfsteinpflaster die besten fünf reißen lassen", schilderte Taschler, wodurch Benjamin Eckerstorfer auf Rang 13 und mit 36 Sekunden Rückstand auf den Tages- und späteren Gesamtsieger Matisse Van Kerckhove (Visma - Lease a Bike Development) eine mögliche Top-GC-Platzierung verpasste.

Der junge Kader von Tirol schlug sich gut gegen stark aufgerüstete Devo-Teams. | Foto: Team

Auch am Schlusstag ging Tirol erneut in die Offensive, doch "Viggo ist nach seinem Sieg in Porec ein 'marked man', der sich nun nicht mehr so leicht absetzen kann", so Taschler. Ein Massensturz rund einen Kilometer vor dem Ziel machte alle Hoffnungen zunichte, nachdem man zuvor aussichtsreich positioniert gewesen war. In der Gesamtbetrachtung überwiegen dennoch die positiven Aspekte, Samuel Novák und Eckerstdorfer beendeten die Rundfahrt auf den Plätzen 16 und 18.

"Zusammengefasst wieder ein extrem solider Auftritt des Teams. Wir haben uns den Respekt der anderen Teams erarbeitet, die Rennen animiert", resümierte Taschler. Rang vier in der Mannschaftswertung hinter drei Development-Teams unterstreicht die starke Vorstellung und sorgte für Optimismus: "Macht Bock auf mehr!"

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