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24.05.2026 | (rsn) - Dem Norwegener Fredrik Dversnes (Uno-X Mobility) ist auf der 15. Etappe des Giro d’Italia eine faustdicke Überraschung gelungen: Aus einem Spitzenquartett spurtete der 29-Jährige in Mailand nach 157 flachen Kilometern vor dem Italiener Mirco Maestri (Polti – VisitMalta) und dessen Landsmann Martin Marcellusi (Bardiani – CSF – 7 Saber) als Erster über den Zielstrich.
Damit schlugen er und seine Begleiter den Sprintern ein Schnippchen, die diesen Tag dick im Kalender angestrichen hatten; die Etappe galt als eine von einer Handvoll Chancen auf einen Massenspurt. Vierter wurde Mattia Bais (Polti – Visit Malta), der seinem Landsmann und Teamkollegen Maestri den Sprint angezogen hatte.
Aus dem geschlagenen Feld heraus sicherte sich der Franzose Paul Magnier (Soudal – Quick Step) den fünften Platz, was ihm das Maglia Ciclamino zurückbrachte. Dylan Groenewegen (Unibet – Rose Rockets) aus den Niederlanden sprintete auf Platz sechs vor dem Dänen Tobias Lund (Decathlon – CMA CGM) und dem Briten Ethan Vernon (NSN). Neunter wurde mit Paul Penhoët (Groupama – FDJ United) ein weiterer Franzose, den zehnten Rang belegte Luca Mozzato (Tudor), dem vierten Italiener in den Top 10.
Fünf Kilometer vor dem Ziel haben der Tagessieger und seine Mitstreiter angefangen, daran zu glauben, dass ihre Flucht gelingen könne, sagte Dversnes nach der Etappe. "Alle in der Ausreißergruppe haben super mitgeholfen. Sie waren unglaublich stark heute. Ich wusste, dass ich gute Möglichkeiten habe, weil ich gut darin bin, in die Ausreißergruppe zu kommen. Deswegen war das heute meine große Chance“, erklärte der Norweger.
Im Ziel machte sich bei den Sprintern und deren Helfern eine Mischung aus Ungläubigkeit und Unmut breit. Aus Sicht von Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) waren die Begleitmotorräder Schuld daran, dass die Ausreißer nicht eingeholt wurden, weil sie ihnen zu viel Windschatten gegeben hätten. Pascal Ackermann (Jayco – AlUla), der die Etappe als bester Deutscher auf Platz 15 beendete, äußerte sich weniger deutlich: "Keine Ahnung, was die da vorne gemacht haben – aber das waren heute Übermenschen.“
In der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen. Die Zeit wurde bereits bei der vorletzten Zielpassage gestoppt. Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) führt weiterhin mit 2:26 Minuten Vorsprung auf den Portugiesen Afonso Eulalio (Bahrain Victorious). Dritter ist Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) 2:50 Minuten Rückstand. Magnier erhielt als Trostpflaster für die verpasste Siegchance das Trikot des Punktbesten von Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) zurück.
Eulalio führt weiter das Klassement der Jungprofis an. Bergpunkte gab es nicht zu gewinnen, sodass Vingegaard auch in dieser Sonderwertung unverändert deutlich vorn liegt. Bestes Team ist nach wie vor Visma – Lease a Bike, der Vorsprung zu Red Bull – Bora – hansgrohe) beträgt allerdings nur 24 Sekunden.
Kurz nach dem scharfen Start ließ das Feld ein Quartett ziehen. Marcellusi, Fredrik Dversnes (Uno-X Mobility), Bais und Maestri fuhren bis zu 2:30 Minuten Vorsprung heraus. Im Feld kontrollierten die Teams Lidl – Trek, Soudal – Quick Step und Unibet – Rose Rockets das Rennen und hatten die Sache stets unter Kontrolle.
Am Zwischensprint in Pavia, den Marcellusi knapp 90 Kilometer vor dem Ziel vor Bais gewann, versuchte Narvaez Magnier den letzten zu erringenden Punkt streitig zu machen. Doch Magnier ließ nichts anbrennen und zog da schon gleich mit dem Mann im Maglia Ciclamino.
Das Streckenprofil der 15. Etappe des Giro d‘Italia | Foto: Veranstalter
Den Rundkurs in Mailand erreichten die Ausreißer mit zwei Minuten Vorsprung – 66 Kilometer waren da noch zu absolvieren. Die Jury legte unterwegs fest, dass die Zeit für die Gesamtwertung bei der vorletzten Zielpassage genommen wird, damit sich die Klassementfahrer aus der Hektik des zu erwartenden Massensprints heraushalten konnten. Zuvor hatte Vingegaard gegenüber den Kommissären eine gefährliche Stelle in Zielnähe moniert.
Bei der besagten vorletzten Zielpassage hatte das Spitzenquartett nur noch knapp 40 Sekunden Vorsprung. Zwischenzeitlich war NSN mit in die Nachführarbeit eingestiegen. Auf den letzten fünf Kilometern kamen auch noch Tudor und Alpecin – Premier Tech nach vorn, weil den anderen Teams schlicht die Helfer ausgingen. Der Abstand war bis dahin nur unwesentlich kleiner geworden.
Auf dem letzten Kilometer stellte sich Bais in den Dienst von Maestri. Doch von dessen Hinterrad sprintete Dversnes vorbei und gewann vor dem Polti-Profi und Marcellusi. Der Norweger war so viel schneller als die Kontrahenten, dass er ausgiebig jubeln und dabei die Beine hochnehmen konnte, ohne dass dies seinen Coup noch gefährdet hätte. Aus dem Feld heraus sprintete Magnier auf Rang fünf und verwies dabei Groenewegen und Lund auf die weiteren Plätze.
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