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24.03.2026 | (rsn) - Bei all dem Spektakel, das Mailand–Sanremo am Samstag geliefert hat, gehörte eine eher unbeachtete Szene zu den wahrscheinlich überraschendsten. Dass Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) ausgerechnet Tom Pidcock (Pinarello - Q36.5) in der Abfahrt in Bedrängnis bringen würde, hätten vermutlich nur wenige vermutet.
Genau das passierte aber am Poggio. In den engen Kurven hinab nach San Remo musste Pidcock, einer der besten Abfahrer im Peloton, deutlich härter treten, um am Hinterrad des Slowenen zu bleiben. Pogacar, der im nahegelegenen Monaco wohnt, fand durch die Serpentinen die deutlich bessere Linie, um sich schließlich seinen ersten Sieg in San Remo zu holen. Nach dem Rennen erzählte der Slowene auch, dass er im Winter zeitweise zweimal in der Woche am Poggio trainiert hatte.
Pogacar wäre auf der Abfahrt wahrscheinlich jedoch weniger Risiko eingegangen, wenn er gewusst hätte, dass er auf einem gebrochenen Rahmen unterwegs gewesen war. Beim Sturz in der Anfahrt zur Cipressa war er auf die Nicht-Antriebsseite gestürzt, konnte aber ohne Radwechsel weiterfahren. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Hinterbau einen Riss hatte und zudem die Scheibenbremse im Finale schliff.
"Tadej ist auf die Seite gestürzt, auf der sich kein Schaltwerk befindet, dennoch hat sich der Schutzmodus aktiviert. Er hat das System selbst wieder in Gang gebracht und nichts gespürt, was auf ein weiteres Problem hindeuten würde, deshalb haben wir das Rad nicht gewechselt. Beschädigt waren die hinteren Streben, die zum Glück gehalten haben“, erklärte Teammechaniker Bostjan Kavnik gegenüber der slowenischen Tageszeitung Delo, in der er auch den Materialschaden bestätigte. Welches Risiko für Pogacar dadurch entstand, ist nicht bekannt.
Ein Wechsel hätte womöglich auch den gesamten Rennplan zunichtegemacht. Mit dem zusätzlichen Zeitverlust wäre es noch schwerer gewesen, Pogacar rechtzeitig an der Cipressa in Position zu bringen, um dort die vorentscheidende Attacke zu setzen.
Für seinen ersten Sieg bei der "Primavera" verwendete der Weltmeister auch ganz neues Material - Setup. Erstmals fuhr er in einem Straßenrennen mit einem 1-fach-Kettenblatt. “Durch den Wegfall eines Kettenblatts und des Umwerfers konnten wir Gewicht und Aerodynamik verbessern“, so Kavcnik. Außerdem reduzierte er im Vergleich zum Vorjahr die Reifenbreite von 30 auf 28 Millimeter.
Für die nun anstehenden Kopfsteinpflasterklassiker wird dies aber nicht die passende Wahl sein. Laut dem Teammechaniker wird Pogacar bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix auf das Aerobike Y1RS setzen. Im vergangenen Jahr war er noch mit dem leichteren, weniger windschnittigen V5RS unterwegs.