Zum dritten Mal Dritter der “Primavera“

Van Aert: Starke Aufholjagd im Schatten des Überfliegers

Von Christoph Matt

Foto zu dem Text "Van Aert: Starke Aufholjagd im Schatten des Überfliegers"
| Foto: Cor Vos

21.03.2026  |  (rsn) - Nach zweijähriger Pause kehrte Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) zu Mailand-Sanremo (1.UWT) zurück. Zwei dritte Plätze und ein Sieg (2020) standen in seiner bisherigen "Primavera"-Bilanz. Viel deutete nicht darauf hin, dass sich daran etwas ändern würde, war der Saisonstart für den Belgier jedoch alles andere als ideal verlaufen. Verletzungen und Erkrankungen bremsten van Aert bisher aus.

Auch beim 117. Mailand-Sanremo blieb ihm das Pech treu. In der Anfahrt zur Cipressa stürzte er, wie auch Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG), und musste das Rad wechseln. Er fand nach langer Wartezeit mit Hilfe seiner Teamkollegen zwar hinter dem Begleitfahrzeug wieder zurück ins Feld, hatte aber nicht mehr genügend Zeit, sich rechtzeitig zu positionieren. Als an der Cipressa Pogacars Attacke kam, war von van Aert nichts zu sehen.

Mit der Verfolgergruppe fuhr er dann bis ins Finale, ehe er auf den letzten zwei Kilometern attackierte, um eine kleine Lücke zu reißen und sich hauchdünn als Dritter ins Ziel auf der Via Roma zu retten.

"Ich habe mich im ganzen Finale eher so gefühlt, als wäre ich in der Defensive. Erst auf den letzten zwei bis drei Kilometern habe ich gemerkt, dass wir noch um das Podium fahren. Deshalb fühlt es sich für mich eher wie ein Erfolg an als wie eine knapp verpasste Chance”, resümierte van Aert im Interview gegenüber Eurosport.

Vermutlich hatten nicht viele den zweifachen Vater vorher auf der Rechnung, noch weniger im Rennen. Der dritte Rang darf als kleine Überraschung und deutliches Ausrufezeichen verstanden werden, auch wenn van Aert selbst vor dem Start klar seinen Anspruch betont hatte, um den Sieg mitfahren zu wollen.

Ganz zufrieden war der 31-Jährige mit dem Ergebnis deshalb auch nicht: “Es fühlt sich nie wie ein Sieg an, wenn man Dritter wird. Es war sehr unglücklich, zuerst der Sturz und dann hat es ziemlich lange gedauert, bis ich ein neues Rad hatte. Natürlich ist es aber schöner, am Ende zumindest auf dem Podium zu stehen als nicht", fasste er zusammen.

Bei den kommenden Klassikern dürfte van Aert mit einem weiteren Podium kaum zufrieden sein. In seinem Palmares fehlt dem Mailand-Sanremo-Gewinner von 2020 schließlich auch noch ein Sieg bei einem der Kopfsteinpflaster-Monumente.

Trotz des heutigen Auftritts lässt sich schwer sagen, ob der 31-Jährige bei der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) und Paris–Roubaix (1.UWT) wieder auf Augenhöhe mit Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) und Pogacar konkurrieren kann. Er selbst zeigte sich jedoch optimistisch. “Das Selbstvertrauen war schon vor diesem Rennen gut. Natürlich nehme ich viele positive Dinge aus meiner Leistung mit und es ist schön, dass die nächsten Rennen jetzt bald anstehen", betonte van Aert.

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