“Schrittweise in den verschiedenen Kategorien“

Medien: UCI will GPS-Tracker noch dieses Jahr zur Pflicht machen

Von Felix Mattis

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UCI-Präsident David Lappartient | Foto: Cor Vos

18.03.2026  |  (rsn) – Der Radsportweltverband UCI will den Einsatz von GPS-Trackern an den Fahrrädern aller Athleten und Athletinnen zur Erhöhung der Sicherheit bei allen UCI-Straßen-Radrennen verpflichtend machen. Das berichtet der belgische Sender Sporza unter Berufung auf ein Schreiben von UCI-Präsident David Lappartient, das in der vergangenen Woche an Teams, Rennveranstalter und auch die Fahrer-Vereinigung CPA gesendet worden sei.

"Die Einführung wird verpflichtend und schrittweise in den verschiedenen Kategorien erfolgen", zitiert Sporza Lappartient aus dem Schreiben. Der Ruf nach GPS-Trackern wurde nach dem tragischen Todesfall um die Juniorin Muriel Furrer bei den Straßen-Weltmeisterschaften 2024 in Zürich laut, weil sie nach einem Sturz lange Zeit nicht gefunden worden war.

Im Juni 2025 setzte die Tour de Suisse unter der Leitung vom auch bei der WM verantwortlichen Veranstalter Olivier Senn daher erstmals ein GPS-Trackingsystem ein, das in Zusammenarbeit mit Velon entstanden war.

Im August 2025 dann testete die UCI ein eigenes System, das man zusammen mit Swiss Timing aufgebaut hatte, bei der Tour de Romandie der Frauen. Dort kam es aufgrund des Einsatzes dieses Systems zum Disput mit einigen Teams, vor allem jenen, die Velon angeschlossen sind. Gut einen Monat später wurde das UCI-System auch bei den Straßen-Weltmeisterschaften in Ruanda eingesetzt.

Dort erklärte Lappartient auf einer Pressekonferenz auf Nachfrage von radsport-news.com, man werde die mit den eigenen Trackern gesammelten Daten nicht vermarkten. Die Vermarktungsmöglichkeit war offensichtlich auch ein Grund für den Streit mit den Velon-Teams.

Für die flächendeckende Einführung von Trackingsystemen bei allen Rennen sehe die UCI nun auch von der Verpflichtung zu einem bestimmten System ab, heißt es im Bericht von Sporza. Vielmehr dürften die Teams künftig selbst entscheiden, welche GPS-Tracker sie bei sich einsetzen – vorausgesetzt die GPS-Tracker entsprächen bestimmten UCI-Richtlinien. Der Großteil der WorldTour-Rennställe arbeitet mit dem Velon-System zusammen, das in dieser Saison auch schon bei Strade Bianche, Tirreno-Adriatico und der UAE Tour wieder im Einsatz war, berichtet Sporza.

Wie die Richtlinien der UCI für die Tracker exakt aussehen sollen und inwiefern sie die Möglichkeiten dann doch sehr einschränken könnten, geht aus dem Bericht nicht hervor. Allerdings äußerte sich Velon-SEO Graham Bartlett bereits positiv. Die Teams sollen nun bis 30. April Zeit haben, um der UCI einen Vorschlag für ihr jeweiliges System vorzulegen.

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