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22.03.2026 | (rsn) - Mit großen Ambitionen und einer klaren strategischen Ausrichtung startet das deutsche Kontinentalteam Rembe – rad-net in die neue Saison. Der Rennstall setzt weiterhin auf eine Mischung aus Nachwuchsförderung, internationaler Präsenz und nationalen Zielen und will sich dabei als führende Kraft unter den deutschen Kontinentalteams behaupten. Gleichzeitig treibt das Team strukturelle Entwicklungen voran, etwa durch den Ausbau des Frauenbereichs und die stärkere Einbindung des Bahnradsports. Teamchef Jörg Scherf sieht seine Mannschaft sportlich breit aufgestellt und blickt optimistisch auf die kommenden Monate, in denen sowohl junge Talente wachsen als auch erfahrene Leistungsträger Ergebnisse liefern sollen.
Das Team bleibt seiner Linie treu und setzt weiterhin stark auf junge Fahrer. Die Verpflichtungen wurden gezielt vorgenommen, um langfristig ein leistungsfähiges Gerüst aufzubauen. "Wir haben uns natürlich wieder auf die Fahne geschrieben, Talente zu holen und zu fördern. Bei der Auswahl waren Lucas Schädlich und Ralf Grabsch größtenteils verantwortlich und haben die verpflichtet, die jetzt da sind", erklärte Scherf. Zu den jungen Neuen zählen Leopold Beirig, Hugo Esch sowie Victor Wedekind. Eine starke Verpflichtung erzielte das Team ebenso mit U23-Meister Mauro Brenner, der von Lotto-Kern-Haus wechselte.
Nachwuchsförderung: Mit drei erstjährigen Elitefahrern hat das Team insgesamt neun U23-Athleten im Kader. | Foto: Mario Stiehl/ Rembe – rad-net
Die sportliche Leitung achtet bewusst auf eine ausgewogene Altersstruktur. "Das läuft unter der Prämisse, dass wir Erstjährige fördern und denen Kilometer geben. Wir sehen schon immer zu, dass wir eine Handvoll junge Fahrer, aber auch erfahrene Ältere haben, die schlagkräftig sind, wie sie es jetzt beispielsweise in Ruanda gezeigt haben", so Scherf. Nach dem Rückzug von Jon Knolle aus dem KT-Bereich und dem Wechsel von Johnathan Malte Rottmann zu Lotto-Kern-Haus bleibt eine erfahrene Gruppe mit Johannes Adamietz, Miguel Heidemann und Ole Theiler weiter im Team. Einen Raketenstart in die neue Saison erwischte der erst 20-jährige Jermaine Zemke, der einen Etappensieg bei der Tour du Rwanda (2.1) verbuchen konnte.
Die Saisonplanung ist dicht und soll vor allem den Nachwuchs schnell an das internationale Niveau heranführen. Bereits früh im Jahr stand ein umfangreicher Auftakt auf Mallorca auf dem Programm. "Wir haben einen echt guten Rennkalender. Es fing mit der Mallorca Challenge an, dann kamen die Trainingsrennen auf Mallorca, bei denen wir schon auf Ruanda geschielt haben, damit der Kader Rennkilometer sammelt", erläuterte Scherf. Dabei verfolgt das Team eine klare Doppelstrategie: Entwicklung für die Jungen, Resultate durch die Routiniers. "Wir möchten wirklich viele Kilometer für die jüngeren Fahrer ermöglichen, wir möchten aber auch UCI-Punkte und Erfolge mit den älteren einfahren", fügte Scherf an.
In den folgenden Monaten bleibt das Programm umfangreich und abwechslungsreich. Auch die deutsche Rad-Bundesliga nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. "Die Bundesliga hat für uns einen wirklich wichtigen Stellenwert", betonte Scherf. Gleichzeitig richtet sich der Blick auf hochkarätige Rennen im Inland, insbesondere auf eine erneute Teilnahme an der Deutschland Tour (2.Pro): "Mit den Sachen, die wir jetzt im Frühjahr fahren, möchten wir schon das beste Kontinentalteam in Deutschland sein und würden sehr gerne wieder die Deutschland-Tour fahren."
Erfolgreicher Saisonauftakt in Ruanda mit Gesamtplatz zwei, einem Etappensieg sowie dem Bergtrikot. | Foto: Tour du Rwanda
Neben der Straße bleibt auch der Bahnradsport ein wichtiger Bestandteil der Teamstrategie. Nationale und internationale Meisterschaften besitzen hohe Priorität. "Die Meisterschaften auf der Bahn, national und international sind wichtig und wir als Team haben uns auf die Fahne geschrieben, den Bahnsport mehr zu fördern", äußerte Scherf. Ein konkretes Beispiel ist Max Briese, der gezielt auf Bahnrennen vorbereitet werden soll. Prominentester Vertreter der Bahnfahrer im Team ist Roger Kluge, der mit seiner internationalen Klasse weiterhin eine zentrale Rolle einnimmt.
Ein bedeutender Entwicklungsschritt ist der Aufbau eines Frauenteams, der sich bereits in mehrfacher Hinsicht positiv bemerkbar macht. Neben zusätzlichen finanziellen Möglichkeiten stärkt er auch das Gemeinschaftsgefühl. "Wir haben durch den Aufbau des Damenteams mehr Budget zur Verfügung. Das war eine total coole Woche auf Mallorca, weil ich es noch nie so gesehen habe, dass sich ein Team so gemischt hat", erzählte Scherf begeistert.
Langfristig verfolgt der Rennstall damit ein ambitioniertes Gesamtprojekt. "Das Thema Damen- und Männerteam möchten wir auch zusammen weiter ausbauen, also dass das Team insgesamt größer wird und dass uns dieser Schritt zum ProTeam weiter gelingt. Das schließt das Frauenteam natürlich nicht aus", blickte Scherf in die Zukunft und verwies dabei besonders auf die Arbeit von Ulrich Müller sowie Heiko Volkert: "Wir arbeiten daran, das ist unsere Vision und die geben wir nicht auf".
Auf Mallorca erlebte das Team eine ruhigere Vorbereitung als im letzten Jahr. | Foto: Team
Nach einem bewegten Vorjahr setzt Rembe – rad-net bewusst auf Stabilität. Größere personelle Umbrüche blieben aus, weil die Verantwortlichen mit der bisherigen Entwicklung zufrieden sind: "Wir haben uns bewusst dazu entschieden, nicht zu viel umzubauen, da wir sehr zufrieden war, wie es lief, auch aus sportlicher Sicht." Der Zusammenschluss im vergangenen Jahr brachte viel Dynamik, inzwischen herrscht deutlich mehr Ruhe im Umfeld: "Der letzte Winter war sehr aufregend. Dieses Jahr haben wir es mehr genossen, dass es nicht mehr so aufregend war und machen jetzt so weiter."
Das Aufgebot: Johannes Adamietz (Deutschland / 27), Pepe Albrecht (Deutschland / 19), Leon Arenz (Deutschland / 20), Leopold Beirig (Deutschland / 18), Moritz Binder (Deutschland / 20), Benjamin Boos (Deutschland / 22), Julian Borresch (Deutschland / 24), Mauro Brenner (Deutschland / 21), Max Briese (Deutschland / 22), Tobias Buck-Gramcko (Deutschland / 25), Hugo Esch (Deutschland / 19), Miguel Heidemann (Deutschland / 28), Roger Kluge (Deutschland / 40), Paul-Felix Petry (Deutschland / 19), Ole Theiler (Deutschland / 23), Victor Wedekind (Deutschland / 18)
Neuzugänge: Leopold Beirig, Mauro Brenner, Max Briese, Hugo Esch, Victor Wedekind
Teamleitung: Jörg Scherf, Ulrich Müller
Sportliche Leiter: Ralf Grabsch, Lucas Liss, Wolfgang Oschwald, Fabian Peplau, Lucas Schädlich
Material:
Rahmenhersteller: Lapierre
Laufräder: Dt Swiss
Bekleidung: Bioracer
Ernährung: Amacx