RSNplusRose Racing Circle mit erstem Top-Ten Ergebnis

Kasper in Turnhout nur knapp am Podium vorbei

Von Jens Claussen aus Turnhout

Foto zu dem Text "Kasper in Turnhout nur knapp am Podium vorbei"
Romy Kasper (PAS Racing) beim UCI Gravel in Turnhout | Foto: Jens Claussen

23.03.2026  |  (rsn) - Nur wenige Kilometer haben Romy Kasper (PAS Racing) gefehlt, um beim UCI Gravel im belgischen Turnhout ihr erstes Podium für ihren neuen Arbeitgeber einzufahren. Statt der Deutschen stand letztendlich die Australierin Nicole Frain (Factor Racing Team) ganz oben auf dem Treppchen, gefolgt von den Niederländerinnen Anne Knijnenburg (VolkerWessels) und Wendy Oosterwoud (PAS Racing).

Auch Stunden nach dem Rennen schwang bei Kasper noch die Enttäuschung mit, früh im Jahr nur hauchdünn am ersten Top-Resultat vorbeigeschrammt zu sein. “Das ist wirklich super ärgerlich”, begann sie das Gespräch mit RSN. “Nach einen extrem schnellen Start konnten wir uns eingangs der zweiten Runde zu siebt von den übrigen Fahrerinnen lösen und damit schon eine gewisse Vorentscheidung erzwingen. Knapp 40 Kilometer vor dem Ziel hatte ich dann Vorderradschaden”, beschrieb sie die erste Situation, in der sie ihre Begleiterinnen zunächst ziehen lassen musste. ___STEADY_PAYWALL___

Es sollte im weiteren Rennverlauf nicht der letzte Schreckmoment für die 37-Jährige bleiben. “Kaum hatte ich mich wieder an die Gruppe herangekämpft, ging Nicole (Frain) attackieren. Nur Anne (Knijnenburg) konnte diesen Vorstoß kontern, wir anderen schauten uns an”. Für ihre entschlossene Fahrweise bekannt, hieß es für Kasper wenig später “Alles oder nichts”. “Ich habe mich entschieden, nochmal alles reinzulegen, um zu den beiden vorne aufzuschließen”, beschrieb sie diesen Augenblick.

Männliche Age-Grouper beeinflussen das Finale der Profi-Frauen

Mit Erfolg, fortan war ein Spitzentrio unterwegs, das schnell eine Lücke von 1:30 Minuten auf drei weitere Fahrerinnen herausfahren konnte. “Wir waren uns total einig, keine hat einen Tritt ausgelassen und das Podium war schon fix in meinem Kopf”. Bis zur nächsten Schrecksekunde sechs Kilometer vor dem Ziel. “Da merkte ich plötzlich, dass mein Hinterrad Luft verlor und hatte nur noch einen Gedanken: irgendwie noch ins Ziel retten und zumindest Dritte werden.“

Als dann wenige Minuten später die Verfolgergruppe angerauscht kam, traute sie ihren Augen nicht. “Eigentlich völlig unmöglich, dass die das noch aus eigener Kraft geschafft haben”, meinte sie verblüfft. “Keine von denen konnte die Attacke von Nicole mitgehen, für mich gibt es da nur eine Erklärung: die sind von Männern aus dem Age-Grouper-Feld nochmal rangefahren worden”. Trotz aller Ernüchterung reichte es für die Leipzigerin noch zu Platz sechs, nur 16 Sekunden hinter Siegerin Frain.

Paul Voß im Trikot des Deutschen Meisters beim UCI Gravel in Turnhout. | Foto: Jens Claussen

Diese fasste im Zielinterview mit RSN die finalen Kilometer wie folgt zusammen: “Als ich in einer sandigen Passage nochmals beschleunigt habe, waren wir nur noch zu dritt. Dann schloss auf einmal noch die Gruppe von hinten zu uns auf und 500 Meter vor der Linie war Wendy (Oosterwoud) an meinem Hinterrad. Ich bin dann als Erste durch die letzte Kurve, zog den Sprint an und fühlt mich wirklich stark. Ich hatte heute einen sehr guten Tag”, schloss Frain, die schon Gesamtvierte bei Santa Vall war, ihre Rennanalyse ab.

Auch Voß im Pech – und damit ohne Chance

Den hatte der aktuelle Deutsche Gravel-Meister Paul Voß (Autsaid x Rosebikes) im Männerrennen physisch auch - wenn da nicht, wie bei Kollegin Kasper das Malheur mit den Platten gewesen wäre. “Das Rennen war schnell und taktisch und mit einem Deutschen Meistertrikot auf den Schultern wird es auch nicht einfacher, sich aus einer Gruppe lösen zu können”, spielte er im Zielinterview mit RSN auf seine vergeblichen Versuche an, dem Rennen einen Stempel aufzudrücken.

“Ich hatte danach gleich zweimal einen Platten - nach dem ersten konnte ich noch zurückkommen, beim zweiten war aber klar, dass das Rennen für mich gelaufen war. Ich habe dann was gegessen, bin Pinkeln gegangen und das Rennen als Training zu Ende gefahren”, fasste er seinen Trip nach Turnhout unaufgeregt zusammen - nachdem er wenige Stunden zuvor noch einen Social-Ride auf der Cyclingworld in Düsseldorf initiiert hatte.

Das Männerrennen wurde von Jarno Bellens (Baloise Verzekeringen) gewonnen, der später auf Anfrage von RSN damit überraschte, heute sein erstes Gravelrennen gefahren zu sein. “Wir waren auf den letzten 10 Kilometern noch zu acht - einer nach dem anderen attackierte und sechs vor dem Ziel habe ich dann meine Chance gesucht. Ich hatte sofort ein paar Meter Lücke und konnte diese ins Ziel retten”, so Bellens. Der Lette Martins Pluto (Energus) wurde Zweiter (+29) vor Cross-Spezialist Lander Loockx (Unibet Rose Rockets/+30).

Neuling siegt - bester Deutscher 17.

Als bester Deutscher platzierte sich Lukas Herrmann auf Rang 17 mit 1:33 Minuten Rückstand auf Sieger Bellens. Aus Sicht der Deutschen Gravel-Teams dürfte besonders der Teamchef von Rose Racing Circle, Luis Neff, zufrieden mit seinen Schützlingen sein. Neuzugang Jordan Habets fehlte auf Platz 5 die Winzigkeit von einer Sekunde zum Podium. Entsprechend enttäuscht zeigte sich der 24-Niederländer später im Zieleinlauf am Mikrofon von RSN.

Jordan Habets vom Team Rose Racing Circle wurde in Turnhout Fünfter. | Foto: Jens Claussen

“Nach unzähligen Attacken fand ich mich auf einmal 60 Kilometer vor dem Ziel in einer Neuner-Spitzengruppe wieder. Die harmonierte gut, aber ich spürte da schon, dass ich nicht die allerbesten Beine hatte. Dann hat sich an einem der kleinen Schlaglöcher meine Sattelneigung verschoben und ich saß auf einmal viel zu weit vorne auf dem Rad”, hatte auch Habets mit technischen Problemen zu kämpfen, die er aber im Fahren lösen konnte. “In einer Spitzengruppe mit 10 Jungs zu sitzen und dann Fünfter zu werden - das ist nicht das Ergebnis, das ich heute wollte”, räumte er abschließend ein.

Das nächste Rennen der UCI Gravel World Series, das “114 Gravel Race“ findet am 28. März im portugiesischen Elvas statt.

Mehr Informationen zu diesem Thema

23.08.2026Klöser unterliegt Schreurs im Fotofinish bei Gravel Worlds

(rsn) – Bei dem seit 2010 ausgetragenen Gravel Worlds gab es wie im Vorjahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Rosa Maria Klöser (Canyon – SRAM) und Geerike Schreurs (Specialized Off-Road Team). D

21.08.2026Tarling trotz Tod des Bruders bei Vuelta am Start

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

17.08.2026Voß bei der Deutschland Tour am Start

(rsn) - Paul Voß (AUTSAID x Rose Bikes), Dritter der diesjährigen Deutschen Gravelmeisterschaft auf dem Nürburgring, wird einen weiteren Ausflug auf die Straße unternehmen. Der 40-Jährige geht b

11.08.2026Eibl will nach Titel auf einem Leihrad in die WorldTour wechseln

(rsn) – Ohne jemals vorher ein Gravelrennen bestritten zu haben, ist die MTB-Spezialistin Ronja Eibl (Origine Racing Division) Ende Juli zur allgemeinen Überraschung Deutsche Gravelmeisterin geword

03.08.2026Wollenberg schrammt beim in Litauen knapp am Podium vorbei

(rsn) – In Abwesenheit der Gesamtführenden Axelle Dubot Prevot (EF Education – Oatly) und Mads Würtz Schmidt (Specialized Off-Road Team), Dominator im bisherigen Saisonverlauf haben Sophie Wrig

26.07.2026Emil Herzog und Eibl neue Deutsche Gravelmeister

(rsn) - Mit Emil Herzog (Red Bull - Bora - hansgrohe) und Ronja Eibl (Origine Racing Division) lagen bei den 4. Deutschen Gravelmeisterschaften zwei Namen vorn, die nicht zu den ausgewiesenen Gravels

24.07.2026Gravel-DM: Auf den Spuren von Niki Lauda & Co.

(rsn) - Von der Beschaulichkeit der Dahlener Heide des Vorjahres zu einer der legendärsten Autorennstrecken der Welt - kontrastreicher könnte das Ambiente für die Austragung der 4. Deutschen Grave

20.07.2026Laing und Kuhn Premierensieger des 3Rides-Etappenrennen

(rsn) – Nach 248 Kilometern und 5850 Höhenmetern, verteilt auf drei Renntage, haben Nele Laing (Canyon x DT Swiss ATR) und Kevin Kuhn (Heizomat - Cube) in Winterberg die Premiere des 3Rides Grave

16.07.20263Rides Gravel in Winterberg erstmals mit Etappenrennen

(rsn) – Vom Dreiländereck in eine Rad- und Wintersporthochburg. Nach vier Jahren als Dauergast in Aachen entschieden sich die Veranstalter, die Erfolgsstory des 3Rides Gravel in Winterberg/Sauerlan

06.07.2026Laing krönt bisherige Saison mit Sieg beim Hegau Gravel Race

(rsn) – Es ist die Saison der Nele Laing! Nur eine Woche nach ihrem fulminanten Auftritt bei den Deutschen Straßenmeisterschaften hat die Darmstädterin beim Hegau Gravel Race im Rahmen der UCI G

01.07.2026Voß Gesamtführender der UCI Gravel World Series

(rsn) - Mit 26 ausgetragenen Veranstaltungen ist bereits mehr als die Hälfte der UCI Gravel World Series absolviert. Die vom Radsportweltverband UCI 2022 ins Leben gerufene Rennserie ist zu dieser S

23.06.2026Haushahn: “Schneller gewachsen als unsere Strukturen“

rsn) – Auch wenn der Gravelrennsport in den vergangenen drei Jahren unaufhaltsam an Fahrt aufgenommen hat, befindet sich diese recht junge Sportart noch in den Kinderschuhen. Was sich auch, zuminde

Weitere Radsportnachrichten

26.08.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht

26.08.2026Das Strafenregister der Vuelta a Espana / 5. Etappe

(rsn) – Die Liste an potenziellen Vergehen, derer Radprofis, Teammitarbeitende oder andere am Rennen Beteiligte im Laufe einer Rundfahrt bezichtigt werden können, ist lang. Genauso lang wie das Reg

26.08.2026Schwere Prüfung mit 3.000 Höhenmetern inklusive Schotter

(rsn) – Auch die 6. Etappe führt in einer Schleife nahe der Mittelmeerküste entlang, wenn auch weiter südlich durch die Region Valenciana. Auf 177 Kilometern sind 3080 Höhenmeter zu bewältigen.

26.08.2026Van Aert kontrolliert das Feld – aber nicht seine Brille

(rsn) – Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) war im Ziel der 5. Etappe der Vuelta a Espana (2.UWT) glücklich. Sein Team kontrollierte das Finale, der belgische Superstar hatte daran entscheidend

26.08.2026Die Highlight-Videos der Vuelta a Espana

(rsn) – Für Leser und Leserinnen, die lieber schauen statt lesen, bietet radsport-news.com die Highlight-Videos. Die Eurosport-Mitschnitte aller 21 Teilstücke der diesjährigen Vuelta a Espana (2.

26.08.2026Laporte: “Haben gezeigt, wozu wir in der Lage sind“

(rsn) – Während Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) in den Bergen dominiert, sind auch die Sprints der Vuelta a Espana 2026 bisher eine klare Sache. Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) ko

26.08.2026Brennan krönt perfekte Visma-Vorstellung mit zweitem Sieg

(rsn) – Nach mustergültiger Vorbereitung seines Teams hat Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) seinen zweiten Tagessieg bei der 81. Vuelta a Espana (2.UWT) gefeiert. Der 21-jährige Brite ließ

26.08.2026Finn gewinnt auch Schlussetappe und feiert Gesamtsieg

(rsn) – Lorenzo Finn (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat mit einem standesgemäßen Auftritt die 62. Tour de l´Avenir (2.2U) für sich entschieden. Der 19-jährige Italiener sicherte sich die abs

26.08.2026Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 5. Etappe

(rsn) - 184 Fahrer aus 23 Teams nahmen die Vuelta a Espana 2026 beim Auftaktzeitfahren in Monaco in Angriff. Nicht alle werden das Ziel an der Alhambra in Granada im Süden Spaniens erreichen. Stürz

26.08.2026Unantastbarer Pogacar: Konkurrenz fährt ihr eigenes Rennen

(rsn) - Seit neun Rundfahrten ist Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) ungeschlagen. Und bei der Vuelta a España (2. UWT) dürfte sich das nicht ändern. Vielleicht konnte man nicht schon nach der 4.

26.08.2026Uijtdebroeks gibt Vuelta auf: “Halte den Schmerz nicht mehr aus“

(rsn) – Genau 26:11 Minuten nach Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) erreichte Cian Uijtdebroeks (Movistar) als 182. und damit letzter Fahrer in Andorra das Ziel der 4. Etappe der Vuelta a Espa

26.08.2026Zemke: “Fausto hat richtig einen rausgehauen“

(rsn) - Bei der wichtigsten Nachwuchsrundfahrt der Saison, der Tour de l’Avenir (2.2U), tritt Jermaine Zemke (Rembe – rad-net) vom 20. bis zum 26. August für die Deutsche Nationalmannschaft in di

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Vuelta a Espana (2.UWT, ESP)
  • Radrennen Männer

  • Tour of Samsun (2.2, TUR)
  • TPC en Nouvelle-Aquitaine (2.1, FRA)
  • Tour de l`Avenir (2.2u, FRA)