--> -->

23.03.2026 | (rsn) - Dorian Godon (Ineos Grenadiers) hat sich in einem umkämpften, langen Bergauf-Sprint knapp vor Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe) durchgesetzt und damit die 1. Etappe der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) in Sant Feliu de Guíxols gewonnen. Thomas Pidcock (Pinarello - Q36.5) zog den Sprint knapp 400 Meter vor dem Ziel als Erster an und wurde Dritter.
Eine Reifenbreite entschied das Rennen zugunsten des französischen Meisters, der nach der 7. Etappe von Paris-Nizza (2.UWT) seinen zweiten Saisonsieg vor dem Red-Bull-Kapitän sicherte. Godon war sich nicht einmal sicher genug, um hinter der Ziellinie zu jubeln. Die anspruchsvolle Zielankunft sorgte in der Ergebnisliste für einen Mix aus Sprintern und Klassement-Fahrern. Lenny Martinez (Bahrain Victorious) wurde Sechster, Oscar Onley (Ineos Grenadiers) wurde Neunter. Direkt vor ihm platzierte sich mit Henri Uhlig (Tudor) der beste Deutsche.
Wegen der zehn Sekunden Zeitgutschrift im Ziel übernahm Godon auch die Gesamtführung. Evenepoel liegt mit vier Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz, Pidcock liegt auf Rang drei sechs Sekunden dahinter. Silva führt als Vierter die große Fraktion der Fahrer an, die zehn Sekunden hinter Godon liegen.
Obwohl eigentlich Evenepoel einen langen Sprint fuhr, gab Godon im Ziel an, zu zeitig am Belgier vorbeigegangen zu sein. "Die letzten 50 Meter waren unheimlich schwer und haben sich wie eine Stunde angefühlt. Ich muss mich noch immer erholen", sagte der Franzose, der erst vor neun Tagen einen Bergauf-Spurt bei Paris-Nizza (2.UWT) gewonnen hatte. Nach dem zweiten Sieg auf WordTour-Niveau binnen so kurzer Zeit war Godon zu Scherzen aufgelegt. "Mit dem Führungstrikot weiß man nie, vielleicht verteidige ich es bis Barcelona“, sagte er mit einem Lachen. Ernst gemeint war aber, dass ihm zumindest die 2. Etappe vom Parcours her liegt.
Für Evenepoel war es nach 2023 bereits der zweite knapp verpasste Tageserfolg im Sant Feliu de Guixols. Damals musste er sich im identischen Finale seinem heutigen Teamkollegen Primoz Roglic geschlagen geben, der diesmal nicht am Start stand.
Außer Uhlig erreichten auch Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) das Ziel in der ersten Gruppe. Sie hielten sich damit ebenso schadlos wie die meisten anderen Klassementfahrer. Lediglich Derek Gee-West und Giulio Ciccone (beide Lidl – Trek) kassierten jeweils 1:46 Minuten Rückstand. Jene Equipe muss nun auf Mathias Skjelmose setzen, der als 14. das Ziel erreichte.
Im Trikot des Punktbesten geht Evenepoel auf die zweite Etappe, wobei dieses Jersey eigentlich auch Godon gehört. Als führender der Bergwertung begibt sich der Franzose Baptiste Veistroffer (Lotto – Intermarché) auf Tagesabschnitt Nummer zwei. Im Nachwuchsklassement liegt Gualdi an erster Position, bestes Team ist nach der Auftaktetappe Ineos Grenadiers - wobei es in diesen beiden Sonderwertungen an der Spitze noch keine Abstände gibt.
Drei Kilometer nach dem scharfen Start in Sant Feliu des Guíxols bildete sich ein Quintett mit Baptiste Veistroffer (Lotto - Intermarché), Unai Aznar (Euskaltel - Euskadi), Hugo Aznar (Kern Pharma), Josh Burnett (Burgos - Burpellet - BH) und Tyler Stites (Modern Adventure). Veistroffer gewann die beiden Bergwertungen des Tages und bekam dafür 13 Punkte im Kletterklassement. Auch die beiden Zwischensprintwertungen gingen an den Franzosen.
Das Streckenprofil der 1. Etappe der Katalonien-Rundfahrt | Foto: Veranstalter
Maximal hatten die fünf Ausreißer rund vier Minuten Vorsprung. Doch bereits nach der Abfahrt vom höchsten Punkt des Tages, dem Alt de Sant Hilari (1. Kategorie) verkürzten die Teams Ineos Grenadiers, Bahrain Victorious und NSN Cycling die Lücke auf eine Minute. Anschließend verwalteten sie den Abstand, ohne der Fluchtgruppe eine ernsthafte Chance zu geben.
Rund 30 Kilometer vor dem Ziel begannen Teams wie Red Bull – Bora – hansgrohe, Lidl – Trek und Visma – Lease a Bike damit, ihre Kapitäne aus den Gewühl herauszuhalten. In der Folge schrumpfte der Vorsprung schnell auf unter 20 Sekunden. Im ersten giftigen Anstieg des welligen Finales fiel die Ausreißergruppe auseinander. Veistroffer und Burnett hielten sich das Feld am längsten vom Hals, 14 Kilometer vor dem Ziel war es dann aber auch um den Franzosen geschehen, knapp 3000 Meter später holte das Peloton unter dem Tempodiktat von UAE – Emirates – XRG auch den Neuseeländer ein.
3000 Meter vor Schluss spülte es Vingegaard in die erste Position des bereits stark ausgedünnten Pelotons. Er schaute sich kurz um, entschloss sich dann aber dazu, persönlich die Pace zu machen, bis schließlich 1,7 Kilometer vor dem Ziel Sepp Kuss an ihm vorbeifuhr. NSN Cycling brachte das Feld auf die ansteigende Zielgerade. Dort eröffnete Pidcock früh den Sprint. Remco Evenepoel zog an ihm vorbei und nur Godon konnte mitgehen und rang den Belgier auf den letzten Metern um eine Reifenbreite nieder.
Results powered by FirstCycling.com