Godon bleibt vorn, Uhlig gestürzt

Uno-X führt abgehängten Cort zum ersten Katalonien-Sieg

Von Guido Scholl

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Magnus Cort (Uno-X Mobility, li.) hat die 2. Etappe der 105. Katalonien-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

24.03.2026  |  (rsn) - Magnus Cort (Uno-X Mobility) hat die 2. Etappe der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) gewonnen. Nach 167,4 Kilometern zwischen Figueres und Banyoles verwies der 33-jährige Däne den erst 21 Jahre alten Franzosen Noa Isidore (Decathlon – CMA CGM) im Sprint auf Platz zwei. Dritter wurde Francesco Busatto (Alpecin – Premier Tech) aus Italien vor dem französischen Auftaktsieger Dorian Godon (Ineos Grenadiers), der damit seine Gesamtführung verteidigte.

Mit Alberto Dainese (Soudal – Quick Step) fuhr ein weiterer Italiener unter die ersten Fünf. Thomas Silva (XDS – Astana) aus Uruguay bestätigte als Sechster seinen starken Auftritt der ersten Etappe, die er als Vierter beendet hatte. Der Brite Noah Hobbs (EF Education – EasyPost) wurde Siebter vor dem Portugiesen Ivo Oliveira (UAE – Emirates – XRG), der den Sprint eröffnet hatte, aber viel zu früh im Wind war.

Die Top 10 komplettierten Cross-Europameister Toon Aerts (Lotto – Intermarché) aus Belgien und der Spanier Sergi Darder (Caja Rural – Seguros RGA). 122 Fahrer wurden am Ende eines hektischen Finales zeitgleich gewertet.

Deutsche Sprint-Hoffnung Uhlig nach Sturz raus

Die deutsche Sprint-Hoffnung Henri Uhlig (Alpecin – Premier) stürzte zehn Kilometer vor dem Ziel und musst das Rennen aufgeben. Dagegen kamen alle Favoriten um Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) sicher mit dem Feld ins Ziel.

Cort, der bereits Tagesabschnitte bei allen Grand Tours gewonnen hat, feierte nicht nur seinen ersten Saisonsieg, sondern jubelte erstmals bei der Katalonien-Rundfahrt – und das nach großem Kampf. “Es war eine schwere Etappe. Als wir von Olot heruntergekommen sind, gab es viele Positionskämpfe. Das mag ich nicht so sehr, und ich war auch etwas weit hinten. Das Team hat jedoch weiter an mich geglaubt“, rekapitulierte der Etappensieger das Finale, in dem er zwischenzeitlich sogar abgehängt war.

Zunächst brachte Anders Skaarseth den Kapitän zurück in die Spitze, dann lancierte Anton Charmig den Sprint, wobei es Oliveira war, der von dessen Hinterrad losspurtete. “Das war wirklich gutes Teamwork“, betonte Cort. In der Gesamtwertung ist der Etappensieger nun Zweiter – zeitgleich hinter Godon. Der Auftaktzweite Evenepoel folgt auf Rang drei mit vier Sekunden Rückstand vor Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5, +0:06) und Silva (+0:10). Die folgenden Fahrer bis Platz 68, den Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) belegt, liegen in derselben Sekunde.

Lipowitz bereinigt kritische Situation

Bester Deutscher im Tagesresultat war Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf Rang 27. Der Tour-Dritte des vergangenen Jahres musste in der Anfahrt zum Ziel eine kritische Phase überstehen, in der er sich kurzzeitig in einer distanzierten Gruppe befand. Lipowitz trug aber selbst maßgeblich dazu bei, die Lücke zu schließen. Im Gesamtklassement liegt der 25-Jährige auf Position 29.

Durch eine erneute Flucht baute Baptiste Veistroffer (Lotto – Intermarché) seinen Vorsprung in der Bergwertung aus. Der Franzose kommt auf nunmehr 16 Punkte, auf Platz zwei folgt der US-Amerikaner Tyler Stites (Modern Adventure, 9). Weil er alle drei Zwischensprints abräumte, übernahm Veistroffer mit 15 Zählern auch Platz eins in der Punktwertung. Auf den Plätzen dahinter folgen Godon und Cort mit jeweils zehn Punkten.

Andrea Raccagni (Soudal – Quick Step) rückte an die Spitze der Nachwuchswertung, wo Antoine L’Hote (Decathlon – CMA CGM) zeitgleich Zweiter ist. Bestes Team blieb Ineos Grenadiers vor Soudal – Quick Step. Auch in diesem Klassement gibt es aber noch keine Zeitabstände.

So lief die 2. Etappe der Katalonien-Rundfahrt:

Gleich nach dem Start gab es die ersten Angriffe, aus denen sich eine Gruppe mit Baptiste Veistroffer, Liam Slock (beide Lotto – Intermarché), Samuel Fernandez (Euskaltel – Euskadi), Julen Arriola-Bengoa (Caja Rural - Seguros RGA) und Diego Uriate (Kern Pharma) bildete. Veistroffer hatte sich bereits durch seine Fluchtbeteiligung zum Auftakt der Rundfahrt das Bergtrikot gesichert. Sein Konto stockte der Franzose nach knapp 20 Kilometern um drei auf 16 Punkte auf – trotz des hügligen Terrains gab es keine weiteren Kletterprämien mehr.

Außerdem gewann Veistroffer kampflos auch alle Zwischensprints, so dass der Lotto-Profi auch in der Punktwertung virtuell an die Spitze setzte.

Im Feld ließen die Mannschaften der schnellen Leute nichts anbrennen. Der maximale Vorsprung des Quintetts betrug drei Minuten. Vor allem NSN und Ineos Grenadiers waren für die Nachführarbeit verantwortlich. Gut 50 Kilometer vor dem Ende stieg Education First – EasyPost mit ein. Kurz darauf verloren Fernandez und Arriola-Bengoa den Anschluss zu ihren drei Begleitern. Veistroffer, Slock und Uriarte nahmen die letzten 45 Kilometer mit knapp 2:30 Minuten Vorsprung in Angriff.

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Katalonien-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Dieser Vorsprung begann schneller zu schrumpfen, als auch Soudal – Quick Step begann, sich an der Jagd zu beteiligen. Rund 30 Kilometer vor dem Ziel musste Veistroffer Slock und Uriarte kurzzeitig ziehen lassen, kämpfte sich aber noch einmal zurück. In einer giftigen Gegensteigung griff der Mann im Bergtrikot an und machte eine Lücke auf. Slock ließ Uriarte allein Tempo machen, und als er erkannte, dass der Spanier das Loch nicht würde schließen können, attackierte er selbst und schloss zu Veistroffer auf.

Das Lotto-Duo ging mit einer Minute Vorsprung auf die letzten 19 Kilometer. Kurz darauf musste Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) abreißen lassen. In einer Abfahrt kam Uhlig zu Fall und musste das Rennen aufgeben. In dieser Phase teilte sich das Feld kurz, und es war vor allem Lipowitz, der die Lücke durch eine beherzte Beschleunigung wieder schließen konnte.

Veistroffer wurde 3000 Meter vor dem Ziel gestellt und exakt zwei Kilometer danach war es auch um Slock geschehen. Uno-X Mobility eröffnete das Finale, ehe Oliveira antrat, dabei aber viel zu früh im Wind war. Von seinem Hinterrad sprang Cort weg und fuhr einen noch immer langen Sprint. Am Ende kam Isidore noch auf Höhe seines Tretlagers, konnte den Sieg des Dänen aber nicht mehr ernsthaft gefährden. Busatto sicherte sich Rang drei vor dem Gesamtführenden Godon und Dainese.

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