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25.03.2026 | (rsn) – Der Jubel nach dem Finish war groß und ausgelassen. Als Dylan Groenewegen die Ziellinie der 50. Ronde van Brugge (1.UWT) überquerte, hatte er den ersten WorldTour-Sieg seiner Mannschaft Unibet – Rose Rockets perfekt gemacht. Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) führte auf der Zielgerade lange, konnte im Sprint den Niederländer aber nicht auf Abstand halten.
Max Kanter (XDS – Astana) hatte sich dessen Hinterrad ausgesucht und sicherte sich nach 208,8 Kilometern rund um Brügge als bester Deutscher Platz drei. Der Pole Stanislaw Aniolkowski (Cofidis) wurde vor dem Italiener Luca Mozzato (Tudor) Vierter.
Am 20. März war Groenewegen schon der Beste bei der Bredene Koksijde Classic (1.Pro) gewesen, zwei Tage später gewann er den GP Jean-Pierre Monseré und in Brügge legte er mit dem dritten Sieg in fünf Tagen nach. Das war zudem sein erster auf WorldTour-Niveau seit der Tour de France 2024.
“Es war eine ziemlich gute Woche bisher in Belgien. Es war auch typisch niederländisch-belgisches Wetter. Wegen des Windes war es ein wirklich schweres Rennen und zum Schluss hatten wir auch noch ein wenig Regen“, meinte der Niederländer im Ziel-Interview.
Groenewegen und seine Mannschaft waren die ganze Zeit über im Bilde. Mehrere Male brach das Peloton im Wind auseinander, Unibet war dabei immer gut vorn vertreten, wobei gerade der Kapitän einen sehr starken Eindruck hinterließ. Brenzlig wurde es nur, als er durch einen Platten aus einer 35-köpfigen Staffel zurückgeworfen wurde und sein Teamfahrzeug hinter der nächsten Gruppe festsaß. “Wir sind ruhig geblieben und haben einen guten Job gemacht“, fasste er den schnellen Radwechsel am neutralen Wagen und die dank zweier Teamkollegen rasche Rückkehr ins erste Feld zusammen.
Auch anschließend überzeugte Unibet. “Ich wurde im Finale in eine gute Position gebracht. Philipsen ist dann ziemlich früh angegangen und ich konnte an ihm vorbeikommen“, fasste Groenewegen den Sprint zusammen. “Wir haben Spaß. Wer gewinnt, hat Spaß. Wir haben eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Profis. Wenn man mit so einer unerfahrenen Truppe zu dritt auf den letzten Kilometer geht, ist das einfach klasse. Sie lernen schnell und deswegen ernten wir Resultate. Das ist toll.“
Auch Kanter zeigte sich unterwegs sehr stark und war immer Teil der ersten Windstaffel. Zum zweiten WorldTour-Erfolg nach dem Etappensieg bei Paris-Nizza reichte es dann aber doch nicht. Tim Torn Teutenberg (Lidl – Trek) war ebenfalls in der aussichtsreichsten Situation bei den besten 35 Profis, hatte im Finale aber einmal Probleme, als das Feld auseinanderriss.
Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) befand sich im Wind mehrmals im Hintertreffen, war auf den letzten 15 Kilometern allerdings sehr aktiv und setzte auch die letzte Attacke des Tages. Den Sprint fuhr Lidl dann für Simone Consonni , der die Top Ten verpasste. Red Bull – Bora – hansgrohe setzte in Brügge einen seiner vier Startverzicht-Joker für WorldTour-Rennen ein.
Viel passierte nicht auf den ersten 100 Kilometern des Rennens. Ausreiß- und Windstaffelaktionen war kein langes Leben beschieden. Lediglich einige Stürze schrecken das Feld auf. In der zweiten Rennhälfte machte der Wind den Fahrern dann noch mehr zu schaffen. Er sorgte für Nervosität, weitere Stürze und Windstaffeln. So verkleinerte sich das Feld eingangs der letzten 70 Kilometer auf rund 35 Mann.
Bis zu einer Minute Vorsprung fuhr diese erste Staffel heraus, im kurvigen Teil der Runde hielt man aber die Beine still und 42 Kilometer vor dem Ziel kam die zweite Gruppe zurück, wodurch ein ungefähr 70-köpfiges Feld entstand. Anschließend tat sich einige Minuten nichts, bis es auf der letzten Kopfsteinpflasterpassage zu mehreren Stürzen kam, bei einem davon landete auch Titelverteidiger Juan Sebastian Molano (UAE – Emirates – XRG) auf dem Boden.
Das Streckenprofil der 50. Ronde van Brugge | Foto: Veranstalter
So richtig entwickeln wollte sich das Rennen anschließend erst auf den letzten 15 Kilometern wieder, als vor allem XDS – Astana die Schlagzahl immer wieder erhöhte. Mit noch sieben zu fahrenden Kilometern griff Davide Ballerini (XDS – Astana) seine noch rund 50 Begleiter an. Walscheid kam kurz danach mit vier Begleitern an den Italiener heran, doch am 4-Kilometer-Banner wurden sie wieder eingeholt.
Mit noch 2,9 zu fahrenden Kilometern probierte es Walscheid nochmals, dieses Mal allein. Er hielt 900 Meter durch und wurde dann aber vom XDS-Zug eingeholt. Auf dem letzten Kilometer herrschte Unordnung. Philipsen war zu früh vorn, Kanter hatte sich das Hinterrad von Groenewegen ausgesucht. Der musste zwar von weit hinten kommen, das aber tat er mit Macht. Er schob sich auf den letzten Metern an Philipsen vorbei und gewann deutlich.
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