Van der Poel: “Für mich kein Nachteil“

Für Pogacar ist Evenepoel ein weiterer Stressfaktor bei der Ronde

Von Christoph Niederkofler

Foto zu dem Text "Für Pogacar ist Evenepoel ein weiterer Stressfaktor bei der Ronde"
Remco Evenepoel und Tadej Pogacar treffen bei der Flandern-Rundfahrt 2026 aufeinander. | Foto: Cor Vos

04.04.2026  |  (rsn) – Zwei der jüngsten drei Ausgaben der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) hat Tadej Pogacar (UAE - Emirates – XRG) für sich entschieden: Folgt am Sonntag sein dritter Streich beim populärsten Eintagesrennen Belgiens? Ein Wörtchen dabei mitreden möchte natürlich auch Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe), der seinerseits zum ersten Mal bei der Ronde an den Start geht.

"Aus meiner Sicht ist es gut, einen Fahrer wie Remco dabei zu haben", meinte Pogacar bei einem Medientermin im Vorfeld der Flandern-Rundfahrt. Mit dem zweimaligen Olympiasieger aus Belgien gibt es nun neben Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) einen weiteren Fahrer, welchen der slowenische Superstar auf dem Radar haben muss. "Er greift immer früh an und kann am Sonntag ein großartiges Rennen fahren."

Die ansehnliche und spektakuläre Fahrweise des Olympiasiegers sieht Pogacar aber auch als Gefahr für seine Ambitionen an. "Wenn ich Rennen im Fernsehen schaue, sehe ich es gerne, wenn Remco von weit weg angreift", führte er aus und schob nach: "Aber wenn man selbst im Rennen ist und gerade einen schlechten Moment hat, dann mag man das weniger. Remco kann ein zusätzlicher Stressfaktor im Rennen sein."

Pogacar: "Bei Remco weiß man nie"

Vor allem von der Unberechenbarkeit Evenepoels will sich Pogacar nicht überraschen lassen. "Bei Remco weiß man nie", merkte der viermalige Gesamtsieger der Tour de France an. "Er kann an den zufälligsten Stellen angreifen. Das bedeutet, dass man immer bereit sein muss. Wenn man ihm ein paar Sekunden Vorsprung lässt, kann es unmöglich werden, ihn zurückzuholen."

Doch sowohl für Evenepoel als auch Pogacar gilt: Eine frühe Attacke bedeutet noch lange nicht den Sieg. "Die Teams scheinen inzwischen zu begreifen, dass sie sich auch noch 60 Kilometer vor dem Ziel organisieren können – und dass es besser ist, so zu fahren, als sich gegenseitig mit Attacken zu zermürben", wies er darauf hin, dass Soloattacken in den jüngsten Rennen immer besser kontrolliert wurden.

Mit van der Poel sieht einer der Anwärter auf den Sieg sogar eigene Chancen in der Teilnahme von Evenepoel. "Je mehr starke Fahrer dabei sind, desto schneller öffnet sich das Rennen. Das ist für mich kein Nachteil", wurde der dreimalige Sieger der Flandern-Rundfahrt in einer Pressemitteilung seiner Equipe zitiert. "Es ist sein erstes Mal hier, aber er ist ein Fahrer von Weltklasse und hat ein starkes Team um sich."

Unter anderem verwies der Niederländer auf seinen ehemaligen Teamkollegen Gianni Vermeersch (Red Bull - Bora - hansgrohe), dessen Erfahrungen bei der Ronde Evenepoel durchaus in die Karten spielen könnten. "Wir sollten Remco auf keinen Fall unterschätzen", mahnte van der Poel.

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