Freie Bahn für Walscheid und Teutenberg

Wie früher: Groenewegen wieder Favorit beim Scheldeprijs

Von Sebastian Lindner

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Sprintfinale beim Scheldeprijs 2025 | Foto: Cor Vos

07.04.2026  |  (rsn) – Dylan Groenewegen hat in seiner Karriere schon so einiges gewonnen. Der Scheldeprijs (1.Pro) steht noch nicht auf der Liste seiner Erfolge, die 81 Siege umfasst. Selbst in seinen besten Jahren zum Ende des vergangenen Jahrzehnts hat es nie dafür gereicht. Rang drei aus dem Jahr 2024 ist das Maximum, was für den Niederländer bislang drin war. Dabei kommt das Rennen Groenewegen eigentlich entgegen wie kaum ein anderes: Weit und breit sind keine Berge zu finden. Tatsächlich beginnt das Rennen auf einem Niveau unterhalb des Meeresspiegels.

Nach dem Restart seiner Karriere bei den Unibet – Rose Rockets gehört Groenewegen wie schon vor fast zehn Jahren mal wieder zu den Top-Favoriten beim 205 Kilometer langen Rennen, das im niederländischen Terneuzen startet und im belgischen Schoten vor den Toren Antwerpens endet.

Vor allem der Auftakt in der niederländischen Provinz Zeeland, umgeben von reichlich Wasser, sind extrem windanfällig und haben in den vergangenen Jahren immer wieder Kanten und Echelons provoziert. Wenn nach gut 80 Kilometern die Grenze zu Belgien erreicht ist, wird es etwas ruhiger. Nach etwa 140 Kilometern wird dann der kleine Rundkurs erreicht, der vier Mal zu absolvieren ist, inklusive des 1700 Meter langen Kopfsteinpflasterabschnitts, der aber wenig Gefahrenpotenzial birgt.

Das Profil des Scheldeprijs 2026 | Foto: Flanders Classics

Kittel wird Rekordsieger bleiben

Für gewöhnlich wird gesprintet beim Scheldeprijs, mindestens mal aus einer großen Gruppe heraus. Der Solosieg von Alexander Kristoff 2022 war in diesem Jahrtausend eine absolute Ausnahme, die für die 114. Austragung in diesem Jahr – weil auch das Wetter gut wird – so eigentlich nicht absehbar ist.

Mit fünf Siegen ist Marcel Kittel Rekordsieger. Von den noch aktiven Profis bringen es Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech), Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) und auch Fabio Jakobsen (Picnic – PostNL) auf jeweils zwei Siege. Alle drei sind in diesem Jahr auch wieder dabei. Doch das Jakobsen einen Titel drauf packen kann, ist noch unwahrscheinlicher als ein Solo. Und auch bei Merlier wäre es eine große Überraschung.

Dabei ist der Belgier Titelverteidiger, hat sogar die letzten beiden Auflagen des Rennens gewonnen. Gesundheitliche Probleme, vor allem mit dem Knie, haben ihm allerdings das komplette Frühjahr versaut. Erst ein Renntag steht für ihn zu Buche. Dass der zweite seinen ersten Sieg bereithält, scheint unwahrscheinlich. “Meine Form wird immer besser, daher freue ich mich darauf, dabei zu sein. Ich würde gerne um ein gutes Ergebnis mitkämpfen, aber ich weiß, dass es nicht einfach wird, da andere in besserer Form sind“, sagte der 33-Jährige, seine Situation einschätzend.

Größter Konkurrent von Groenewegen dürfte Philipsen werden. Auch er kam nur langsam in Fahrt, hat mittlerweile aber Nokere Koerse und Middelkerke-Wevelgem auf der Habenseite.

Viele Absagen für die inoffizielle Sprinter-WM

Ansonsten fehlen in diesem Jahr aber auch einige Namen, sodass es schwierig ist, wirklich von einer inoffiziellen Sprinter-WM zu sprechen – diesen Beinamen trägt das Rennen. Vor allem weil Jonathan Milan (Lidl – Trek), mit sechs Saisonsiegen erfolgreichster Sprinter in 2026 bisher, nicht dabei ist. Zudem fehlen die Youngster Paul Magnier (Soudal – Quick-Step) und Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) und auch Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM), der aufgrund einer Viruserkrankung in diesem Jahr noch kein Rennen bestritten hat. Ebenfalls nicht da: sein Teamkollege Tobias Lund Andresen. Und auch Deutschlands bester Sprinter, Max Kanter (XDS – Astana) steht nicht im Aufgebot.

Dafür aber Phil Bauhaus (Bahrain Victorious), Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) und Tim Torn Teutenberg bzw. vielleicht auch Max Walscheid, die bei Lidl ohne Milan auf eigene Rechnung fahren können. Für Red Bull – Bora – hansgrohe soll derweil Jordi Meeus sprinten.

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