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07.04.2026 | (rsn) – Der Schnellste bergauf, der Schnellste bergab: Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) hat seine Topform bei der Baskenland-Rundfahrt auch auf der 2. Etappe unter Beweis gestellt und der Konkurrenz erneut nur das Hinterrad gezeigt. Der 19-Jährige siegte mit 1:25 Minuten vor einer Verfolgergruppe, die Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) vor Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) ins Ziel führte.
Auch Florian Lipowitz gehörte zu dieser Gruppe – anders als Isaac del Toro (UAE – Emirates – XRG) und Juan Ayuso (Lidl – Trek), die wie beim Auftaktzeitfahren erneut Zeit kassierten.
Mit seinem Sieg baute Seixas seine Führung in der Gesamtwertung aus. Er führt jetzt mit 1:59 Minuten vor Roglic und 2:08 Minuten auf Lipowitz. Kevin Vauquelin (Ineos Grenadiers), der bisherige Zweitplatzierte, war Mitte des Rennens in einer eigentlich ungefährlichen Rennsituation gestürzt und verlor am Ende mehr als vier Minuten. Den Tag beendete er als 31. einen Platz vor Emnauel Buchmann (Cofidis).
In den Vauquelin-Crash war auch Marco Brenner (Tudor) verwickelt. Obwohl die Situation im ersten Moment nicht besonders schlimm aussah, musste er das Rennen aufgeben. Das Team aus der Schweiz erwischte es ohnehin knüppeldick, denn auch Luc Wirtgen musste aufgeben. Hannes Wilksch und Yannis Voisard waren dagegen gar nicht erst gestartet.
Deutlich bessere Nachrichten gab es nach 164 Kilometern an den Cuevas de Mendukilo für Seixas. Den Schlussanstieg hinauf zu den Höhlen nahm der Franzose bereits mit mehr als einer Minute Vorsprung auf seine ersten Verfolger als Solist in Angriff. Seine Attacke hatte er bereits am größten Hindernis des Tages, dem San Miguel de Aralar (1. Kategorie) gesetzt. Und nicht erst kurz vorm Gipfel, sondern bereits 6,6 Kilometer davor. Gut 26 Kilometer waren es da noch bis ins Ziel. Gleich der erste Antritt hatte gesessen.
“Ich würde sagen, der Plan sah so ähnlich aus“, sagte Seixas im Siegerinterview. “Es war vielleicht etwas optimistisch, so früh zu attackieren. Möglicherweise habe ich etwas früher angegriffen als ich wollte, aber ich habe es einfach gespürt. Nach zwei, drei Minuten habe ich diese Entscheidung bereut, aber ich hatte keine Wahl, ich musste weiter Gas geben bis ins Ziel. Meine Beine waren heute richtig gut.“
Obwohl Seixas nun bereits zwei Minuten Vorsprung auf Roglic aufweist, wollte er den Tag nicht vor dem Abend loben. “Die Gesamtwertung ist nicht entschieden. Das ist sie nie vor dem letzten Tag. Ich weiß jetzt, dass ich das Level habe, um hier zu gewinnen, und ich habe einen Vorsprung. Jetzt versuchen wir, diesen zu verteidigen. Es wird jeden Tag ein hartes Rennen warten, und wir haben erst zwei Tage abgeschlossen.“
Dass es Roglic ist, der nun erster Verfolger des Youngsters ist, und nicht etwa Lipowitz oder Skjelmose, liegt in erster Linie daran, dass sich die Gruppe um das Duo, die am Aralar hinter Seixas den besten Eindruck machte, in der Abfahrt und an der finalen Gegensteigung uneins war. Es war in erster Linie Cian Uijtdebroeks (Movistar) gewesen, der nach dem Gipfel noch arbeitete. Auch die weiteren Bestandteile des Quartetts, der Baske Ion Izagirre (Cofidis) und Alex Baudin (EF Education – EasyPost), waren noch um Tempo bemüht. Skjelmose verstrickte sich hingegen mit Lipowitz in Debatten, die Roglic und Co. entgegenkamen. Kurz vor dem Ziel stellte die zweite Verfolgergruppe noch den Anschluss her. Auch del Toro hatte dort lange Zeit dazugehört, musste im Finale aber passen.
Letztlich spielte alles aber auch Seixas in die Karten. Der Franzose verteidigte sämtliche Sonderwertungen.
Nach einigen Attacken gleich zu Beginn des Tages setzten sich noch vor dem ersten Anstieg nach knapp fünf Kilometern die ersten vier Fahrer vom Hauptfeld ab. Frank van den Broek (Picnic – PostNL), Ethan Hayter (Soudal – Quick-Step), Joan Bou (Caja Rural – Seguros RGA) und Iker Mintegi (Euskatel – Euskadi) bekamen allerdings wenig später Zuwachs von Adrián Fajardo (Burgos – Burpellet BH). Bis zur Bergwertung der zweiten Kategorie am Etxauri, die Bou vor Mintegi und Fajardo für sich entscheiden konnte und damit sechs Zähler sammelte, blieb das Quintett in dieser Form zusammen. Mit Raul Garcia Pierna (Movistar) und Bruno Armirail (Visma – Lease a Bike) hatten sich zuvor aber bereits zwei weitere Fahrer auf Ausreißversuch begeben. Dieses Duo stieß nach etwa 20 Kilometern hinzu, womit sich die Gruppe auf sieben Mann vergrößerte. Der Abstand zum Peloton betrug in dieser Rennphase etwa zweieinhalb Minuten.
Das Profil der 2. Etappe der Baskenland-Rundfahrt | Foto: Veranstalter
Bis zum Fuß der zweiten Bergwertung am Zuarrarrte blieb der Abstand konstant. Decathlon – CMA CGM kontrollierte für den Gesamtführenden Seixas das Rennen und verringerte den Abstand bis zum Gipfel auf 1:15 Minuten. Fajardo musste sich an dieser Kletterpassage aus der Spitzengruppe verabschieden, da die Geschwindigkeit für ihn zu groß war. Bou gewann erneut die Bergwertung und baute damit seine Führung in der Sonderwertung weiter aus. Wenig später gab es schon die Abnahme des ersten Zwischensprints in Lekunberri. Dort setze sich erneut Bou durch und gewann damit auch zehn Zähler für diese Sonderwertung.
Auch am nächsten Berg sammelte der Spanier weiter fleißig Punkte. Insgesamt hatte er nach dieser Bergwertung in Aldatz (3. Kategorie) zwölf Zähler auf seinem Konto. Dies sollte am Ende aber zu wenig sein. Hayter holte sich am Bonussprint in Irurzun sechs Bonussekunden vor Amrail und Garcia Pierna, die vier bzw. zwei Sekunden Zeitgutschrift gewannen. Der Abstand zum Peloton betrug hier weiter etwas mehr als eine Minute.
Die Ausreißergruppe fuhr mit einem Vorsprung von anderthalb Minuten in den Anstieg nach San Miguel de Aralar hinein. Dieser war aber bald kaum noch zu sehen, denn Decathlon – CMA CGM bereitete mustergültig eine Attacke von Seixas vor. Der Franzose lancierte den Vorstoß 6,6 Kilometer vor dem Gipfel und keiner seiner Kontrahenten konnte folgen. Im Nu führte er das Rennen mit einem Abstand von über 30 Sekunden auf eine Verfolgergruppe mit Lipowitz, Roglic, Skjelmose, Cian Uijtdebroeks (Movistar), Ion Izagirre (Cofidis) und del Toro an.
Die Gruppenkonstellationen veränderten sich im Verlaufe des Anstiegs immer wieder etwas. Seixas baute den Vorsprung bis zur Abnahme der Bergwertung auf 50 Sekunden auf Lipowitz aus, der kurz davor eine Attacke versuchte. Der Deutsche konnte sich aber nicht entscheidend lösen, womit sich in der Abfahrt ein Quintett mit Alex Baudin (EF Education – EasyPost), Izagirre, Uijtdebroeks und Skjelmose bildete. Im Verlauf der Abfahrt baute Seixas den Vorsprung weiter aus. Vor dem kurzen Schlussanstieg drei Kilometer vor dem Ziel waren es bereits 1:15 Minuten.
Ein Zwischenfall mit einem Radsportfan, der inmitten der Fahrbahn lag, hätte ihm beinahe noch zu Fall gebracht, doch Seixas umkurvte ihn gekonnt. Am Ende hatte der Franzose 1:25 Minuten Vorsprung auf Skjelmose, der sich mit Roglic, der noch zu den ersten Verfolgern heranfuhr, und Uijtdebroeks einen spannenden Kampf um Platz zwei lieferte. Für del Toro und Ayuso lief es erneut nicht nach Wunsch. Sie kamen mit 1:43 bzw. 2:29 Minuten Rückstand ins Ziel.
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