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08.04.2026 | (rsn) – Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) hat zum dritten Mal in Folge den Scheldeprijs (1.Pro) gewonnen. Der 32-jährige Belgier, der nach langer Verletzungspause erst sein zweites Saisonrennen bestritt, setzte sich bei der 114. Ausgabe des Sprinterklassikers über 205,2 Kilometer zwischen Terneuzen und Schoten deutlich vor dem Tschechen Pavel Bittner (Picnic – PostNL) und dem Franzosen Emilien Jeannière (TotalEnergies) durch.
Nachdem er sich in den beiden Jahren jeweils seinem Landsmann Merlier hatte geschlagen geben müssen, reichte es diesmal für Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) nur zum achten Platz, nachdem ihn sein Team zu früh lanciert hatte. Noch schlechter erging es Red-Bull-Kapitän Jordi Meeus, der nicht über den 14. Platz hinaus kam, eine Position dahinter landete Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) als bester deutscher Profi auf Rang 15.
"Es fühlt sich natürlich sehr gut an, besonders nach den Problemen im Winter und in den letzten Monaten. Ich bin mit einigen Fragezeichen in das Rennen gestartet und hatte nicht das Gefühl, meinen besten Tag zu erwischen“, sagte Merlier im Flash-Interview.
Im Rennen hatte es aufgrund von Stürzen auf den letzten zehn Kilometern zunächst nicht nach einem weiteren Coup des Soudal-Kapitäns ausgesehen. "Auf der letzten Runde sind sie dann gestürzt und ich konnte erstaunlicherweise außen herumfahren. Ich dachte, ich hätte nichts mehr für den Sprint übrig", gestand Merlier ein.
Doch als es darauf ankam, war der Routinier zur Stelle. "Auf dem letzten Kilometer war ich dann aber perfekt positioniert. Kurz wurde ich eingeklemmt, habe aber wieder eine Lücke gefunden. Da dachte ich mir, jetzt muss ich losfahren. Ich glaube, ab etwa 250 Metern, genau wie ich es geplant hatte. Ich fahre immer gern einen längeren Sprint. Es gab etwas Gegenwind. Ich wusste aber, dass es, wenn ich mein Tempo erreicht habe, schwierig ist, mich zu überholen. Auch wenn ich nicht in Topform bin, war es möglich heute zu gewinnen“, schilderte Merlier das packende Finale, in dem er von fünfter Position aus zu seinem dritten Scheldeprijs-Sieg in Serie sprintete – das war vor ihm nur Marcel Kittel gelungen.
Bei bestem Frühlingswetter mit Sonne und Temperaturen um 22 Grad hatte das Feld auf brettebenem Terrain einer sechsköpfigen Spitzengruppe um den US-Amerikaner Robin Carpenter (Modern Adventure) nie mehr als zweieinhalb Minuten an Vorsprung zugestanden.
Eingangs des dreimal zu befahrenden Rundkurses von knapp 17 Kilometern war davon weniger als eine Minute übrig. Knapp 40 Kilometer vor dem Ziel schüttelten Carpenter, Bram Dissel (Beat CC) und Jonah Killy (Tarteletto – Isorex) ihre drei Begleiter ab und nahmen die vorletzte Runde 45 Sekunden vor dem Feld in Angriff.
Das Streckenprofil des 114. SScheldeprijs | Foto: Veranstalter
Die Sprinterteams hielten das Trio an der kurzen Leine und hatten den Rückstand eingangs der Schlussrunde nochmals halbiert. Danach verteidigten die Ausreißer ihren Vorsprung, ehe neun Kilometer vor dem Ziel ein Sturz, bei dem auch Tim Torn Teutenberg (Lidl – Trek) und Milan Fretin (Cofidis) zu Boden gingen, das Feld auseinander riss.
Nur einen Kilometer später krachte es wieder, wobei diesmal Mitfavorit Dylan Groenewegen (Unibet – Rose Rockets) sowie Pascal Ackermanns Anfahrer Luka Mezgec zu Boden gingen und Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) aufgehalten wurde.
Die Spitzengruppe konnte vom Chaos hinter ihr aber nicht profitieren und wurde vier Kilometer vor dem Ziel gestellt. Gut zwei Kilometer später zog Alpecin – Premier Tech an die Spitze, ließ sich dort aber von Max Walscheid (Lidl - Trek) überraschen, der den Sprint mit Philipsen und Meeus hinter sich anzog. Doch dann schoss wie aus dem Nichts Merlier nach vorne und machte in Schoten den Sprinter-Hattrick perfekt.
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