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19.04.2026 | (rsn) – Paula Blasi (UAE Team ADQ) hat bei der 12. Ausgabe des Amstel Gold Race Ladies Edition (1.WWT) die Favoritinnen düpiert und sich über 158,1 Kilometer von Maastricht nach Berg-en-Terblijt souverän den bisher größten Erfolg ihrer Karriere gesichert. Die 23-Jährige setzte sich nach einer Attacke 25 Kilometer vor dem Ziel als Solistin durch und gewann gleich bei ihrem Debüt als erste Spanierin den ersten der drei Ardennenklassiker.
Die Favoritinnen reagierten viel zu spät auf Blasis Vorstoß und mussten sich mit den weiteren Podiumsplätzen zufriedengeben. Dabei holte sich mit 27 Sekunden Rückstand im Sprintduell die Polnische Meisterin Katarzyna Niewiadoma-Phinney (Canyon – SRAM – zondacrypto) den zweiten Platz vor Europameisterin Demi Vollering (FDJ United – Suez) aus den Niederlanden.
”Ich werde wohl ein paar Wochen oder noch länger benötigen, um das richtig zu begreifen. Als ich allein zur letzten Zielpassage kam, wusste ich gar nicht, wie weit es noch war. Ich hoffte auf fünf Kilometer oder so, aber mir wurde dann gesagt, dass ich noch 22 zurücklegen muss. ‘Oh!‘ Da wusste ich, dass es schwer werden würde. Fünf Minuten bevor ich angriff, wurde ich abgehängt. Ich habe es einfach mal versucht und plötzlich war ich allein vorn“, sprudelte es aus Blasi im Ziel-Interview heraus.
Trotz ihrer Unerfahrenheit und Problemen bei der Positionierung im Feld hatte sie im Finale den richtigen Riecher, als sie 25 Kilometer vor Schluss einem Angriff von Nienke Vinke (SD Worx – Protime) folgte und ihre Konkurrentin drei Kilometer später an der vorletzten Cauberg-Passage abhängte. Dahinter schauten sich die Favoritinnen an und zögerten so lange, bis es zu spät war und Blasi sensationell triumphierte.
“Ich habe noch keine Ahnung, was das für mich bedeutet. Ich sollte gar nicht hier sein. Ich wurde erst gestern eingeschrieben, weil es bei uns einige Verletzungen und Krankheiten gab. Ich muss jetzt erstmal durchatmen und akzeptieren, was passiert ist“, fügte sie nach dem fünften Sieg als Profi an. Im Zielbereich hatte Teamkollegin Karlijn Swinkels ihr zugerufen: "Schau, es ist doch ein schönes Rennen!"
Für Blasi war es nach einem Triumph im Bergzeitfahren bei der Tour de Romandie 2025 der zweite WorldTour-Erfolg ihrer Karriere und fünfte Profisieg überhaupt – obwohl sie erst im Mai 2025 aus dem UAE-Development in den Profikader hochgezogen worden ist. Ende der Saison holte sie dann Bronze bei der U23-Weltmeisterschaft in Ruanda und gewann den U23-EM-Titel in Frankreich.
43 Sekunden hinter ihr kam in Berg-en-Terblijt nun die erste Verfolgerinnengruppe ins Ziel, wobei die Italienerin Letizia Paternoster (Jayco – AlUla) im Kampf um Platz vier die Schweizerin Noemi Rüegg (EF Education – Oatly) an deren 25. Geburtstag auf den fünften Platz verwies. Vorjahressiegerin Mischa Bredewold (SD Worx – Protime) blieb diesmal nur Platz 14.
Als beste deutsche Starterin belegte die Friedrichshafenerin Liane Lippert (Movistar / +3:23) den 28. Rang, zwei Positionen dahinter folgte Paris-Roubaix-Gewinnerin Franziska Koch, die als Vollering-Helferin 5:55 Minuten nach Blasi in derselben Gruppe wie Linda Riedmann (Lotto – Intermarché) ins Ziel kam.
Bei der 12. Amstel-Ausgabe war neben fünf deutschen Starterinnen um Paris-Roubaix-Gewinnerin Franziska Koch (FDJ United – Suez) und die Vorjahresfünfte Liane Lippert mit Rüegg auch ein Geburtstagskind aus der Schweiz dabei,
Die Belgierin Annelies Nijssen (Lotto – Intermarché –Ladies) initiierte bei frühlingshaften Bedingungen und mit ihrer Attacke am Maasberg, dem ersten von 21 Anstiegen des Tages, die frühe Spitzengruppe, zu der noch die Niederländerinnen Nicole Steigenga (AG Insurance – Soudal) und Scarlett Souren (VolkerWessels), die Kanadierin Kiara Lylyk (Mayenne – Monbana - My Pie) sowie die US-Amerikanerin Heidi Franz (St Michel - Preference Home - Auber93) gehörten.
Das Quintett fuhr sich im ersten Teil des Rennens einen Vorsprung von knapp drei Minuten heraus, ehe bereits am Fromberg Souren und Lylyk den Anschluss verloren. Kurz vor der ersten von fünf Cauberg-Überquerungen war es 67 Kilometer vor dem Ziel dann aber auch um die restlichen Ausreißerinnen geschehen.
Das Streckenprofil des 12. Amstel Gold Race Ladies Edition | Foto: Veranstalter
Danach übernahm SD Worx die Kontrolle im deutlich kleiner gewordenen Feld und ging mit Blanka Vas und der Schweizer Meisterin Steffi Häberlin sogar in die Offensive. FDJ dagegen beschränkte sich zunächst darauf, die Attacken zu neutralisieren. Gut 40 Kilometer vor dem Ziel zeigte sich erstmals Vorjahressiegerin Mischa Bredewold ganz vorn, ehe an der dritten Cauberg-Passage ihre Teamkollegin Anna van der Breggen das Tempo an der Spitze anzog und so das Feld auf nur noch rund 30 Fahrerinnen ausdünnte.
Am Geulhemmerberg probierte es van der Breggen erneut, aber auch ihr zweiter Versuch wurde vereitelt. Kurz darauf ließen die Favoritinnen auch Nienke Vinke (SD Worx – Protime), Riejanne Markus (Lidl – Trek) und Karlijn Swinkels (UAE – Team ADQ) nur kurzzeitig ziehen, bei der Aufholjagd verlor allerdings Koch, die zuvor immer wieder für Tempo auch an den Anstiegen gesorgt hatte, den Anschluss.
Bei einer weiteren Attacke von Vinke nach dem Bemelerberg auf der vorletzten Runde ging Blasi mit und schüttelte ihre Begleiterin 23 Kilometer vor dem Ziel an der vorletzten Cauberg-Passage ab. Die knapp 21,6 Kilometer lange Schlussrunde nahm die 23-jährige Spanierin rund 20 Sekunden vor Vinke in Angriff, die Gruppe der Favoritinnen folgte rund 45 Sekunden hinter der Spitzenreiterin. Nachdem der Rückstand auf rund eine Minute angestiegen war, teilten sich FDJ und das mit vier Fahrerinnen in der Gruppe vertretene Team Lidl – Trek die Verfolgungsarbeit.
Dennoch blieb der Rückstand zu Blasi bis zur letzten Cauberg-Überquerung nahezu unverändert, die Spitzenreiterin konnte es sich sogar leisten, sich rund vier Kilometer vor dem Ziel in einer Kurve zu versteuern, wobei sie bei nun einsetzendem Regen einige Sekunden einbüßte.
Am Cauberg stellten die Favoritinnen nur noch Vinke, ehe Niewiadoma und Vollering sich lösten und eine Aufholjagd starteten, die das Duo auf den flachen 1,5 Schlusskilometern aber nur noch bis auf 27 Sekunden an Blasi heranbrachte. Die konnte schon 300 Meter vor dem Ziel ihren Sieg bejubeln, im hart umkämpften Sprintduell sicherte sich Niewiadoma den zweiten Platz vor Vollering.
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