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29.05.2026 | (rsn) – Am Samstag beginnt der 37. Giro d’Italia Women (2.WWT) in Cesenatico. Mit Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) ist die Siegerin der letzten beiden Ausgaben dabei und gehört fast zwangsläufig wieder zum engeren Favoritenkreis. Doch ein von Krankheiten begleitetes Frühjahr setzt ein Fragezeichen hinter ihre Form – ähnlich wie bei der Vorjahreszweiten Marlen Reusser (Movistar).
Angeführt wird die Favoritenriege aber von Demi Vollering (FDJ United – Suez). Die Weltranglistenerste ist zum dritten Mal dabei, ihr bestes Gesamtergebnis schaffte sie 2021 als Dritte. Nun will sie das Maglia Rosa ihrer Sammlung hinzufügen und ist auch die große Sieganwärterin. Denn 2026 war die Niederländerin bislang kaum zu schlagen und hat trotz ihrer bescheidenen elf Renntage schon sieben Saisonsiege auf dem Konto.
Noch weniger Tage haben Longo Borghini (neun) und vor allem Reusser (fünf) im Rennsattel verbracht. Longo Borghini gewann Anfang Februar die UAE Tour (2.WWT) und Anfang März die Trofeo Oro (1.1) in Italien – bei beiden Siegen stand Vollering aber nicht am Start. Nach ihrer krankheitsbedingten Absage bei Mailand-Sanremo wurde sie Achte der Flandern-Rundfahrt (1.WWT), musste danach aber wieder krank pausieren.
Reusser dagegen bezwang die Niederländerin Vollering bei Dwars door Vlaanderen (1.WWT) am 1. April bereits im direkten Duell. Vier Tage später aber stürzte Reusser bei der Flandern-Rundfahrt, erlitt eine Wirbelfraktur und musste seither pausieren – während Vollering sowohl die Ronde, als auch anschließend den Flèche Wallonne (1.WWT) und Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.WWT) jeweils überlegen gewann.
Nun kehren Longo Borghini, die den Giro von vorne herein als erstes Rundfahrtziel im Programm hatte, und Reusser, die dort eigentlich nicht starten wollte, ins Renngeschehen zurück und sind die großen Unbekannten auf der Liste der möglichen Mitfavoritinnen.
Dass beide den Sieg drauf hätten, ist klar: Longo Borghini holte ihn 2024 und 2025, Reusser war im vergangenen Jahr bis zu einem Magen-Darm-Infekt auf der letzten Bergetappe nah dran. Vor allem aber ihr Triumph über Vollering bei der Tour de Suisse (2.WWT) im Juni 2025 war der klare Beweis, dass sie in Bestform auch die Weltranglistenerste in den Bergen schlagen kann. Im Zeitfahren ist die Eidgenossin im Normalfall sowieso besser als ihre niederländische Widersacherin. Deswegen könnte der 12,7 Kilometer lange Kampf gegen die Uhr am vierten Tag für sie sprechen – der allerdings findet am Berg hinauf nach Nevegal statt, was die Chancen wieder ausgleichen könnte.
So ein richtiger Formnachweis aus den letzten Wochen fehlt neben Reusser und Longo Borghini aber auch Vollering, die zuletzt Ende April in Lüttich Rennen fuhr. Dafür hat ihn Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM – zondacrypto) - die neben ihrer Teamkollegin Justyna Czapla die einzige Deutsche im Feld ist - vor zwei Wochen als Fünfte im Baskenland erbracht. Rang fünf sagt dabei nicht aus, wie stark die Bayerin in Nordspanien unterwegs war, denn am Berg war sie die Beste. Ihre an den eher kürzeren Anstiegen herausgefahrenen Vorsprünge konnte sie auf den Abfahrten und flachen Wegen bis ins jeweilige Ziel aber nicht verteidigen. Letzte Saison beendete die 23-Jährige den Giro auf Rang fünf, dieses Jahr scheint sogar noch mehr drin zu sein.
Aufpassen muss sie neben den drei Genannten auch auf die vierfache Giro-Siegerin Anna van der Breggen (SD Worx – Protime), die im Mai Gesamtzweite bei der Vuelta a Espana (2.WWT) hinter Shootingstar Paula Blasi (UAE Team ADQ) wurde und inzwischen so stark wirkt, wie seit ihrem vorläufigen Karriereende 2021 nicht mehr. Sie hat außerdem die österreichische Kletterspezialistin Valentina Cavallar an ihrer Seite.
Dazu kommen die Vuelta-Dritte Marion Bunel (Visma – Lease a Bike) aus Frankreich, die Vuelta-Sechste Urska Zigart (AG Insurance – Soudal) aus Slowenin und die bei der Vuelta auf Rang sieben gelandete, italienische Lokalmatadorin Monica Trinca Colonel (Liv – AlUla – Jayco). Außerdem hoch einzuschätzen: Weltmeisterin Magdeleine Vallieres (EF Education - Oatly) aus Kanada und auch die Italienerin Barbara Malcotti (Human Powered Health), zuletzt Vuelta-Neunte.
Mit Mireia Benito hat AG Insurance – Soudal neben Zigart noch eine zweite starke Fahrerin dabei. Sie überzeugte letzte Woche als Vierte der Vuelta a Burgos (2.WWT). Dagegen fehlt dem belgischen Team leider die Vorjahresdritte Sarah Gigante, die von ihrem Oberschenkelbruch aus dem vergangenen August noch immer nicht ganz wieder hergestellt ist.
Die Neuseeländerin Niamh Fisher-Black (Lidl – Trek) hat dieses Jahr noch nicht ihre besten Beine gefunden, wenn das passiert, gehört sie aber am steilen Colle delle Finestre zweifellos zu den aussichtsreichsten Kletterinnen. Sie hat mit der 21-jährigen Kanadierin Isabella Holmgren, die im Vorjahr bereits Gesamtsiebte war, ein großes Talent an ihrer Seite.
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