--> -->

19.04.2026 | (rsn) - Quasi mit Ansage hat Topfavorit Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) das 60. Amstel Gold Race gewonnen. Im Zweiersprint besiegte der Belgier diesmal den Vorjahressieger Mattias Skjelmose (Lidl – Trek), der den Doppel-Olympiasieger und den diesmal nicht angetretenen Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) seinerzeit überraschend im Spurt geschlagen hatte. Damit erwischte Evenepoel einen perfekten Start in die Ardennenwoche, die am Mittwoch mit dem Flêche Wallone weitergeht.
Der Franzose Benoit Cosnefroy (UAE – Emirates – XRG) sicherte sich Platz drei aus der ersten Verfolgergruppe heraus, die am Ende des 257 Kilometer langen Rennens von Maastricht nach Berg en Terblijt genau 1:59 Minuten hinter dem Sieger das Ziel in Maastricht erreichte. Cosnefroys Landsmann Romain Grégoire (Groupama – FDJ) wurde zeitgleich Vierter vor dem Belgier Emil Verstrynge (Alpecin – Premier Tech). Der Schweizer Meister Mauro Schmid (Jayco – AlUla) belegte Rang sechs.
“Der Sieg hier bedeutet mir eine Menge. Ich hatte einen ziemlich guten Monat mit Katalonien und Flandern, aber ein Sieg ist immer noch mal etwas anderes“, betonte der 26-jährige Evenepoel im Ziel-Interview. “Ich fühlte mich im Finale viel besser als letztes Jahr. Das hat sich wohl auch im Sprint gezeigt“, so der Sieger, der seinen dänischen Konkurrenten im Spurt sogar um eine Sekunde distanzierte.
Ob er nun auch am Mittwoch beim Wallonischen Pfeil an den Start gehen wird, ließ Evenepoel nach seinem bereits siebten Saisonsieg offen: “Wir werden dieses Rennen analysieren und dann morgen entscheiden, ob ich am Mittwoch starte.“
Der deutlich geschlagene Skjelmose zeigte sich im Ziel alles andere als enttäuscht. “Ich bin sehr zufrieden. Remco war ganz sicher – wie schon letztes Jahr – der Stärkste. Da hatte ich noch Glück, jetzt hat er mich knapp mit besseren Beinen geschlagen“, erklärte der 25-Jährige. Er sei an den Anstiegen am Limit gewesen: “Mehr war nicht drin.“
Hinter Schmid landete der Belgier Mauri Vansevenant (Soudal – Quick Step) als Siebter vor Albert Withen Philipsen (Lidl – Trek) aus Dänemark und Ewen Costiou (Groupama – FDJ) aus Frankreich. Die Top Ten komplettierte zeitgleich der starke Italiener Marco Frigo (NSN), der aus der Gruppe des Tages übrig geblieben war.
Bester Deutscher war Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché) auf Rang 29 mit 2:55 Rückstand zum Sieger. Maximilian Schachmann (Soudal – Quick-Step) beendete das Amstel Gold Race in derselben Gruppe auf Position 44. Der Österreicher Felix Großschartner (UAE – Emirates – XRG) folgte zeitgleich fünf Positionen dahinter. Der Schweizer Marc Hirschi (Tudor) war knapp 40 Kilometer vor Schluss gestürzt und ausgestiegen. Insgesamt erreichten nur 67 Fahrer das Ziel.
Neun Ausreißer prägten den zunächst nicht sonderlich ereignisreichen Tag: Huub Artz (Lotto - Intermarché), Warren Barguil (Picnic - PostNL), Joseba López (Caja Rural), Siebe Deweirdt (Flandern - Baloise), Filip Maciejuk (Movistar), Marco Frigo (NSN), Xabier Mikel Azparren (Pinarello - Q36.5), Valentin Retailleau (Totalenergies) und Abram Stockman (Unibet - Rose Rockets) lösten sich nach zehn mit Attacken gespickten Rennkilometern. Zwischenzeitlich betrug ihr Vorsprung knapp fünf Minuten. Im Peloton übernahm Red Bull – Bora – hansgrohe früh die Kontrolle.
Bei der ersten Zielpassage 84 Kilometer vor dem Ende waren nur noch Frigo, Barguil, Artz, Azparren und Retailleau beisammen, ihr Vorsprung zum Feld betrug 1:10 Minuten. Der zum erweiterten Favoritenkreis zählende Julian Alaphilippe (Tudor) stieg in dieser Phase aus dem Rennen aus, nachdem er zuvor eine ganze Weile am Ende des Pulks gefahren war.
Den Lorberg, 54 Kilometer vorm Ziel, erreichten Frigo und Artz als letzte Übriggebliebene der frühen Gruppe mit 1:30 Minuten Vorsprung auf das Feld, wo Uno-X Mobility und Groupama – FDJ die Schlagzahl erhöhten. Das ließen sich die Roten Bullen nicht bieten, genauer gesagt deren Leader Evenepoel, der seine verbliebenen Helfer, Jan Tratnik und Gianni Vermeersch, lautstark anwies, das Tempo zu erhöhen.
Das Streckenprofil des 60. Amstel Gold Race | Foto: Veranstalter
Frigo schüttelte am Gulperberg auch noch Artz ab und machte sich mit rund einer Minute Vorsprung auf den Weg zum Kruisberg. Dort griff Grégoire aus dem Feld heraus an, Evenepoel reagierte schnell und fuhr das Loch zu. So bildete sich eine illustre Gruppe, zu der auch Skjelmose, Kevin Vauquelin (Ineos Grenadiers) und Matteo Jorgenson (Visma – Leae a Bike) gehörten. In der Abfahrt stürzten Jorgenson, Vauquelin und der eingeholte Artz. Der Franzose war in einer Linkskurve weggerutscht.
Im Feld kam in jener Abfahrt auch Marc Hirschi (Tudor) zu Fall, so dass das Rennen für die Cancellara-Equipe praktisch ebenso gelaufen war wie für Visma – Lease a Bike und Ineos Grenadiers, die einiges zur Tempoarbeit beigetragen hatten.
Evenepoel, Skjelmose und Grégoire holten im Anstieg zum Fromberg 36 Kilometer vor Schluss auch noch Frigo ein, der bereits im darauffolgenden Keutenberg abreißen lassen musste. Albert Whiten Philipsen (Lidl - Trek), Benoit Cosnefroy (UAE – Emirates - XRG), Alex Baudin (EF Education - EasyPost), Ewen Costiou (Groupama – FDJ) und Mauri Vansevenant (Soudal – Quick Step) lösten sich dort aus der ersten Verfolgergruppe, die in dieser Phase nur noch aus zwölf Fahrern bestanden hatte. Der Abstand zur Spitze betrug da bereits gut 20 Sekunden.
Kurz vor der zweiten Cauberg-Passage schlossen Mauro Schmid (Jayco - AUla), Emil Verstrynge und Senna Remijn (Alpecin – Deceuninck) zu den Verfolgern auf. Vorn musste Gregoire abreißen lassen. Evenepoel und Skjelmose sollten mit 12 Sekunden Vorsprung über den Zielstrich, die Verfolger lagen bereits 50 Sekunden hinter dem Duo.
Die Verfolger holten Gregoire in der zweiten Bemelerberg-Passage ein, hatten da schon mehr als eine Minute Rückstand auf das Spitzenduo. Bei der letzten Auffahrt zum Cauberg waren daraus 1:45 Minuten geworden. Die beiden Spitzenreiter probierten es nicht mehr mit Attacken, vielmehr lockte Evenepoel auf der Zielgeraden Skjelmose in die erste Position. Der drehte sich auf den letzten Metern immer wieder um, war aber machtlos, als sein Gegner knapp 200 Meter vor dem Ziel explosiv antrat und mit mehreren Radlängen Vorsprung über die Linie jagte.
Aus der Verfolgergruppe heraus sprintete Cosnefroy auf den letzten verbliebenen Podiumsplatz. An seinem Hinterrad wurde sein Landsmann Grégoire Vierter vor Verstrynge.
Results powered by FirstCycling.com