Nicht durch die Blume: Kritik an Vansevenant

Pedaleur de Charme: Cosnefroy gibt Rosenkavalier für Podiumsdamen

Von Kevin Kempf und Felix Mattis

Foto zu dem Text "Pedaleur de Charme: Cosnefroy gibt Rosenkavalier für Podiumsdamen"
Benoit Cosnefroy (UAE - Emirates - XRG) ließ auf dem Podium Blumen sprechen. | Foto: Cor Vos

19.04.2026  |  (rsn) – Zwei dritte Plätze innerhalb von drei Tagen im Ardennenvorland können sich für Benoit Cosnefroy (UAE – Emirates – XRG) sehen lassen. Nach Rang drei bei der Clasica Jaen (1.1) Mitte Februar in Spanien und erneut einem dritten Platz beim Brabantse Pijl (1.Pro) am Freitag wurde der Franzose nun auch beim Amstel Gold Race (1.UWT) Dritter – und zeigte sich danach zum wiederholten Male als 'Rosenkavalier' auf dem Podium.

Im Gegensatz zu Overijse am Freitag war er mit dem Ergebnis diesmal in Berg en Terblijt aber auch wirklich zufrieden. "Ich bin schon lange nicht mehr auf einem WorldTour-Podium gelandet, also bin ich wirklich sehr glücklich. Nach Brabantse Pijl war ich enttäuscht. Denn in der Situation, in der ich war, glaube ich, dass ich gewinnen hätte können. Heute war das Rennen vorne weg, die beiden waren einfach stärker. Und dahinter habe ich versucht, das Beste zu machen, um noch dieses Podium zu holen", erklärte der 30-Jährige am Mikrofon von CyclingPro.net.

In der Verfolgergruppe hinter den enteilten Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) war er wohl tatsächlich nicht nur im Zielsprint der Stärkste, sondern schien das auch unterwegs schon zu sein. Er war dort einer der wenigen echten Aktivposten, versuchte mit am vehementesten, den Rückstand zum Spitenduo in Grenzen zu halten.

"Es ist ein bisschen schade, wie es in der Verfolgergruppe gelaufen ist, weil es keine große Zusammenarbeit gab. Einige Teamkollegen derer, die vorne waren, wollten nicht mitführen. Das gehört dazu", sagte Cosnefroy, fügte dann aber hinzu:

Kritik an Vansevenant: "Vielleicht ist das seine Art, zu fahren"

"Mauri (Vansevenant, Soudal – Quick-Step, Anm. d. Red.) hätte uns ein bisschen helfen können, aber er ist nie eine Führung gefahren. Vielleicht ist das seine Art, zu fahren. Mit Alex Baudin (EF Education – EasyPost, Anm. d. Red.) dagegen bin ich sehr gut gefahren. Wir kennen uns sehr gut, wohnen nah beieinander und trainieren manchmal zusammen. Aber irgendwann waren auch meine Beine leer. Etwa eine Runde vor Ziel habe ich am Cauberg gemerkt, dass wir nie mehr rankommen werden."

So konzentrierte sich Cosnefroy auf der 21,6 Kilometer langen Schlussrunde wohl vor allem darauf, nun den Rest der Verfolgergruppe zu bezwingen und den dritten Platz klarzumachen. Das gelang ihm im Sprint der da noch achtköpfigen Gruppe, und so durfte der Franzose zum zweiten Mal in drei Tagen aufs Podium. Dort trank er sein Amstel-Bier in einem Zug aus, während Evenepoel und Skjelmose ihres ohne zu Nippen zurückstellten - und der Franzose wiederholte dort auch eine Geste, die er schon am Freitag beim Brabantse Pijl (1.Pro) zeigte.

Neues Markenzeichen? Cosnefroy beschenkt die Podiumsdamen

Wie dort in Overijse, so zog er nun auch in Berg-en-Terblijt eine Blume aus dem Podiums-Strauß, den er gerade bekommen hatte und gab die Blume der Hostess postwendend zurück. Im Brabant reagierte die mit einer Jubelgeste in Richtung Publikum und streckte ihre Blume lachend in die Luft, als sie zurück auf ihren Platz lief. In Limburg nun musste die hier zuständige Frau anschließend aber auch die Sträuße für Platz zwei und eins noch überreichen und gab ihre Blume daher erstmal wieder weiter – es war übrigens Sofie van Vliet, die Tochter von Amstel-Rennboss Leo van Vliet und als Teenagerin kurzzeitig die Freundin von Tom Boonen.

Für Cosnefroy dürfte das weniger von Bedeutung sein. Der Franzose zeigte sich wohl eher aus Prinzip oder aus Scherz als Gentleman – und wer weiß: Vielleicht kann er am Mittwoch beim Flèche Wallonne, bei dem er 2020 bereits Zweiter war, sein neues Markenzeichen gleich weiter festigen. Die Form jedenfalls, um auch an der Mur de Huy in Richtung Podium zu schauen, scheint er zu haben.

Beim Flèche Wallonne gleich die nächste Blumen-Szene?

"Viele haben mich gefragt, wann ich endlich Leader im Team bin oder wann man mir vertraut. Aber sie haben mir immer vertraut. Es geht nur darum, dass Rennen, Form und Moment zusammenpassen", sagte der im Winter von Decathlon zu UAE gewechselte Franzose. "Zu Saisonbeginn war meine Form noch nicht stark, sie kam Schritt für Schritt. Auch die Rennen in der Flandernwoche haben mir gutgetan, auch wenn ich dort kein Leader war - das ist normal, das passt nicht zu meinem Profil. Aber das Team hat mir immer vertraut. Jetzt zeigt es sich auch an meiner Rolle, weil Form und Rennen zusammenpassen."

Übrigens: Bei seinem ersten Podestplatz in dieser Saison, dem dritten Platz in Jaen im Februar, durfte sich die Podiumsdame noch nicht über eine Blume von Cosnefroy freuen. Allerdings hatte das einen simplen Grund: Dort gab es keinen Strauß, aus dem der 30-Jährige eine hätte herausziehen können.

Smoooooth, Benoît Cosnefroy. #agr #procycling

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— ednl (@ee1.nl) 19 april 2026 om 17:44
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