Mur de Huy bleibt das Epizentrum

Die Strecken des Flèche Wallonne der Männer und Frauen

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Die Strecken des Flèche Wallonne der Männer und Frauen"
Die Streckenkarte des Flèche Wallonne der Männer 2026 | Grafik: ASO

21.04.2026  |  (rsn) – Die Mauer von Huy wird am Mittwoch beim Flèche Wallonne (1.UWT / 1.WWT) wieder mal zum Epizentrum des Radsportgeschehens. Wie traditionell üblich, so steht die 'Mur' auch bei der 90. Ausgabe des Wallonischen Pfeils im Fokus und wird das Rennen entscheiden. Drei Mal müssen die Männer dort hinaufklettern, zwei Mal anschließend die Frauen bei ihrem immerhin auch schon 29. Auftritt in Huy.

Die steile Rampe mit einer offiziellen Länge von 1,3 Kilometern und durchschnittlich 9,6 Steigungsprozenten – je nach Quelle mit Spitzen von 18 bis 23 Prozent – ist eine Ikone im Weltradsport und als Schlussanstieg des Flèche für den Mittwochsklassiker der ASO Fluch und Segen zugleich.

Einerseits ist der Anstieg beliebt und sorgt für einzigartige Bilder, andererseits macht er das Rennen sehr vorhersehbar: So gut wie nie gelingt es jemandem, vor der Mur zu attackieren und dann bis ins Ziel an der Spitze zu bleiben. Entscheidend sind stets die Positionierung für die letzte Passage des Anstiegs, die Geduld für das richtige Pacing die steile Links-Rechtskombination hinauf sowie dann das richtige Timing für den finalen Antritt im Bergaufsprint auf den letzten knapp 200 Metern.

Entscheidung auf Rundkurs über Ereffe, Cherave und Mur

Fast immer wird der Flèche auf dieselbe Weise entschieden – auch wenn die Streckenführung im Finale Potenzial hätte, andere Szenarien zu ermöglichen. Denn seit 2015 bietet sich sechs Kilometer vor dem Ziel mit der Cote de Cherave noch eine späte Abschussrampe für Attacken. Die 1,5 Kilometer lange und 8,1 Prozent steile Steigung kurz vor Huy sorgt Jahr für Jahr – abgesehen von 2024, als man sie für ein Jahr strich, bevor sie 2025 zurückkam - auch für Tempoverschärfungen und Angriffsversuche. Da nach der Abfahrt aber noch 2,5 Kilometer flach an der Maas entlangführen und erst dann die Mur folgt, kommt jedoch selten jemand durch, der an der Cherave eine kleine Lücke reißen konnte.

2026 ist das Finale mit seinem Rundkurs südöstlich von Huy dasselbe wie im Vorjahr und wie 2023: eine 37,2 Kilometer lange Schleife, die in ihrer ersten Hälfte in südlicher Richtung nur leicht wellig ist, auf den letzten 20 Kilometern aber noch drei Anstiege bereithält: Cote d'Ereffe (2,1 km bei 5% im Schnitt), Cote de Cherave (1,5 km bei 8,1% im Schnitt) und Mur de Huy (1,3 km bei 9,6% im Schnitt). Die Kombination dieser Steigungen steht bei den Männern drei Mal und bei den Frauen zwei Mal im Programm, nachdem beide Geschlechter in Modave den finalen Rundkurs über unterschiedliche Anfahrten erreichen.

Die Strecke der Männer:

Das Streckenprofil des Flèche Wallonne der Männer 2026. | Grafik: ASO

Das Männerrennen beginnt in diesem Jahr in Herstal im Nordosten Lüttichs. Von dort geht es östlich um Stadt herum in Richtung Süden und nach 31 Kilometern wird mit der Cote de Trasenster (3,3 km bei 8,4% im Schnitt) die Kuppe des ersten klassifizierten Anstiegs des Tages erreicht. Auf ihn folgt kurze Zeit später die Cote des Forges (1,3 km bei 7,8% im Schnitt), die vielen von Lüttich-Bastogne-Lüttich bekannt ist, wo sie seit 2019 im Finale zwischen den berühmteren La Redoute und Roche-aux-Faucons erklommen werden muss.

Beim Flèche nun geht es schon bei Kilometer 40 drüber, bevor sich das Feld dann in südwestlicher Richtung auf und ab durch die Ardennen bewegt – in Richtung Durbuy, wo es übrigens auch eine 'Mur' gibt, an der seit 2022 Jahr für Jahr eine Etappe der Belgien-Rundfahrt endet. Kurz vor Durbuy aber wendet sich die Fahrtrichtung gen Nordwesten und nach 100 Kilometern wird in Modave der finale Rundkurs an dessen südlichstem Punkt erreicht: Es geht über Ereffe und Cherave nach Huy, ein erstes Mal die Mur hinauf und dann auf die zwei Schlussrunden der oben genannten 37,2-Kilometer-Schleife.

Die Strecke der Frauen:

Die Streckenkarte des Flèche Wallonne Femmes 2026. | Grafik: ASO

Während die Männer in den vergangenen Jahren ihren Startort immer wieder ändern, geht der Flèche der Frauen Jahr für Jahr auf dem Marktplatz von Huy los – also direkt am Fuß der Mur. Von dort begibt sich das Fahrerinnenfeld zunächst auf eine große Schleife, die jedes Jahr anders aussieht. 2026 geht es zunächst gen Westen an der Maas entlang nach Andenne und anschließend mit einer Südwestrunde durch die Hügel der Provinz Namur.

Bereits nach 10,5 Kilometern wartet die Cote de Bohissau (2,2 km bei 5,5% im Schnitt), nach 38,3 Kilometern die Cote de Courrière (1,4 km bei 7% im Schnitt) und nach 49,1 Kilometern die Cote de Durnal (2,3 km bei 4,6% im Schnitt). Bei Rennkilometer 86 dann – laut Marschtabelle zu dem Zeitpunkt, wenn die Männer gerade ins Ziel kommen - erreichen auch die Frauen den finalen Rundkurs nordwestlich von Modave. 

Auch sie nehmen Ereffe, Cherave und Mur de Huy jeweils ein erstes Mal in Angriff und müssen dann nach der ersten Zielpassage bei Kilometer 111 aber nur noch eine finale Runde auf der oben vorgestellten 37,2-Kilometer-Schleife fahren.

Das Streckenprofil des Flèche Wallonne Femmes 2026. | Grafik: ASO

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