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24.04.2026 | (rsn) – Mit seinem zweiten Etappensieg hat Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) souverän die Tour of the Alps (2.Pro) für sich entschieden. Der 22-jährige Italiener gewann die abschließende 5. Etappe der Giro-Generalprobe über 128,6 Kilometer von Trento nach Bozen und damit auch erstmals in seiner Karriere eine Rundfahrt.
Mit einer Attacke kurz vor dem Bonussprint 28 Kilometer vor dem Ziel schüttelte Pellizzari seine schärfsten Gegner ab und überquerte die Linie 30 Sekunden vor dem Kolumbianer Egan Bernal (Ineos Grenadiers), der im Sprint der nächsten Verfolger Tageszweiter vor dem entthronten Titelverteidiger Michael Storer (Tudor) und seinem niederländischen Teamkollegen Thymen Arensman wurde und damit auch noch im Gesamtklassement auf Rang zwei vorrückte.
Das holte sich Pellizzari mit letztlich deutlichen 40 Sekunden Vorsprung vor dem Kolumbianischen Meister und dem Vorjahreszweiten Arensman (+0:50). Storer beendete die Rundfahrt auf dem vierten Platz (+1:09) vor seinem französischen Mannschaftskollegen Mathys Rondel (+1:45).
“Es ist verrückt. Ich wusste, dass ich alles geben muss. Nicht für mich, sondern für mein Team. Die letzten drei Tage haben die Jungs einen superfantastischen Job gemacht. Ich habe heute nicht für mich gewonnen, sondern für sie. Sie verdienen das viel mehr als ich. Es war ziemlich schwer. Aber ich musste es für das Team schaffen“, sagte Pellizzari im Ziel-Interview nach seinem beeindruckenden Auftritt und fügte an: “Für mich ist es verrückt, dass ich jetzt hier stehe. Ich möchte nicht sagen, dass ich gewonnen habe – Red Bull – Bora – hansgrohe hat die Tour of the Alps gewonnen.“
Für Pellizzari war der vierte Sieg als Profi zugleich der erste im Gesamtklassement eines Etappenrennens - und der gelang ihm auch noch unweit seiner Heimat. Dabei hatte es anfangs nicht unbedingt danach ausgesehen, wie der Mann aus den Marken zugab. “Die ersten Tage fühlte ich mich gar nicht so gut und ich hatte wenig Vertrauen in mich. Aber das Team hat mich sehr gut unterstützt und das hat sich bezahlt gemacht“, erklärte er.
Zu den Gewinnern der Rundfahrt gehörte auch Lennart Jasch (Tudor). Nach seinem gestrigen Etappensieg mischte der Devo-Fahrer erneut in der Gruppe des Tages mit und sicherte sich mit dem ersten Bergpreis auch das blaue Trikot des besten Kletterers der Tour of the Alps.
Pellizzari wurde auch als bester Jungprofi ausgezeichnet. Sein Landsmann Tommaso Dati (Ukyo) zog im Kampf um das Rote Trikot noch am punktgleichen Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) vorbei. Red Bull gewann die Teamwertung vor Ineos Grenadiers.
Zum großen Finale der Giro-Generalprobe mussten die Fahrer auf nur 128,6 Kilometern nochmals fast 2.900 Höhenmeter bewältigen. Nicht mehr zum Start erschienen der Schweizer Alexandre Balmer (Solution Tech) und der gestrige Etappenzweite Matteo Sobrero (Lidl – Trek). Nachdem er gestern das Bergtrikot an Sean Quinn (EF Education – EasyPost) hatte abtreten müssen, ging Emanuel Zangerle vom Team Vorarlberg schon am nur wenige Kilometer nach dem Start anstehenden, nicht-kategorisierten Palù di Giovo in die Offensive. Doch die große Gruppe um den Österreicher wurde schnell gestellt, ehe sich Mark Donovan (Pinarello – Q36.5) in der Abfahrt davonmachte.
Zum Briten schlossen im folgenden Flachstück elf weitere Fahrer auf, darunter der gestrige Etappensieger Jasch, der Österreicher Rainer Kepplinger (Bahrain Victorious) und auch Pidcock, der das dritte Teilstück gewonnen hatte. Bis zum Fuß des Anstiegs zur Kalterer Höhe (2. Kat.) hatte die Gruppe einen Vorsprung von knapp drei Minuten. Mehr war auch deshalb nicht drin, weil Vicente Rojas (Bardiani - CSF 7 Saber), der im Gesamtklassement bestplatzierte der Ausreißer, nur eine Minute Rückstand auf Pellizzari hatte.
Jasch holte sich den ersten Bergpreis und übernahm dank der dafür erhaltenen sechs Punkte die Führung in der Sonderwertung. In der Anfahrt zur ersten Zielpassage in Bozen hielt Red Bull den Rückstand konstant. Auf dem Weg zum letzten Bergpreis dieser TotA, dem 12,7 Kilometer langen und sieben Prozent steilen Anstieg nach Nobls (1. Kat.) fiel die Spitzengruppe auseinander. Der virtuelle Gesamtführende war einer derjenigen Fahrer, die den Anschluss verloren.
Das Streckenprofil der 5. Etappe Tour of the Alps | Foto: Veranstalter
Zugleich erhöhte Jayco – AlUla im Feld das Tempo, so dass der Abstand schnell schrumpfte. Als der nur noch gut eine Minute betrug, beschleunigte Pidcock rund 4,5 Kilometer vor dem Ziel und schüttelte bis auf Juan Felipe Rodriguez (EF Education – Oatly) alle seine Begleiter ab. Als der Vorsprung der Spitze wieder etwas zunahm, spannte sich Ineos vor die Favoritengruppe und erhöhte die Schlagzahl.
Erst kurz vor der Bergwertung übernahm Rodriguez die Führung und holte sich zehn Punkte vor Pidcock, die nur noch rund 20 Fahrer umfassende Favoritengruppe folgte eine halbe Minute dahinter. Jasch war dort zwar nicht mehr dabei, hatte aber das Bergtrikot sicher und musste nur noch das Ziel erreichen - was ihm auch gelingen sollte.
In der Abfahrt schüttelte Pidcock dann auch noch Devo-Fahrer Rodriguez ab. Der aber kam zurück und wurde seinerseits den Briten an der zweiten Überquerung des Anstiegs nach Nobls los. Kurz darauf war es aber auch um den Kolumbianer geschehen, weil Pellizzaris letzter Helfer Giovanni Aleotti mit einer massiven Tempoverschärfung das Finale einläutete.
Rund 2,5 Kilometer vor dem Bonussprint trat der Träger des Grünen Trikots an und sicherte sich sechs zusätzliche Sekunden vor Bernal, der sich zehn Sekunden später derer vier gutschreiben ließ, und Storer (2), der kurz dahinter gemeinsam mit Arensman ein Verfolgerduo bildete, das kurz darauf zu Bernal aufschloss. An der Kuppe in Nobls betrug Pellizzaris Vorsprung gegenüber seinen nächsten Verfolgern 15 Sekunden. Die letzte Abfahrt nahm der Spitzenreiter sogar 25 Sekunden vor seinen Verfolgern in Angriff.
Die kamen auf den letzten Kilometern nicht mehr an Pellizzari heran und kämpften schließlich nur noch um Platz zwei, den Bernal vor Storer und Arensman ersprintete.
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