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20.04.2026 | (rsn) – Bei der Tour of the Alps (2.Pro) stehen 113 Athleten am Start – und nicht einer von ihnen ist ein reinrassiger Sprinter. Bei den fünf Tagen in Norditalien fühlen sich traditionell vor allem die Bergfahrer wohl und so überrascht es nicht, dass Red Bull – Bora – hansgrohe mit Giulio Pellizzari an der Spitze seines Aufgebots ebenfalls einen echten Kletterer aufgestellt hat.
Aufnehmen muss es der 22-Jährige unter anderem mit Titelverteidiger Michael Storer (Tudor), Thymen Arensman (Ineos Grenadiers), der das Rennen 2022 als Dritter und letztes Jahr als Zweiter beendete, dessen Teamkollegen Egan Bernal sowie Ben O’Connor (Jayco – AlUla), dem Zweiten von 2024, und dem Vorjahresdritten Derek Gee-West (Lidl – Trek). Außerdem hat sich mit Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) ein unerwarteter Gast spät angemeldet.
Für Pellizzari ist der Auftritt bei der Tour of the Alps etwas ganz Besonderes. “Jedes Jahr bitte ich darum, teilnehmen zu dürfen, weil das Rennen eine hervorragende Vorbereitung auf den Giro d’Italia darstellt“, erzählte er bei der Pressekonferenz des Veranstalters. Schon bei seiner ersten Teilnahme 2023 konnte er eine Duftmarke setzen. Als 19-Jähriger wurde er im Olympiaort Predazzo aus einer starken Ausreißergruppe heraus Dritter. Im Folgejahr maß er sich im Bardiani-Trikot mit den Besten, wurde Tageszweiter in Schwaz und Gesamtachter. Doch nach dem Wechsel zu Red Bull tauchte die Rundfahrt 2025 nicht in seinem Rennkalender auf.
In seiner zweiten Saison für die Raublinger ist er aber wieder dabei – und er hat große Ziele vor Augen. “Seit Nibali im Jahr 2013 hat kein Italiener mehr die oberste Stufe des Podiums erreicht: Der Nächste zu werden, hätte eine große Bedeutung“, träumte er vom großen Wurf 20 Tage vor Beginn der Italien-Rundfahrt, bei der er, wie bei der letztjährigen Vuelta, mit Jai Hindley die Doppelspitze bilden soll. “Nach einer Lehrsaison, in der ich sehr viel gelernt habe, gibt mir das Team in diesem Jahr schöne Möglichkeiten, mein eigenes Rennen zu fahren“, fügte der Italiener an.
Mit einem Sieg hat es dabei bisher zwar noch nicht geklappt, aber mit fünf Podiums- und drei weiteren Top-Sechs-Platzierungen an 16 Renntagen war er konstant in den vordersten Positionen zu finden. Bei der Tour of the Alps wird die Giro-Doppelspitze noch nicht getestet – Pellizzari stehen stattdessen einige junge Leute zur Seite, unter anderem der U23-Weltmeister, der Anfang April in Italien zwei 1.2U-Rennen eindrucksvoll für sich entschied.
“Lorenzo Finn wird dabei sein. Er wird die Gelegenheit haben, seinen Wert zu zeigen“, kündigte Pellizzari an. Auch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.2U) war der 19-jährige Devo-Fahrer am Samstag Teil der Spitzengruppe; genau wie Max Bock, der mit Ben Zwiehoff und Emil Herzog in Italien die deutsche Fraktion bei Red Bull bildet. Außerdem stehen der Russe Aleksandr Vlasov und der Italiener Giovanni Aleotti am Start.