Seixas zu jung für Lüttich?

Evenepoel: “Tadej und ich haben ein bisschen mehr Ausdauer“

Von Sebastian Lindner

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Remco Evenepoel vor Lüttich-Bastogne-Lüttich | Foto: Cor Vos

25.04.2026  |  (rsn) – “Ich fahre, um zu gewinnen.“ Zumindest an seinem Ziel ließ Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf einer Pressekonferenz vor Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.UWT) keine Zweifel aufkommen. Ebenso wenig daran, wer wohl sein größter Konkurrent sein wird. “Es ist logisch, dass er der Top-Favorit ist. Er gewinnt fast jedes Rennen, bei dem er an den Start geht. Das spricht für sich selbst.“ Gemeint ist natürlich Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), Titelverteidiger und ohnehin Maß so ziemlich aller Dinge im aktuellen Radsport.

Auf der Rechnung hat Evenepoel auch das neueste Supertalent der Szene, Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM). Allerdings nicht ganz so weit oben auf der Liste wie vielleicht manch anderer. Er zählt den Franzosen zu den Top-5-Kandidaten. Grund dafür: die Distanz, die es bei Lüttich zurückzulegen gibt. “Er ist hier noch nie gefahren (zumindest nicht bei der Elite; das Junioren-Rennen hat er 2024 gewonnen, Anm. d. Red.). Er ist erst 19 und es warten 260 Kilometer“, so der Belgier. “Tadej und ich haben ein bisschen mehr Ausdauer bei Rennen wie diesem.“

Es wäre nicht überraschend, wenn er in der letzten Stunde Probleme bekäme, sagte Evenepoel weiter. “Sechs Stunden Rennen fahren ist etwas ganz anderes als vier.“ Auch wenn vor dem Winter ohnehin noch vieles anders war, haben das in Ansätzen auch die langen Kanten des letzten Jahres gezeigt. Bei der Weltmeisterschaft in Kigali belegte Seixas über 267 Kilometer Platz 13 mit neun Minuten Rückstand. Bei seinem ersten Monument, der Lombardei-Rundfahrt, auch 240 Kilometer lang, wurde er mit gut vier Minuten Rückstand Siebter.

Etwas mehr als drei Minuten fehlten Evenepoel vor einem Jahr in Lüttich auf Pogacar, es reichte am Ende gerade mal für die Top 60. “Ich habe mich im letzten Jahr bereit gefühlt, aber es hat sich dann nicht so entwickelt wie geplant“, sagte Evenepoel, der sich dieses Jahr aber besser aufgestellt sieht. Auch, weil er den Flèche in diesem Jahr ausgelassen hat. “Frische Beine sind alles. So, wie sich die Rennen heute entwickeln, musst du vom ersten echten Move an bereit sein. Ich gehe davon aus, dass ich dieses Jahr weiterkomme. Ich starte mit mehr Zuversicht und in besserer Form.“

Die Hoffnung, dass es endlich mal zu großen Zweikampf zwischen ihm und Pogacar kommt: Sie lebt. Vor einem Jahr verhinderte Evenepoels Schwäche das große Duell, im Jahr davor seine Abwesenheit. 2023 stürzte Pogacar mit Kahnbeinbruch aus dem Rennen.

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