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12.05.2026 | (rsn) – Auf der 4. Etappe der Tour Down Under (2.UWT) war er gestürzt, erst zum 109. Giro d’Italia (2.UWT) kehrte Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) ins Feld zurück. Und auf der 4. Etappe von Catanzaro nach Cosenza verlieh er seinem Comeback mit seinem insgesamt dritten Tageserfolg bei Italien-Rundfahrten Glanz. Nach 138 Kilometern verwies der Ecuadorianer im Sprint den Venezolaner Orluis Aular (Movistar) auf den zweiten Platz.
Dessen Team hatte am einzigen Berg des Tages im Alleingang das Feld auf 42 Fahrer reduziert. Neben den Sprintern hatte auch der Gesamtführende Guillermo Silva (XDS – Astana) den Anschluss verloren. Dessen Rosa Trikot übernahm der Italiener Giulio Ciccone (Lidl – Trek), der vor dem Briten Ben Turner (Netcompany – Ineos) und Landsmann Alessandro Pinarello (NSN) Dritter wurde.
“Das ist eine große Sache für mich. Ich habe drei Monate lang in Ecuador trainiert. Danke an meine Familie, meine Frau, meine Teamkollegen, die mir in dieser Zeit sehr geholfen haben“, erinnerte Narvaez im Flash-Interview an die Phase seit der Tour Down Under. Eine weitere schwere Zeit drohte der Giro zu werden, nachdem UAE – Emirates zum Auftakt in Bulgarien mit Jay Vine, Marc Soler und Adam Yates gleich drei Fahrer verloren hatte. “Natürlich ist der Sieg heute für unsere Teamkollegen, die auf der 2. Etappe gestürzt sind. Sie haben hart gearbeitet, kamen hierher, und dann passierte das…“, so der Ecuadorianische Meister im Ziel weiter.
Mannschaft des Rennens war Movistar, das für Aular alles in die Waagschale geworfen hatte. Am Ende standen die Spanier aber mit leeren Händen da, die Hauptpreise gingen an UAE und Lidl, die den ganzen Tag nicht an der Spitze des Feldes zu sehen gewesen waren. “Aber am Ende zählten nur die letzten 700 Meter nach der letzten Kurve und wer dort die besten Beine hat“, resümierte Narvaez, der 2020 und 2024 schon beim Giro erfolgreich war.
Florian Stork (Tudor) führte virtuell in der Gesamtwertung, als Silva am Anstieg des Tages abgehängt wurde. Bei den zwei Möglichkeiten auf Bonussekunden im Finale konnte er diese aussichtsreiche Position aber nicht in das Rosa Trikot umwandeln. Als Elfter wurde er bester Deutscher, auch Felix Engelhardt (Jayco – AlUla) und Ben Zwiehoff (Red Bull – Bora – hansgrohe) kamen mit der Kopfgruppe ins Ziel.
“Im Finale war es sehr technisch und schwierig, das richtige Hinterrad zu finden. Auf der Zielgeraden hatte ich die Beine einfach nicht. Es ging da viel um Beschleunigung. Und da sind die Bergfahrer schon im Vorteil. Und was die Beschleunigung angeht, ist Ciccone einer der besten Fahrer der Welt“, kommentierte der 29-jährige Stork das Ergebnis.
Ciccone liegt im Klassement jeweils vier Sekunden vor Jan Christen (UAE – Emirates – XRG), Stork und Egan Bernal (Netcompany – Ineos), der zwischenzeitlich die Spitzengruppe nicht halten konnte und erst im Finale wieder an sie herankam. Diego Pablo Sevilla (Polti – VisitMalta) kam erstmals nicht in die Gruppe des Tages, verteidigte sein Bergtrikot aber, ohne seinem Konto weitere Zähler hinzuzufügen.
Jan Christen ist neuer Spitzenreiter im Kampf ums Weiße Trikot, das er vertretungsweise bereits trug. Paul Magnier (Soudal – Quick-Step) bleibt im Punktetrikot. EF Education - EasyPost übernahm die Führung in der Teamwertung.
Schon auf dem ersten Kilometer lösten sich Darren Rafferty (EF Education – EasyPost), Niklas Larsen (Unibet – Rose Rockets), Martin Marcellusi (Bardiani – CSF – 7 Saber), Warren Barguil (Picnic – PostNL), Johan Jacobs (Groupama – FDJ United) und Mattia Bais (Polti – VisitMalta) aus dem Feld. Da Rafferty im Klassement nur zehn Sekunden hinter dem Rosa Trikot lag, konnte das Feld die Zügel nicht schleifen lassen und stellte seinen Rückstand auf ungefähr zwei Minuten ein.
Den Zwischensprint 57 Kilometer vor dem Ziel sicherte sich Bais, da lagen die Verfolger nur noch eine Minute hinten. Weil Movistar am direkt folgenden einzigen Berg des Tages den Druck mächtig erhöhte, sank der Rückstand schnell weiter. Die meisten Sprinter und Silva gingen am 14,4 Kilometer langen Anstieg der 2. Kategorie über Bord, bevor die letzten Ausreißer rund 50 Kilometer vor dem Ziel eingeholt wurden.
Das Streckenprofil der 4. Etappe des Giro d‘Italia | Foto: Veranstalter
Noch im Anstieg schüttelte Movistar mit Bernal sogar einen Kletterspezialisten ab. Die Bergwertung 43 Kilometer vor dem Ziel gewann kampflos Nelson Oliveira (Movistar). In der Abfahrt hatte Derek Gee-West (Lidl – Trek) Defekt und fiel zu Bernal, dessen Teamkollegen Turner und Filippo Zana (Soudal – Quick-Step) zurück. Diese Gruppe schaffte erst 15 Kilometer vor dem Ziel wieder den Anschluss.
Wenig später stand der Zwischensprint an, bei dem sich auch Stork und Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) in den Kampf um die Bonussekunden einmischten. Als Erster spurtete aber Jan Christen über den Wertungsstrich. Zweiter wurde Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) vor Ciccone, wogegen Stork leer ausging.
Danach ließ sich Christen im noch rund 40-köpfigen Feld weit zurückfallen, um 1,7 Kilometer vor dem Ziel wie aus dem Nichts nach vorn zu schießen und mit seiner Attacke im technischen Finale eine Lücke zu reißen, die erst eingangs der letzten 400 Meter wieder zugefahren wurde. Aular kam früh in den Wind und aus dritter Position schoss Narvaez vor und holte sich souverän den Sieg.
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