Die Stimmen zur 6. Etappe des Giro d‘Italia

Ackermann: “Es war 70 zu 30, dass wir nicht durchkommen“

Von Kevin Kempf

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Pascal Ackermann (Jayco - AlUla) | Foto: Cor Vos

14.05.2026  |  (rsn) – Auf der 6. Etappe des Giro d’Italia kam es in Neapel zum erwarteten Massensprint. Das Peloton nahm erst auf den letzten acht Kilometern richtig Fahrt auf. Unibet – Rose Rockets übernahm das Kommando und kam auch mit zwei Fahrern zuerst in die letzte Kurve. 

Dort stürzten die beiden allerdings und einige Fahrerinnen hinter ihnen auf dem nassen Kopfsteinpflaster, wodurch Davide Ballerini (XDS – Astana) und Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step) plötzlich allein vor dem Feld lagen. Auf den letzten 350 Metern kam der Belgier nicht mehr am Italiener vorbei.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 6. Etappe des Giro d’Italia:

Davide Ballerini (XDS – Astana / Sieger / Flash): "Ich habe daran gedacht, eine Etappe beim Giro zu gewinnen. Aber heute war es nicht der Plan. Unser Sprinter war Malucelli. Ich habe versucht, alles für ihn zu geben. Als wir in die letzte Kurve kamen, habe ich gesehen, dass die ersten zwei Fahrer gestürzt sind. Ich bin auf die Zielgerade gefahren und im Radio haben sie zu mir gesagt: “Go, go, go! Bis ins Ziel! Du hast eine Lücke!“ Ich bin losgesprintet und habe gehofft, dass die Ziellinie so schnell wie möglich kommt.“

Paul Magnier (Soudal – Quick – Step / Dritter / Eurosport): "Ich glaube, ich war einer der Stärksten. Es war ein gutes Finale für mich. Ich war auch gut positioniert. Leider sind die Fahrer vor mir gestürzt. Das hat mich aufgehalten und ich habe Geschwindigkeit verloren. Ich bin fast auf Groenewegen gefallen. Dann bin ich losgesprintet, aber ich war etwas zu spät dran. Ich bin enttäuscht, dass ich keine Chance hatte, eine weitere Etappe zu gewinnen.“

Jensen Plowright (Alpecin – Premier Tech / Vierter / Pro Cycling Net): "Ich hatte einen Steven-Bradbury-Moment. Ich war ziemlich weit hinten. Ich konnte mich irgendwie durchmogeln in der Kurve. Der vierte Platz ist schön. In der letzten Kurve war es brutal. Planckaert hat mich 1,5 Kilometer vor dem Ziel abgesetzt. Es war ein langer Weg, um mich alleine durchzukämpfen. Ich musste hart arbeiten, um wieder nach vorne zu kommen."

Pascal Ackermann (Jayco - AlUla / 17. / Eurosport): "Ich würde sagen, dass ich richtig richtig gut bei Magnier am Rad positioniert war. In der letzten Rechtskurve, habe ich es verloren, weil der hinter einem Stand, der gefallen ist. Die Zielkurve war leicht nass. Eigentlich wussten wir vorher schon: Es ist 70 zu 30, dass wir nicht durchkommen. Wir haben alle schon gefragt, ob das sein muss. Aber das Spektakel ist wieder da. Sie haben uns stürzen sehen. Ich weiß nicht, ob wir das brauchen."

Jonathan Milan (Lidl - Trek / 107. / Eurosport): “Zum Glück bin ich nicht gestürzt, ich konnte gerade so noch absteigen. Vor mir sind sie aber richtig gestürzt. Es war nicht ihr Fehler. Wir wissen, dass es auf dieser Art Kopfsteinpflaster bei Regen extrem rutschig werden kann. Ich weiß wirklich nicht, warum wir so komplizierte Ankünfte aufsuchen müssen. Ich verstehe es wirklich nicht. Dass es regnet, ist immer eine Möglichkeit. Vor ein paar Jahren sind wir noch geradeaus gefahren. Aber jetzt haben zwei Tropfen Wasser ein riesiges Chaos verursacht. Scheinbar versuchen die Organisatoren etwas Hype zu kreieren.“

Christian Scaroni (XDS - Astana / 110. / Eurosport): “Normalerweise ist Malucelli unser Sprinter. Aber in der letzten Kurve gab es dann den Sturz. Ballerini hat die Chance ergriffen, er war unglaublich. Wir haben heute auch Glück gebraucht. Es ist ein unglaublicher Start in den Giro für das Team. Wir hätten nicht erwartet, jetzt bereits zwei Etappen gewonnen zu haben. Jetzt hoffen wir auf den dritten Sieg, vielleicht mit mir.“

Arjen Livyns (XDS – Astana / 154. / Eurosport): "Ich bin mit einer Pizza zum Bus zurückgefahren. Bettiol hat seiner Frau eine Nachricht gesendet, wenn wir die Etappe gewinnen, muss sie uns Pizza bringen. Sie war wohl sehr zuversichtlich, weil sie sie schon vorher bestellt hat."

Dylan Groenewegen (Unibet – Rose Rockets / 158. / Eurosport): “Ein Unfall kann im Sprint passieren. Es war wirklich glatt. Das kann passieren. Die Schulter ist jetzt wieder steif. Ich bin wirklich stolz aufs Team, die Jungs haben einen Superjob gemacht. Am Ende hatten wir einfach Pech. Das ist enttäuschend. Aber wir blicken schon voraus auf die nächste Chance. Das sagt sich immer einfach, aber ich denke schon, dass wir eine Etappe gewinnen können.“

Orluis Aular (Movistar / 162. / Eurosport): "Es ist mir nicht viel passiert. Es ist schade, weil wir in einer guten Position waren. Ich habe versucht, ein bisschen Abstand zu halten. Dann wollte ich es probieren. Aber das Kopfsteinpflaster hat das nicht zugelassen. Es war einfach die Bremse auf dem nassen Pflaster, die den Sturz verursacht hat."

Christian Pömer (Sportlicher Leiter Red Bull – Bora - hansgrohe / Eurosport): "Anfangs hatten wir auch ein ganz schlechtes Gefühl bei Nico. Zum Glück hatten wir unseren Teamarzt im zweiten Auto. Der hat drei oder vier Checks mit Nico gemacht. Er konnte weiterfahren und jetzt müssen wir gucken, wie es ihm wirklich geht. Er hat jedenfalls offensichtlich keine Gehirnerschütterung und keine großen Gesundheitsprobleme. Ich habe ihn jetzt erstmal allein gelassen. Er war ziemlich wütend über den blöden Crash. Es ist außerdem ziemlich frustrierend, so früh im Giro zu stürzen. Wir werden später mit ihm reden, aber ich denke, dass es ihm gut geht.“

Wout Poels (Unibet – Rose Rockets / 99. / Eurosport): "Ich habe nichts gesehen, weil ich weiter hinten war. Aber es ist wirklich Pech. Wir haben einen wirklich guten Job gemacht und alles war trocken. In den letzten zwei Kilometern hat es dann zu nieseln angefangen. Es war superrutschig."

Bas Tietema (Teamchef Unibet – Rose Rockets / Eurosport): "Erstmal möchte ich sagen, dass wir enorm stolz sind, wie die Jungs die letzten rund 7 Kilometer gefahren sind. Wir waren das Team, das bis zur letzten Kurve dominierte. Wir haben aber nicht gewonnen und müssen dementsprechend vorausblicken. Aber die Art und Weise wie wir gerade auf den Flachetappen fahren, ist sehr vielversprechend. Bis zur letzten Kurve lief eigentlich alles perfekt. Was da passiert ist…keine Ahnung. Es schien glatt zu sein."

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