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14.05.2026 | (rsn) – Massenstürze sorgen beim 109. Giro d'Italia (2.UWT) für großen Unmut unter den Fahrern. Nach dem Crash am Ende der 1. Etappe in Budapest und dem nächsten Unfall am Tag danach 25 Kilometer vor dem Ziel des zweiten Tagesabschnitts kamen auch im Sprintfinale der 6. Etappe mehrere Profis 350 Meter vor Schluss zu Fall. Danach machten zahlreiche Profis ihrem Ärger über die Streckenführung speziell in Neapel Luft.
Auf dem nassen Kopfsteinpflaster stürzten zuerst Dylan Groenewegen (Unibet – Rose – Rockets) und sein Anfahrer Eimar Reinders sowie fünf nachfolgende Profis. Weitere mussten ausklicken und konnten nicht mehr um den Sieg sprinten. Der Italiener Davide Ballerini (XDS – Astana) profitierte von dem Chaos und gewann seine erste Grand-Tour-Etappe.
Bereits vor dem Start in Paestum äußerten einige Fahrer Bedenken, ob alles glatt laufen würde. “Heute hofft das ganze Feld, dass es wenigstens in Neapel trocken ist, denn jeder weiß, die Straßen in Neapel sind brutal glatt“, sagte Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) am Mittag zu Eurosport. Doch sein Wunsch nach trockenen Straßen wurde nicht erfüllt.
Statt eines Sprints auf einer breiten Straße am Hafen war der letzte Kilometer technisch anspruchsvoll. Etwa 600 Meter vor dem Ziel führte eine Linkskurve auf Kopfsteinpflaster. Von dort ging es leicht bergauf über eine 180-Grad-Wende auf die 350 Meter lange Zielgerade.
Genau diese letzte Kurve verursachte den Sturz. Groenewegen war von seinem Team perfekt positioniert worden und hatte Reinders noch vor sich. Der holte in der Kurve auf der Außenbahn weit aus und rutschte am Kurvenausgang weg. Seinem Kapitän passierte das Gleiche.
Dahinter fielen Orluis Aular (Movistar), Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM), Jan Christen (UAE – Emirates – XRG) und Ballerinis Sprintkapitän Matteo Malucelli. Jonathan Milan (Lidl – Trek) konnte gerade noch ausklicken, Paul Magnier (Soudal -Quick – Step) wurde aufgehalten und wurde dann aber immerhin noch Dritter. Etappensieger Ballerini und der Zzeitplatzierte Jasper Stuyven (Soudal – Quick – Step) waren vorne die einzigen Fahrer, die die Innenbahn wählten. Sie kamen ohne Probleme durch die Kurve.
“Wir wissen, dass es auf dieser Art Kopfsteinpflaster bei Regen extrem rutschig werden kann. Ich weiß wirklich nicht, warum wir so komplizierte Ankünfte aufsuchen müssen“, kritisierte Milan nach der Etappe und fügte sarkastisch an: “Scheinbar versuchen die Organisatoren, etwas Hype zu kreieren.“
Auch Ackermann, der Rang 17 belegte, sah sich im Ziel bestätigt. “Es ist 70 zu 30, dass wir nicht durchkommen. Wir haben uns alle schon gefragt, ob das sein muss. Aber das Spektakel ist wieder da. Sie haben uns stürzen sehen", sagte er Eurosport. Die Kritik scheint berechtigt.
Bereits im vergangenen Jahr gab es auf der Sprintetappe nach Neapel in einem Vorort einen schweren Sturz. Mehrere Fahrer mussten aufgeben. Damals rutschten die Fahrer scheinbar ohne Grund auf nasser Straße weg. Christian Pömer lieferte heute eine mögliche Erklärung.
“Wir wissen alle, dass die Straßen in dieser Gegend sehr rutschig sind, wenn sie nass werden. Leider lernen wir nie daraus und kommen trotzdem jedes Jahr zurück“, sagte der Sportliche Leiter von Red Bull – Bora – hansgrohe im Ziel zu Eurosport. Die Stadt am Vesuv war dieses Jahr zum fünften Mal in Folge der Zielort eines Tagesabschnitts des Giro d’Italia.
Nur 2022 kam es nicht zu einem Massensprint. Die damalige Strecke führte über einige kurze Anstiege entlang der Küste und war eher ein Tag für Klassikerfahrer. Möglicherweise könnte ein selektiveres Etappenprofil in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass das Feld deutlich reduziert wird und nur eine kleine Gruppe um den Sieg sprintet.
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