Niedermaier nach starkem Auftritt Fünfte

Bredewold gelingt im Baskenland das Auftakt-Triple

Von Matthias Seng

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Mischa Bredewold (SD Worx – Protime) hat die 1. Etappe der Itzulia Women gewonnen. | Foto: Cor Vos

15.05.2026  |  (rsn) – Mischa Bredewold (SD Worx – Protime) ist wie in den beiden vergangenen Jahren mit einem Sieg in die Itzulia Women (2.WWT) gestartet. Die 25-jährige Niederländerin entschied die 1. Etappe der 5. Baskenland über 121,3 schwere Kilometer mit Start und Ziel in Zarautz im Sprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe deutlich vor ihren Landsfrauen Yara Kastelijn (Fenix - Premier Tech) und Riejanne Markus (Lidl – Trek) für sich.

Tagesvierte wurde die Britin Lauren Dickson (FDJ United – Suez) vor der Rosenheimerin Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM – zondacrypto), die ihr erstes Rennen seit Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.WWT) bestritt und nach einer beeindruckenden Vorstellung mit zwei Sekunden Rückstand Fünfte wurde. 18 Sekunden hinter der Spitze führte die Friedrichshafenerin Liane Lippert (Movistar) die erste Verfolgerinnengruppe ins Ziel und sicherte sich den sechsten Platz. Mit Ricarda Bauernfeind (Lidl – Trek) auf Platz neun landete eine weitere deutsche Fahrerin in den Top Ten.

“Ich bin glücklich, es war hart, aber es war ein guter Tag“, kommentierte Bredewold im Flash-Interview kurz und knapp ihren insgesamt fünften Tagessieg im Baskenland. “Antonia (Niedermaier) hat am Anstieg ein super hartes Tempo eingeschlagen und vor diesem Anstieg war ich wirklich nervös. Ich weiß nicht wie, aber ich habe mich wirklich selbst überrascht, weil Kletterspezialistinnen, die mich normalerweise leicht abhängen, sind rechts und links an mir vorbei zurückgefallen. Das hat mir Selbstvertrauen gegeben“, erläuterte sie kurz darauf die Szene, in der Niedermaier mit ihrer Tempoverschärfung die entscheidende Gruppe initiierte.

“Da war die Kooperation zwar nicht so gut, aber hinter uns war sie noch schlechter. Im Finale hat Riejanne dann erwartungsgemäß attackiert, etwas früher als erwartet, aber zum Glück konnte ich den Sprint dann bis zur Linie durchziehen“, fügte Bredewold an.

Nach ihrem zweiten Saisonsieg führt die zweimalige Itzulia-Zweite die Gesamtwertung der dreitägigen Rundfahrt mit sieben Sekunden Vorsprung auf Kastelijn an. Markus (+0:08) folgt mit achte Sekunden Rückstand auf Rang drei. Hinter Dickson (+0:11) ist Niedermaier (+0:15), die am vorletzten Anstieg des Tages die fünfköpfige Spitzengruppe initiiert hatte, auch Fünfte des Gesamtklassements, Lippert (+0:31) folgte zwei Positionen dahinter. Bredewold ist auch Führende der Punktewertung, Kastelijn steht an der Spitze der Bergwertung.

So lief die 1. Etappe der Itzulia Women:

Ohne Ashleigh Moolman-Pasio (AG Insurance – Soudal), die als eine der Mit-Favoritinnen kurz vor dem Start aus dem Aufgebot genommen wurde, begann die 5. Baskenland-Rundfahrt der Frauen. Dafür kehrte ihre Teamkollegin Justine Ghekiere nach ihrem schweren Sturz Ende März bei Sanremo Women (1.WWT) wieder ins Feld zurück. Das ließ zunächst keine Ausreißerinnen ziehen.

Kurz bevor es bei wechselhaftem Wetter zur Rennhälfte in den acht Kilometer langen und 6,6 Prozent steilen Santa-Ageda-Anstieg (2.Kat.) hinein ging, zog FDJ United - Suez das Tempo an und holte sich durch Évita Muzic (3), Léa Curinier (2) und Marie Le Net (1) am Zwischensprint alle zu vergebenden Bonussekunden. In der Steigung dünnte die Equipe der diesmal fehlenden Seriensiegerin Demi Vollering das Feld planmäßig aus.

Am Gipfel sicherte sich Kastelijn aus dem nur noch rund 35 Fahrerinnen umfassenden Feld den vierten der sechs Bergpreise des Tages und übernahm damit die Führung in der Sonderwertung. Auch im vorletzten Anstieg hielt FDJ das Tempo hoch, ehe sich auch Niedermaier vor das Feld spannte, aus dem nun weitere Fahrerinnen herausfielen, darunter auch Lippert und Bauernfeind.

Das Streckenprofil der 1. Etappe der Itzulia Women | Foto: Veranstalter

Schließlich konnten nur noch Kastelijn, Dickson und Markus der Deutschen Zeitfahrmeisterin folgen. Am Gipfel hatte sich Niedermaier auch auf dieses Trio einen kleinen Vorsprung herausgefahren. Verstärkt durch die wieder aufschließende Bredewold kamen die Verfolgerinnen in der folgenden Abfahrt dann aber wieder an die Spitzenreiterin heran.

Weniger als eine Minute hinter dem Quintett folgte eine Gruppe um Weltmeisterin Magdeleine Vallieres (EF Education – Oatly), zu der in der langen Abfahrt weitere Fahrerinnen wie das FDJ-Duo Berthet und Muzic, Lippert, Bauernfeind und die Österreicherin Valentina Cavallar (SD Worx-Protime) wieder aufschließen konnten.

Bis zum zweiten Zwischensprint knapp 14 Kilometer vor dem Ziel, an dem sich Bredewold souverän die maximal möglichen drei Bonussekunden holte, hatte sich am Abstand zwischen den beiden Gruppen nichts geändert. Am letzten Anstieg des Tages ging Niedermaier wieder in die Offensive, doch da die Steigung durchschnittlich nur 4,5 Prozent steil war, konnten die Gegnerinnen folgen.

Niedermaier und Lippert werden für ihre Arbeit nicht belohnt

Da niemand allerdings Niedermaier unterstützte und stattdessen das Tempo sogar verschleppt wurde, schrumpfte der Vorsprung schnell bis auf rund 20 Sekunden zusammen, vor allem deshalb, weil Lippert in der Gruppe der Verfolgerinnen mächtig aufs Gas drückte. Kastelijn holte sich noch den sechsten und letzten Bergpreis, ehe sich in der Abfahrt zum Ziel ein packendes Duell zwischen Spitze und Verfolgerinnen entwickelte.

Drei Kilometer vor dem Ziel betrug der Abstand zwischen beiden Gruppen nur noch etwas mehr als zehn Sekunden, doch dann war im finalen Flachstück die Luft bei den Verfolgerinnen raus. Lippert beschwerte sich bei ihren Begleiterinnen, doch keine war gewillt, der dreimaligen Deutschen Meisterin Arbeit abzunehmen.

Auf der langen Zielgeraden trat Niedermaier früh an, doch die favorisierte Bredewold ließ sich nicht überraschen und sprintete souverän zu ihrem dritten Itzulia-Auftaktsieg in Folge. Niedermaier verpasste als Tagesfünfte im Ziel die Bonussekunden, konnte aber einen eindrucksvollen Formnachweis erbringen. 18 Sekunden später entschied Lippert den Sprint der Verfolgerinnen für sich, was Rang sechs bedeutete.

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