Die Stimmen zur 12. Etappe des Giro d´Italia

Magnier: “Es fällt schwer, die Taktik von Movistar zu verstehen“

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Paul Magnier (Soudal - Quick-Step) | Foto: Cor Vos

21.05.2026  |  (rsn) – Zum zweiten Mal bei diesem Giro d’Italia (2.UWT) hat Movistar auf einer mittelschweren Etappe das Heft des Handelns in beide Hände genommen und an den Anstiegen die meisten Sprinter abgehängt. Im Finale der 12. Etappe griff allerdings Alec Segaert (Bahrain Victorious) an und durchkreuzte die Pläne der Spanier.

Im dezimierten Feld konnte keine Mannschaft mehr die nötigen Fahrer mobilisieren, um den Belgier wieder einzuholen, der so den größten Sieg seiner Karriere feierte. Sein Landsmann Toon Aerts (Lotto – Intermarché) wurde als schnellster der Verfolger Tageszweiter.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 12. Etappe des Giro d‘Italia:

Alec Segaert (Bahrain Victorious / Sieger / Ziel-Interview): “Ich hatte die Attacke heute immer im Hinterkopf. Ich wusste, dass das eine gute Stelle im Parcours ist. Ich war sehr glücklich darüber, wie sich das Rennen mit dem hohen Tempo im Anstieg entwickelte. Die verbliebenen Teamkollegen der Sprinter mussten viel geben und das war meine Chance im Finale zu gehen, als sie am Limit waren.“

Toon Aerts (Lotto - Intermarché / Zweiter / Cycling Pro Net): “Ich sollte am Anfang für unsere Kapitäne arbeiten, die wir leider verloren haben. Aber Etappe 12 sollte für mich sein. Wenn man dann den Sprint gewinnt, aber ein Fahrer ist davor, dann ist das etwas traurig. Aber ich kann mit diesem Platz in meiner ersten Grand Tour zufrieden sein. Ich hatte ehrlich gesagt gar nicht gesehen, dass Segaert weg war. Er auf der Ziellinie erkannte ich das. Der zweite Platz ist gut, aber man stelle sich vor, ich hätte gewonnen!“

Ethan Vernon (NSN / Vierter / Eurosport): “Ich war am Limit, um an der ersten Gruppe dranzubleiben. Wir haben das ganze Team eingesetzt, um die Sprinter loszuwerden. Am Ende hatten wir dann keinen mehr übrig. Es ist sehr enttäuschend, das nicht zu gewinnen, aber wir haben als Team alles versucht, was wir konnten. Ich habe mich auf Corbin (Strong) fokussiert, weil er das Lead-out für mich machen sollte. Am Ende waren nur wir beide übrig und hatten keinen mehr, der die Lücke schließt.“

Edoardo Zambanini (Bahrain Victorious / Neunter / Eurosport): “Es war sehr schön heute. Die Motivation im Team ist aktuell sehr hoch und wir versuchen, sie weiter zu halten, solange es geht. Die Attacke war so geplant, aber wir mussten auch beobachten, wie sich das Rennen entwickelt. Am Ende hat es Alec versucht. Er war nach dem Zeitfahren etwas enttäuscht, aber es gibt immer schlechtere und bessere Tage. Manchmal fühlst du dich besser, manchmal schlechter. Das Level ist so hoch. Heute hat er es sich verdient.“

Afonso Eulalio (Bahrain Victorious / 47. / CyclingPro.net): “Ich denke, dass wir ums Rosa Trikot kämpfen, gibt uns extra Motivation. Heute ist es perfekt gelaufen. Für Jonas ist der Zwischensprint nicht wichtig. Wenn es in die langen Berg geht, ist das nicht mehr. Aber wenn niemand die Sekunden holen will, nehme ich sie mir. Es ist perfekt. Wir haben das Trikot behalten und Alec hat gewonnen. Ein perfekter, perfekter Tag.“

Ben Turner (Netcompany – Ineos / 73. Platz / Eurosport): “Ich habe in den Anstiegen gekämpft. Ich denke, am ersten war ich ganz gut. Am zweiten habe ich am letzten Kilometer sehr gekämpft. Dann haben wir gesagt, dass wir uns aufs Finale und den Sprint konzentrieren. Als wir dann ins Tal kamen, hatte ich einen Platten am Hinterrad, was sehr unglücklich war. Es waren dann in etwa 25 Sekunden. Jack (Haig) ist gekommen, um mir zu helfen. Als ich zurück war, war mein Tank leer. Ich habe weiter gekämpft und gekämpft. Der Körper hat am Ende dann einfach nein gesagt.“

Jonathan Milan (Lidl - Trek / 83. / Eurosport): “Sobrero hat mir enorm geholfen und wir haben versucht, mit Magnier zusammenzuarbeiten. Wir haben alles gegeben, um zurückzukommen. Wir waren in der Abfahrt ziemlich schnell und kamen bis auf 50 Sekunden ran. Dann ging es aber nicht mehr.“

Paul Magnier (Soudal – Quick-Step / 91. / CyclingPro.net): “Es fällt schwer, die Taktik von Movistar zu verstehen. Ich weiß nicht, ob sie es für die Show machen oder um wirklich die Etappe zu gewinnen. Sie haben die Sprinter abgehängt, gewinnen aber nicht die Etappe. Ich war schon am ersten Anstieg am Limit. Zwischendurch ging es kurz bergab, aber Movistar hat ein Höllentempo angeschlagen. Ich glaube, die haben auch ein wenig das Motorrad gejagt. Aber so läuft das Spiel.“

Bernhard Eisel (Sportlicher Leiter Lidl - Trek / Eurosport): “Man muss gestehen, dass ein oder zwei Mann bei Johnny hätten bleiben sollen oder müssen. Vielleicht hätte auch Quick-Step noch einen Mann zurückrufen müssen. Dann hätten wir eine Chance gehabt. Jetzt wird es mit dem Ciclamino etwas eng [für Magnier, d.Red.]. Narvaez liegt jetzt nur noch 11 Punkte hinten. Die Flachetappen zählen mehr, aber er sammelt jeden Tag Punkte. Ich glaube, da ist heute einiges für uns in die falsche Richtung gelaufen.“

Loic Segaert (Trainer Bahrain Victorious / Eurosport): “Ich zittere, so besonders ist das heute. Wir wussten, dass es eine Chance für ihn geben wird. Es ist aber immer ein schmaler Grat, ob man es schafft oder nicht. Alec hatte eine Chance, um zu attackieren in der Kurve drei Kilometer vor dem Ende, als das Feld etwas in die Länge gezogen war. Er hat es gemacht und es fantastisch umgesetzt. Dazu gibt es noch sechs Bonussekunden für Afonso (Eulalio). Wir können heute sehr zufrieden sein.“

Matt White (Sportlicher Leiter Movistar / 40. / RSN): “Wir wissen, dass wir das Feld ausdünnen müssen. Orluis ist kein reiner Sprinter. Wir haben gut gearbeitet, konnten aber letztendlich nicht alle Sprinter loswerden. Orluis war ein paar Mal nah dran, aber ganz geklappt hat es noch nicht. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns und es gibt noch einige Etappen, die wir uns angekreuzt haben.“

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