Die Stimmen zur 13. Etappe des Giro d‘Italia

Hoelgaard: “Komisch, dass niemand es vor den Anstiegen probiert hat“

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Markus Hoelgaard (Uno-X Mobility) | Foto: Cor Vos

22.05.2026  |  (rsn) – Den Tagessieg auf der 13. Etappe des 109. Giro d’Italia (2.UWT) durften 15 Ausreißer unter sich machen. Die gingen gemeinsam ins Finale, in dem am Lago Maggiore zunächst ein Hügel und dann noch ein mittelschwerer und am Ende sehr steiler Anstieg der 3. Kategorie warteten. 

Dort machte Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) Druck, doch Alberto Bettiol (XDS – Astana) ließ sich nicht abschütteln, attackierte schließlich auf den letzten 100 ansteigenden Metern hart und fuhr von da an allein dem Etappensieg in Verbania entgegen.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 13. Etappe des Giro d‘Italia:

Alberto Bettiol (XDS – Astana / Sieger / Flash-Interview): "Heute habe ich schon vor dem Start gewonnen, weil ich meine ganze Familie hier habe - auch meine zweite Familie, weil meine Freundin aus Verbania kommt. Das ist mein zweites Zuhause und ich kannte jede Kurve auf den letzten 50 Kilometern. Hier auch noch so zu gewinnen, ist etwas, das für immer bei mir bleiben wird! Da ist es auch egal, dass ich zwei Jahre nicht gewonnen habe – wenn ich auf diese Art gewinne, dann gerne immer nur alle zwei Jahre!"

Andreas Leknessund (Uno-X Mobility / Zweiter / Eurosport): "Am letzten Anstieg habe ich mich gut gefühlt. Groupama hat gut Tempo gemacht, einige Fahrer sind zurückgefallen und ich habe gespürt, dass ich noch etwas übrig habe. Ich wusste, dass es meine beste Chance heute war, am Anstieg zu attackieren und dann allein ins Ziel zu fahren. Vor allem, weil Bettiol da war. Wenn ich mit ihm ins Ziel gekommen wäre, wäre es schwer gewesen, zu gewinnen. Deswegen musste ich versuchen, eine größtmögliche Lücke zu reißen. Ich weiß nicht, wie ich sonst hätte gewinnen sollen."

Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step / Dritter / Eurosport): "Ich war schon heute Morgen ziemlich müde. Aber dann war ich in der Ausreißergruppe und musste bei der Hitze viel investieren - und als wir zum Anstieg gekommen sind, war es etwas zu hart für mich. Ich hatte mir die Abfahrt angeschaut. Aber Bettiol war bergauf sehr stark und er ist auch ein sehr guter Abfahrer. Er hatte einfach einen sehr guten Tag. Der dritte Platz war das Beste, was ich heute erreichen konnte."

Josh Kench (Groupama – FDJ United / 6. Platz / The Cycling Podcast): "Das Team hat mich komplett unterstützt und, ja, verdammt, ich würde sagen ich bin ziemlich enttäuscht, die Jungs hängen zu lassen! Sie haben mir das Selbstbewusstsein gegeben, hier alles zu versuchen – und wenigstens kann ich sagen: Das habe ich getan. Ich habe alles aus mir rausgeholt. Vielleicht hätte ich einen Kilometer mit meiner Attacke warten sollen, vor dem Steilstück. Das war vielleicht mein Fehler und sonst hätte es anders ausgehen können – ich bin einfach enttäuscht."

Markus Hoelgaard (Uno-X Mobility / 9. Platz / Eurosport): "Es war etwas komisch, dass niemand etwas vor den Anstiegen versucht hat. Deshalb haben wir uns darauf verständigt, dass mit den Beinen, die Leknessund derzeit hat, unsere beste Chance wahrscheinlich sein würde, voll auf ihn zu setzen. Andreas hat dann einen guten Versuch gesetzt, wurde aber vom Stärkeren geschlagen – so ist das manchmal."

Diego Pablo Sevilla (Polti – VisitMalta / 10. / CyclingPro.net): "Der Giro d’Italia ist das wichtigste Rennen des Jahres für das Team und auch für alle von uns. Wir können keinen Tag auslassen, weil wir nie wissen, wann sich eine Chance ergibt - heute war eine gute. Ich bin Zehnter geworden und vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn ich nicht auf den ersten Etappen hunderte Kilometer in Ausreißergruppen gefahren wäre und Kraft verbraucht hätte. Aber auch das war sehr wichtig für das Team."

Larry Warbasse (Tudor / 11. Platz / RSN): "FDJ ist ein ziemlich hohes Tempo am ersten Anstieg gefahren und hat alles zusammengehalten – und am zweiten Anstieg haben sie da weitergemacht. Am Ende hat der stärkste Mann heute gewonnen. Er ist in einer Ausreißergruppe immer sehr gefährlich, ein intelligenter Rennfahrer. Aber um ehrlich zu sein hätte ich nicht gedacht, dass er die Beine dazu hat. Offensichtlich waren die aber doch sehr gut heute!

Mirco Maestri (Polti – VisitMalta / 12. Platz / Eurosport): "Wir wussten, dass es heute vermutlich eine große Chance für die Ausreißergruppe gibt, es bis ins Ziel zu schaffen. Deshalb haben wir versucht, dort präsent zu sein. Für mich persönlich war es sehr hart am Ende, vielleicht war es etwas besser für Diego."

Ben O'Connor (Jayco – AlUla / 33. / Eurosport): "Es war eigentlich ein recht schneller Tag heute, kein ganz ruhiger: Bahrain saß im Feld hinter dem Motorrad und sicher saß auch die Spitzengruppe vorne hinterm Motorrad. Deshalb sind wir ziemlich dahingerauscht. Es war also sicher kein lockeres Mitrollen. Aber: Es war ein guter Tag – ein wunderschöner Ort für ein Ziel und vor morgen hat es mich auch nicht gestört, noch einen Tag zum Akklimatisieren bei der Hitze zu haben. Es wäre sicher schön gewesen, an diesem letzten Anstieg richtig Rennen zu fahren, aber ich denke jeder hatte schon morgen im Kopf."

Filippo Ganna (Netcompany – Ineos / 54. / Eurosport): "Es ist wirklich wunderschön, hier zu sein. Ich habe etwas probiert heute, aber danach habe ich es auch zu genießen versucht. Es war einfach wirklich etwas ganz Besonderes, zu wissen, wo ich heute hier ankomme. Ich habe hier meine Kindheit verbracht, so viele Erinnerungen – unser Haus ist hier ums Eck, meine Eltern, die Erinnerungen an meine Großeltern und einfach all die Leute, die mir hier zujubeln."

Filippo Zana (Soudal – Quick-Step / 64. / Eurosport): "Ich habe jetzt zwei Tage nur versucht, zu überleben. Es ist wirklich schmerzhaft an meinen Rippen und ich schaue von Tag zu Tag. Der Sturz vor zwei Tagen war blöd: Van Eetvelt ist gefallen und sein Rad ist zurück auf die Straße geflogen. Ich konnte nichts machen und bin gestürzt. An dem Tag hatte ich die Chance auf ein gutes Ergebnis und jetzt muss ich von Tag zu Tag schauen, ob ich durchkomme und es sich bessert. Natürlich wird morgen superhart – ich werde starten und dann sehen wir, was passiert."

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