Norweger wurde Bettiol am letzten Anstieg nicht los

Leknessund: “Weiß nicht, wie ich sonst hätte gewinnen können“

Von Paul Grosch

Foto zu dem Text "Leknessund: “Weiß nicht, wie ich sonst hätte gewinnen können“"
Andreas Leknessund (Uno-X Mobility, rechts) musste sich auf der 13. Giro-Etappe nur Alberto Bettiol (XDS - Astana) geschlagen geben. | Foto: Cor Vos

22.05.2026  |  (rsn) – Trotz bereits drei ausgeschiedener Fahrer zeigt Uno – X Mobility beim Giro d’Italia weiterhin starke Leistung. Andreas Leknessund schrammte auf der 13. Etappe als Zweiter erneut knapp an einem Sieg vorbei. Das Team holt trotz eines reduzierten Teams durch gute Taktik das Beste heraus und mischt vor allem in Fluchtgruppen mit.

Am letzten Anstieg kurz vor Verbania sah es lange so aus, als könnte Leknessund den zweiten Grand-Tour-Tageserfolg für die norwegische Mannschaft einfahren. Doch Alberto Bettiol zog kurz vor dem Gipfel, etwa 15 Kilometer vor dem Ziel, am Norwegischen Meister vorbei und gewann am Lago Maggiore schließlich solo.

Im Ziel zeigte sich Leknessund alles in allem dennoch zufrieden mit dem Tag. “Ich habe mich gut gefühlt und hatte am letzten Anstieg noch etwas übrig“, sagte er am Eurosport-Mikrofon. “Ich wusste, dass es meine beste Chance heute war, am Anstieg zu attackieren und dann allein das Ziel zu erreichen. Vor allem, weil Bettiol dabei war.“

Auch taktisch sah er kaum andere Möglichkeiten. “Ich weiß nicht, wie ich sonst hätte gewinnen können. Vielleicht habe ich zu früh attackiert. Aber bergauf war Bettiol genauso stark wie ich. Im Sprint hätte ich gegen ihn verloren“, erklärte er seine Entscheidung.

Dabei hatte Leknessund volle Unterstützung von seinem Team. Mit Markus Hoelgaard war ein weiterer Uno-X-Profi in der Gruppe des Tages dabei. Er nutzte die turbulente Anfangsphase und konnte in einer Verfolgergruppe zur Spitze um Leknessund aufschließen.

“Wir haben uns verständigt, dass unsere wahrscheinlich beste Chance Leknessund war mit den Beinen, die er derzeit hat“, sagte Hoelgaard bei Eurosport. Der Norweger zeigte sich aber überrascht, dass keiner der Ausreißer vor den zwei Schlussanstiegen einen Angriff versucht hatte. “Niemand hat es probiert, und Groupama hat es gut zusammengehalten.“

Auch er bereute die Uno-X-Taktik nicht. “Ich denke, Andreas hat einen guten Versuch gesetzt, wurde aber vom Stärkeren geschlagen – so ist das manchmal“, sagte er, um dennoch anzufügen: “Ein guter Tag für uns.“ Die Norweger können nun zuversichtlich sein, nochmal eine starke Ausreißergruppe zu erwischen, um dann endlich einen der ihren ganz oben auf dem Treppchen zu sehen.

Weitere Chancen in der Schlusswoche

Bereits auf der 8. Etappe nach Fermo war Leknessund auf dem zweiten Platz gelandet. Damals nutzte UAE – Emirates – XRG seine zahlenmäßige Überlegenheit aus, und Jhonatan Narvaez fuhr Leknessund bergauf davon. Teamkollege Martin Tjotta wurde als Dritter bester Fahrer aus dem Hauptfeld. Schon 2023 war Leknessund ein erstes Mal Giro-Zweiter geworden, damals auf der 4. Etappe.

Tjotta musste während des elften Tagesabschnitts vom Rad steigen, Erlend Blikra verpasste da das Zeitlimit um etwa eineinhalb Minuten. Außerdem erlitt Adne Holter bereits beim Massensturz auf der 2. Etappe eine Gehirnerschütterung und musste  aufgeben.

Doch auch mit nur noch fünf Fahrern im Rennen gelingt es dem Team immer wieder, Fahrer in der Gruppe des Tages zu platzieren. Die taktischen Entscheidungen und die Beine scheinen also gut zu sein. Nun fehlt nur noch der Etappensieg. Dafür bieten sich vor allem am kommenden Mittwoch und Donnerstag weitere gute Chancen.

Mehr Informationen zu diesem Thema

24.09.2026Giro-Hilfe für Carapaz: De Bondt kommt ohne Strafe davon

(rsn) – Der Radsportweltverband UCI wird keine Sanktionen gegen Dries De Bondt wegen eines möglichen Regelverstoßes beim Giro d’Italia 2025 aussprechen. Das gab die UCI nach ihrer jährlichen Si

12.06.2026Blikra kämpfte sich mit mehreren Frakturen durch den Giro

(rsn) – Nach seinem schweren Sturz zum Auftakt des Giro d’Italia (2.UWT) quälte sich Erlend Blikra (Uno-X Mobility) durch die erste Grand Tour seiner Karriere, die er dann nach der 11. Etappe ver

05.06.2026Rex sicherte sich mit “Gesichtskirmes“ Kollegenrespekt

(rsn) – Nicht jedes Painface ist gleich. Während jenes von Lennart Jasch (Tudor) als “großartig“ und “fotogen“ bezeichnet wurde, sorgte das Gegenteil beim Giro d’Italia bei einem anderen

03.06.2026Tudor fährt beste Grand-Tour-Bilanz seiner Geschichte ein

(rsn) – Tudor und der Giro d’Italia, das ist seit Bestehen des Teams eine besondere Beziehung. Die Italienrundfahrt war 2024 die erste Grand Tour, an der die Mannschaft aus der Schweiz per Wildcar

01.06.2026“Großer Schritt nach vorne“: Magnier feiert jetzt auch Qualitätssiege

(rsn) – In seiner Gesamtheit war der Giro d’Italia 2026 nicht gerade einer für die Sprinter. Lediglich vier Etappen endeten in einem echten Massensprint. Hier und da – wie in Neapel – verhi

01.06.2026Trotz Krankheit und Rückschlägen: Der “andere“ Kapitän kommt durch

(rsn) – Jai Hindley blickte glücklich vom Podium des Giro d’Italia auf Rom. Zum dritten Mal durfte er nach der Schlussetappe mit überdimensionierten Gläsern, Trophäe und Blumen geehrt werden.

01.06.2026Antiwerbung zur besten Sendezeit auf lieblosen Parcours

(rsn) – Es ist Sonntag. Der gemeine Mensch hat frei und nicht viel zu tun. Er schaltet seinen Fernsehempfänger ein und richtet die Antenne so aus, dass er anderen Menschen bei dem zusehen kann, was

31.05.2026“Erlösung“ auf den letzten Drücker: Lidl - Trek in Feierlaune

(rsn) - Obwohl Max Walscheid mit seiner Prognose falsch lag, kam er im Interview nach dem Zieleinlauf der letzten Etappe des Giro d’Italia aus dem Grinsen gar nicht mehr raus. Den angekündigten Spr

31.05.2026Das Strafenregister beim Giro d´Italia / 21. Etappe

(rsn) - Die Liste an potenziellen Vergehen, derer ein Profi, Teamstaff oder andere am Rennen Beteiligter im Laufe einer Rundfahrt bezichtigt werden kann, ist lang. Genauso lang wie das Regelwerk der

31.05.2026Unsterblich und doch ein Mensch: Vingegaards Tränen in Rom

(rsn) - Mit seinem eingetüteten Gesamtsieg beim Giro d’Italia (2.UWT) machte sich Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) unsterblich: Der 29-Jährige stieg zum achten Fahrer der Geschichte auf,

31.05.2026Gall freut sich auf Kurzurlaub in Rom und “nichts zu tun“

(rsn) – Obwohl ihm die tiefe Abendsonne im Gesicht stand, war dem Giro-Zweiten Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) in der Mixed Zone nach der Siegerehrung das Dauergrinsen nicht zu nehmen. Kein Wund

31.05.2026Eisel über Gegner Ganna: “Er hat das zum Spaß gemacht - beeindruckend!“

(rsn) – Leicht gemacht haben es vor allem die Zeitfahrspezialisten den Sprintern auf der Schlussetappe des 109. Giro d’Italia in Rom nicht. Auch wenn es am Ende zum erwarteten Massensprint kam,

Weitere Radsportnachrichten

24.10.2026Pieterse im Gegensatz zu Brand und Alvarado noch im Ruhemodus

(rsn) – Während Cross-Weltmeisterin Lucinda Brand (Baloise – Het Poetsbureau Lions) und Silbermedaillengewinnerin Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Premier Tech) bereits früh in der Crosssai

24.10.2026Unibet – Rose Rockets eine Option für Roglic?

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

24.10.2026Wyseure entthront in Heerde Vorjahressieger Nieuwenhuis

(rsn) – Joran Wyseure (Crelan – Corendon) hat in seinem vierten Crossrennen dieser Saison erstmals jubeln können. Der 25-jährige Belgier entschied im niederländischen Heerde den dritten HG-Cro

24.10.2026Alvarado holt sich in Heerde ein gutes Gefühl für die Saison

(rsn) – Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Premier Tech) hat in Heerde ihren ersten Sieg in der noch jungen Crossaison 2026/27 eingefahren. Die 28-jährige Niederländerin setzte sich beim dritte

24.10.2026Buchmann: “Das ganze Jahr nie meine Topform erreicht“

(rsn) – Wie in den vergangenen beiden Jahren auch beendete Emanuel Buchmann (Cofidis) seine Saison in China. Und wie schon 2024 – damals in seinem letzten Rennen für Red Bull – Bora – hansgro

24.10.2026Reusser begrüßt Blasi-Verpflichtung und deutet Karriereende an

(rsn) – In den vergangenen beiden Jahren war Marlen Reusser die erklärte Leaderin des spanischen Movistar-Teams. Künftig dürfte sich das aber ändern, denn mit der Verpflichtung von Vuelta-Sieger

24.10.2026XDS verlängert mit Toneatti, Eddy wird Teamkollege von Rutsch

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

23.10.2026Ausblick auf die Cross-Saison 2026/2027

(rsn) – Am Sonntag beginnt in Overijse mit der Superprestige die erste der drei großen Serien – und damit fängt auch der Cross-Winter 36 Tage vor dem meteorologischen so richtig an. Die ersten R

23.10.2026Rockets zielen mit Präsenz und Coolness zugleich auf Tour-Wildcard

(rsn) – 2026 haben die Unibet – Rose Rockets beim Giro d´Italia ihr Grand-Tour-Debüt gegeben und dort mit ihrem starken Sprintzug um Dylan Groenewegen vor allem auf den Flachetappen einen imposa

23.10.2026Nedbank Gravel Burn: Schweres Etappenrennen als Saisonabschluss

(rsn) – Nach den UCI Gravel-Weltmeisterschaften ist vor dem Gravel Burn. Viele Athleten, die an den Titelkämpfen in Australien teilgenommen haben, scheuten mit ihren Sponsoren und Trade Teams wede

23.10.2026Merlier mit Magnier gemeinsam zur Tour? “Habe sicher nichts dagegen“

(rsn) – Mit Tim Merlier und Paul Magnier verfügt Soudal – Quick-Step auch 2027, wenn die Mannschaft in Soudal – Safety Jogger umbenannt werden wird, über zwei absolute Weltklasse-Sprinter mit

23.10.2026Brennan zur Tour? Plugge: “Werden ihn definitiv in Betracht ziehen“

(rsn) – Die großen Teams der Gesamtwertungs-Kandidaten stehen nach der Bekanntgabe der Route für die Tour de France 2027 nun vor vielen wichtigen Gesprächen in den kommenden Wochen, um Pläne zu

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine