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23.05.2026 | (rsn) – Die 14. Etappe des Giro d'Italia (2.UWT) kreuz und quer und auf und ab durchs Aostatal ist zum erwarteten Schlagabtausch der Mitfavoriten ums Rosa Trikot, das Podium und die Spitzenplatzierungen dieser 109. Italien-Rundfahrt geworden. Wie von vielen erwartet, setzte sich in Pila nach 133 Kilometern Top-Favorit Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) als Solist durch – und wie schon bei den Bergankünften am Blockhaus und am Corno alle Scale erneut jeweils vor Felix Gall (Decathlon – CMA CGM).
In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.
Jonas Vingegaard (Visma - Lease a bike / Sieger / Flash - Interview): "Wir wollten das Rennen kontrollieren und das haben meine Teamkollegen auch gemacht. Sie haben den ganzen Tag einen fantastischen Job gemacht, es war wirklich beeindruckend. Ich bin sehr stolz und froh darüber, die Arbeit mit einem Sieg zu vollenden. Eine Attacke ist immer ein bisschen improvisiert. Wir haben schon geplant, dass ich es im steileren Teil des Anstiegs gegen Ende probieren werde. Ich hätte aber fast nicht attackieren müssen, weil Piganzoli fast jeden abgehängt hat. Das war wirklich beeindruckend, nicht nur er, sondern das ganze Team. Sie verdienen diesen Sieg!"
Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) / Zweiter / Eurosport): "Ich bin erstmal sehr glücklich, dass es so gut gelaufen ist. Sollte man danach suchen, was noch besser sein könnte, wäre es vielleicht, dass ich etwas mehr Abstand zu meinen Konkurrenten herausfahren hätte können. Auf den letzten Kilometern hatte ich dann ein bisschen Probleme. Eingebrochen ist vielleicht etwas zu viel, aber ich hatte heute nicht den allerbesten Tag."
Davide Piganzoli (Visma - Lease a bike / 4. Platz / Eurosport): "Wir sind mit einem Plan gestartet und haben diesen auch zu 100 Prozent umgesetzt. Ich danke und gratuliere dem Team - Jonas ist natürlich eine Maschine. Nach zwei Stunden habe ich gelitten wie ein Schwein, wir haben aber ein sehr gutes Team und wussten, was möglich ist. Wir haben gezeigt, dass wir das beste Team sind. Unser Ziel war das Rosa Trikot für Jonas, das haben wir geholt."
Giulio Pellizari (Red Bull - Bora - hansgrohe / 5. Platz / RSN): "Ich bin mit sehr viel Wut wegen der vergangenen Tage gestartet und habe alles gegeben. Ich habe mich nicht besonders gut gefühlt, also bin ich einfach mein eigenes Tempo gefahren und habe versucht, zum Ende hin noch stärker zu werden. Es ging mit körperlich, aber vor allem aber mental die letzten Tage ziemlich schlecht. Aber wie ich schon gesagt habe, ich bin den Menschen dankbar, die in dieser Zeit an meiner Seite waren."
Thymen Arensman (Netcompany – Ineos / 6. Platz / Eurosport): "Jonas ist natürlich ein superstarker Fahrer. Gegen ihn kann man verlieren, das ist keine Schande. Ich habe mein absolut Bestes heute gegeben und kann happy mit meiner Leistung sein. Es war wirklich schwer in der Hitze noch Vollgas zu fahren. Aber das ist eben, was den Radsport so schwer macht. Unser Staff und meine Teamkollegen haben mich aber immer wieder sehr gut abgekühlt."
Michael Storer (Tudor / 7. Platz / Eurosport): " Es war ein superharter Tag und die Hitze hat eine große Rolle gespielt. Es war superschwer da draußen und man musste bis ins Ziel wirklich alles geben. Am ersten Berg ist ein Fahrer von Intermarché in mich reingefahren. Das kann passieren und dafür gebe ich ihm keine Schuld. Aber was ich schade fand ist, dass er sich nicht entschuldigt hat. Ich denke wir sollten da draußen alle aufeinander aufpassen. Abgesehen davon war es aber ein guter Tag."
Wout Poels (Unibet – Rose Rockets / 8. Platz / Eurosport): "Ich bin mein eigenes Tempo gefahren. Sie griffen die ganze Zeit an. Ich habe sie fahren lassen und bin dann später immer wieder zurückgekommen. Am Fuß des Schlussanstieges hatten wir keine zwei Minuten Vorsprung. Das ist zu wenig. Mit dreieinhalb Minuten hätte es vielleicht klappen können. Aber es ist, was es ist. Ich habe ein schönes Top-Ten-Ergebnis , das ist auch nicht schlecht und ich bin positiv überrascht von meinem eigenen Niveau am Berg."
Derek Gee-West (Lidl – Trek / 12. Platz / Team-PM): "Es war einfach super hart heute den ganzen Tag über. Amanuel (Ghebreigzabhier) und Matteo (Sobrero) haben einen richtig guten Job gemacht für mich da zu sein bis zum letzten Anstieg. Dann hat Giulio Ciccone noch gut Tempo für mich gemacht. Aber es war für die Beine heute richtig hart. Ich versuche immer, mein Tempo zu fahren. Leider bedeutet das manchmal, dass ich weiter hinten fahre und wenn dann jemand vorne beschleunigt, muss ich um die Leute herumfahren, die zurückfallen. Aber ich hatte heute einfach nicht die Beine, ganz vorne dabei zu sein."
Afonso Eulalio (Bahrain – Victorious / 15. Platz und Weißes Trikot / Mixed Zone): "Der ganze Tag war sehr hart und ich habe den ganzen Tag gelitten. Sie haben am letzten Anstieg die Spitzengruppe auch sehr früh zurückgeholt. Dann hieß es: Kämpfen. Ich wusste, dass der Tag kommen wird. Jonas ist Jonas. Ich weiß nicht, ob ich das Weiße Trikot behalten kann. Es kommen noch einige harte Tage. Jetzt erhole ich mich so gut wie es geht und dann kämpfen wir weiter."
Damiano Caruso (Bahrain - Victorious / 17. Platz / Eurosport): "Der Plan war heute, die Etappe innerhalb unserer Möglichkeiten zu fahren. Am Ende ist es so gelaufen, wie es laufen musste. Aber er überrascht mich, weil ich mit Afonso etwas ganz Neues erlebe. So viele Tage das Rosa Trikot zu verteidigen, das habe ich noch nie gemacht! Für mich persönlich genieße ich das sehr. Ich versuche, einem jungen und vielversprechenden Fahrer zu helfen. Das ist eine besondere Art, diesen vielleicht letzten Giro d’Italia zu erleben."
Giulio Ciccone (Lidl - Trek / 24. Platz / mehrere Medien): "Das war heute ein Tag, an dem natürlich die Klassementfahrer etwas zeigen wollten. Mir war es aber wichtig, vorne dabei zu sein. Weil der Start schwer war und es mir bei mehreren Gelegenheiten in dieser Woche nicht gelungen ist, wollte ich unbedingt in die Gruppe gehen. Ich glaube aber, dass unser Schicksal letztlich schon feststand. Ich habe mein Ziel, eine Etappe zu gewinnen, noch nicht erreicht – also versuchen wir es weiter."
Koen Bouwman (Jayco - AlUla / 28. Platz / Eurosport): "Meine Beine sind eigentlich ganz gut. Gestern war es eine Lotterie, wer vorn dabei ist. Heute ging es gleich 16 Kilometer bergauf. Wer dabei sein wollte und die Beine hatte, der war dabei. Ich war da vor allem für Ben. Wir wussten, dass Visma für den Sieg fahren würde. Und ganz im Ernst - Ciccone und diese Leute hätte ich auch niemals schlagen können. Es ist schade, dass Ben nicht angegeben hat, dass er sich nicht gut fühlte. Dreihundert Meter bevor er reißen ließ, wurde ich abgehängt. Ich hätte noch Tempo führ ihn fahren können, aber jetzt ist es, wie es ist."
Ben Zwiehoff (Red Bull – Bora – hansgrohe / 37. Platz / Eurosport): "Es war schon heftig, gerade bei den Bedingungen – superheiß für alle. Da war es wichtig für uns Helfer, dass wir die Kapitäne immer mit allem versorgen. Eis, Getränke und so weiter. Ich bin vorm letzten Berg, als die GC-Gruppe schon recht klein war, nochmal zum Auto zurück, habe Flaschen und Eis für uns alle geholt und habe dann versucht die Jungs so lange es geht aus dem Wind zu halten. Chapeau, wie sie sich durchgekämpft haben! Ich glaube wir können heute sehr zufrieden sein!"
Jhonatan Narvaez (UAE – Emiratex – XRG / 51. Platz und Übernahme Maglia Ciclamino / Mixed Zone): "Das Trikot war heute ehrlicherweise die Priorität für uns. Wir wussten, dass es nicht einfach wird, es aber möglich war, das Trikot heute zu übernehmen. Es war schwierig, Quick-Step am ersten Anstieg zu kontrollieren und es ist schön, es jetzt zu bekommen. Ich hatte ja schon das Maglia Rosa und jetzt auch noch dieses Trikot, das macht mich stolz. Ich glaube, dass nicht viele Fahrer hier im Rennen es tragen können. Jetzt schauen wir, was möglich ist in der letzten Woche."
Jonathan Milan (Lidl – Trek / 122. Platz / Eurosport): "Das war ein ziemlich harter Tag, schwerer als erwartet, auch mit der Hitze. Aber es war gleichzeitig auch sehr schön mit all den Leuten, die uns im Schlussanstieg noch angefeuert haben. Das habe ich sehr genossen. Jetzt gehen die Augen auf morgen und ich hoffe, ich kann die von Dir angesprochene Show dann bieten und ein möglichst gutes Ergebnis holen."