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23.05.2026 | (rsn) - Der dänische Dominator hat souverän die 14. Etappe des Giro d’Italia gewonnen und damit auch das Rosa Trikot erobert. Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) nahm seinem ärgsten Widersacher im Gesamtklassement, dem Österreicher Felix Gall (Decathlon - CMA CGM), nach 133 Kilometern zwischen Aosta und der Bergankunft in Pila 49 Sekunden ab.
Als Dritter erreichte der Australier Jai Hindley (Red Bull – Bora – hansgrohe) mit 58 Sekunden Rückstand das Ziel. Der bisherige Spitzenreiter, Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) aus Portugal, büßte am 16,5 Kilometer langen Schlussanstieg als 15. knapp drei Minuten ein. Einen großen Kampf und vor allem wertvolle Helferdienste lieferte Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) ab, der offenkundig wieder nicht in bester Verfassung war und kurzzeitig aus der Favoritengruppe herausfiel.
Doch der Italiener schaffte es nach Vingegaards entscheidender Attacke 4,5 Kilometer vor dem Ende noch einmal zu Hindley zurück und machte Tempo für seinen älteren Teamkollegen. Ins Ziel kam er am Hinterrad seines Landmannes Davide Piganzoli (Visma – Lease a Bike, +1:03) als Tagesfünfter.
"Ich glaube an den Sieg heute werde ich mich am meisten erinnern. Wir hatten von Anfang an den Plan, mit dem Team das Rennen zu kontrollieren“, sagte Vingegaard nach dem dritten Etappensieg beim Giro im Ziel-Interview. Sein Team habe eine beeindruckende Leistung gezeigt. "Ich bin stolz auf sie und darauf, dass ich es ihnen mit diesem schönen Sieg zurückzahlen konnte“, lobte der neue Gesamtführende seine Helferriege.
Gall gestand im Ziel ein, dass er Vingegaard wohl nicht wird herausfordern können. Doch er wolle um das Podium kämpfen, auf das er nun bereits geklettert ist. Ein starkes Rennen lieferte auch Galls Landsmann und Teamkollege Gregor Mühlberger ab, der bis kurz vor Vingegaards Antritt als letzter Helfer seinem Kapitän bleiben konnte. Das Ziel erreichte er mit 2:55 Minuten Rückstand auf Platz 18.
Bester Deutscher war Ben Zwiehoff (Red Bull – Bora – hansgrohe, +16:34), der die Etappe als 37. mit Florian Stork (Tudor) am Hinterrad beendete.
In der Gesamtwertung hat Vingegaard nun schon 2:26 Minuten Vorsprung auf Eulalio und 2:50 auf Gall. Vierter ist Thymen Arensman (Netcompany – Ineos) mit 3:03 Minuten zum Maglia Rosa. Der Niederländer hatte im Finale 1:23 Minuten verloren. In der Bergwertung führt Vingegaard mit 161 Zählern deutlich. Die Spitze in der Punktwertung übernahm der Ecuadorianer Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG), bei den besten Nachwuchsfahrern lautet die Reihenfolge weiterhin Eulalio vor Pellizzari und Piganzoli.
Eine 28-köpfige Spitzengruppe setzte sich am Anstieg nach Saint-Barthélémy (1. Kat.) ab. Die Bergwertung dort entschied Jardi van der Lee (EF Education – EasyPost) vor Jan Christen (UAE – Emirates – XRG), Giulio Ciccone (Lidl – Trek) und Einar Rubio (Movistar) für sich. Nach 54 Kilometern gewann Abonnement-Etappensieger Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) den Zwischensprint, wodurch er auf Platz eins in der Punktwertung vorrückte.
In der Kopfgruppe waren noch einige weitere auf dem Papier starke Bergfahrer vertreten. Zum Beispiel Enric Mas (Movistar), Aleksandr Vlasov (Red Bull – Bora – hansgrohe), Jan Hirt (NSN) und David de la Cruz (Pinarello – Q36.5). Der Spanier war mit 6:53 Minuten Rückstand der bestplatzierte Ausreißer. Unter anderem deshalb bemühte sich Visma – Lease a Bike drum, den Abstand nicht über vier Minuten anwachsen zu lassen.
Das Streckenprofil der 14. Etappe des Giro d’Italia | Foto: Veranstalter
Am Anstieg nach Doues (3. Kategorie) sorgte vor allem Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) für eine Selektion. Über die Kuppe löste sich Igor Arrieta, dessen UAE-Team anfangs vier Fahrer in der Gruppe hatte, mit einer Attacke und fuhrte in der Abfahrt einen Vorsprung von bis zu 25 Sekunden heraus. Am Fuß der Steigung hinauf nach Lin Noir (1. Kategorie) gab der junge Spanier sein Unterfangen allerdings auf. Mas war im Doues-Anstieg überraschend zurückgefallen wie Christen und Juan Pedro Lopez (Movistar), kam dann aber mit dem Movistar-Profi in der Abfahrt wieder zurück zur Verfolgergruppe.
Den zweiten Berg der 1. Kategorie erreichten die Ausreißer mit 3:20 Minuten Vorsprung. Ciccone gewann die Wertung vor van der Lee und Arrieta. Der Italiener räumte auch die nächsten Bergwertung in Verrogne (2. Kat.) ab – diesmal vor Rubio und Arrieta. Allerdings betrug der Abstand zwischen Spitze und Feld dort nur noch 2:35 Minuten. Und der Mann in Rosa, Eulalio, bekundete gegen Ende des Anstiegs erstmals Probleme, nachdem er zuvor die meiste Zeit an Vingegaards Hinterrad geklebt hatte. Den geringen Rückstand konnte der Portugiese in der Abfahrt aber noch einmal wettmachen.
Den Schlussanstieg hinauf nach Pila erreichten die Ausreißer noch mit 2:15 Minuten Vorsprung. In der Favoritengruppe, die zu dem Zeitpunkt noch 25 Mann umfasste, bekundete Pellizzari schon früh Schwierigkeiten, biss sich aber noch eine ganze Weile in den hinteren Positionen fest. Ähnliches galt für Eulalio, der neun Kilometer vor dem Ziel unter dem Tempodiktat von Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) abreißen ließ. Fünf Kilometer vor dem Ziel war es dann auch um Pellizzari vorübergehend geschehen.
Zu dem Zeitpunkt erreichte die noch sechsköpfige Favoritengruppe die letzten Ausreißer, Ciccone und Rubio. Dann lancierte Vingegaard die entscheidende Attacke. Schnell ging die Lücke zu Gall auf 20 Sekunden auf. Pellizzari bekam auf den letzten 4000 Metern die zweite Luft und arbeitete sich wieder zu seinem Teamkollegen Hindley vor. Nachdem Vingegaard die Etappe schon für sich entschieden hatte, löste sich der Australier wieder vom Italiener, der Gall auf dem zweiten Platz aber nicht mehr erreichte.
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