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25.05.2026 | (rsn) – Das Antwerp Port Epic (1.1) hat gehalten, was der Name verspricht. Nach 192 Kilometern und 42 Offroad-Sektoren rund um Antwerpen war Per Strand Hagenes (Visma – Lease a Bike) der Beste eines Nonetts. Am von Zaha Hadid entworfenen Havenhuis setzte er sich auf dem Schlusskilometer von seinen Begleitern ab und feierte seinen ersten Sieg als Profi sowie zugleich seinen schon sechsten Profisieg. Pau Miquel (Bahrain Victorious) wurde Zweiter und Dries De Bondt (Jayco – AlUla) komplettierte das vor Podium Sandy Dujardin (TotalEnergies) und Alexis Renard (Cofidis).
“Es ist fantastisch, endlich zu gewinnen“, freute sich der noch staubverschmierte Norweger im Ziel-Interview. Bei der E3 Classic (1.UWT) musste er hinter Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) mit Rang zwei zufrieden sein, beim GP de Denain (1.Pro) hatte er seinen einzigen Begleiter Alec Segaert abgeschüttelt, bevor der im Finale zurückschlug.
“Mein letzter Sieg ist zweieinhalb Jahre her, es hat angefangen ziemlich lange zu dauern“, erinnerte er sich an den 3. Oktober 2023, als er als Devo-Fahrer den Münsterland Giro (1.Pro) für sich entschied. “Es ist sehr befriedigend, endlich wieder zu gewinnen. Ich war diese Saison ein paar Mal nah dran und meine Form war gut, aber ich konnte es nicht mit Siegen versilbern“, meinte der 22-Jährige Junioren-Weltmeister von 2021 weiter.
Während De Bondt die Gruppe initiiert hatte, war Strand Hagenes der Erste, der im Finale angriff. “Ich hatte gute Beine und wollte die Jungs ein bisschen weichklopfen. Die waren darüber nicht so glücklich. Als sie wieder herankamen, haben sie mir ein paar Sachen gesagt“, lachte Strand Hagenes verschmitzt. “Letztendlich war es aber offensichtlich nicht so dumm“, fügte er an.
Staub, hohes Tempo und ebensolche Temperaturen kennzeichneten die ersten 100 Kilometer ebenso wie viele erfolglose Ausreißversuche. Fahrer, die sich lösen konnten, wurden wenig später wieder eingeholt. Auch Devo-Fahrer Ian Kings (Visma- Lease a Bike) fuhr einige Kilometer vor dem Peloton – und der Deutsche hatte dabei Gesellschaft von unter anderem Matthew King (Atom 6 Bikes - Cycleur de Luxe - Auto Stroo).
Nach 103 Kilometern lösten sich Pau Marti (NSN) und Marvin Peters (EEW – VDK) aus dem Feld, dass dem Duo zunächst nur kleinen Spielraum gönnte. Letztendlich setzten sich die Zwei aber doch weiter ab und gingen mit 1:10 Minuten Vorsprung auf die letzten 70 Kilometer.
Das Streckenprofil der Antwerp Epic Classic | Foto: Veranstalter
Das Peloton, das stellenweise schon auf circa 50 Profis geschrumpft war, hatte seinen Umfang inzwischen wieder verdoppelt und Soudal – Quick-Step bemühte sich um das Tempo für Tim Merlier, der bereits einige Male Materialprobleme gehabt hatte. Als auch Visma – Lease a Bike in die Verfolgung einstieg, wurde der Abstand kleiner und Ashlin Barry schloss die Lücke mit noch 53 zu fahrenden Kilometern mit einer beachtlichen Einzelleistung.
De Bondt erhöhte im Feld 43 Kilometer vor dem Ziel das Tempo schlagartig. Sechs Positionen hinter ihm riss die Fahrerkette, Toon Vandebosch (Alpecin – Premier Tech) schaffte den Anschluss und kurz vor dem Peloton fuhr in jenem Moment Miquel. Mit Brent Van Moer (Pinarello – Q36.5), Strand Hagenes, Martin Svrcek (Soudal – Quick-Step), Ward Vanhoof (Flanders – Baloise), Devo-Fahrer Victor Van De Putte (Lotto – Intermarché) und Dujardin waren einige interessante Fahrer und Teams vorn vertreten und eingangs der letzten 40 Kilometer betrug der Rückstand des Feldes schon 45 Sekunden.
Während Soudal mit der Gesamtsituation unzufrieden war und für Merlier im Peloton die Schlagzahl erhöhte, fiel Vandebosch mit einer Vorderradpanne zurück. Renard probierte im nächsten Sektor von der Soudal-Arbeit zu profitieren und wagte den Sprung nach vorn, der erst 28 Kilometer vor dem Ziel endlich glückte. Im Nonett an der Spitze machte Svrcek keine Arbeit, da seine Mannschaftskollegen hinter ihm für den Teamsprinter fuhren. Das taten sie allerdings zunächst erfolglos, denn am 20-Kilometer-Banner lag das rund 40-köpfige Peloton 46 Sekunden hinten.
Fünf Kilometer später waren sie aber bis auf 30 Sekunden herangekommen, da vorne nicht immer voll gefahren wurde. Eingangs der letzten 13 Kilometer attackierte darum Strand Hagenes. Svrcek reagierte etwas zu spät und bekam die Lücke auf den Norweger nur schleppend zu. Als das gelang, setzte er sich an das Hinterrad seines Begleiters und erstickte dessen Angriffslust. Mit noch 8,3 zu fahrenden Kilometern versuchte Svrcek es dann selbst. Dieses Mal sprang Strand Hagenes zu ihm.
Beide arbeiteten nun zusammen, trotzdem schaffte es De Bondt 6,5 Kilometer vor dem Ziel allein, den Rückstand zu überbrücken, wenig später kam der Rest der Gruppe aber auch wieder heran. Es entwickelte sich ein Katz-und-Maus-Spiel, das 400 Meter vor dem Ziel entschieden wurde, als Strand Hagenes antrat und seine Begleiter abschüttelte. Merlier sicherte sich im Sprint des Feldes 34 Sekunden nach dem Nonett Platz zehn.
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