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15.06.2026 | (rsn) - Einen Tag nach dem Bundesliga-Rennen in Gippingen stellten sich alle sieben eigenständigen deutschen Kontinentalteams der deutlich größeren Herausforderung beim traditionsreichen Schweizer Profirennen. Auf den 174 Kilometern des GP Gippingen trafen die deutschen Mannschaften auf zahlreiche WorldTour- und ProTeams und nutzten die Gelegenheit, sich auf internationalem Niveau zu präsentieren.
Besonders offensiv agierte das Team Benotti - Berthold. Patrick Reißig schaffte bereits früh den Sprung in die achtköpfige Ausreißergruppe des Tages und bestimmte das Geschehen über weite Strecken mit. "Es ist ein großes Rennen und gerade mit der Live-Übertragung war es für uns ein wichtiges Ziel, in die Gruppe zu kommen", erklärte Reißig gegenüber RSN.
Gemeinsam mit Mauro Brenner (Rembe – rad-net) und Ole Theiler gehörte er zu den letzten verbliebenen Ausreißern, ehe das Trio bei der drittletzten Bergüberquerung gestellt wurde. Entsprechend zufrieden fiel sein Fazit aus: "Letztendlich können wir damit zufrieden sein." Zudem hob er die Leistung seines Teamkollegen Eric Meinberg hervor, der das anspruchsvolle Rennen auf Rang 78 beendete.
Auch Rembe – rad-net prägte das Rennen maßgeblich mit. Mit Brenner und Theiler stellte das Team gleich zwei Fahrer in der achtköpfigen Spitzengruppe, die sich bereits nach zehn Kilometern formiert hatte. Brenner sammelte unterwegs fleißig Bergpunkte und sicherte sich damit die Bergwertung. Nachdem die Fluchtgruppe eingeholt worden war, hielten sich mit Jermaine Zemke und Johannes Adamietz noch zwei Fahrer im rund 30-köpfigen Hauptfeld.
Beide wurden jedoch zehn Kilometer vor dem Ziel in einen Sturz verwickelt und mussten das Rennen aufgeben. Während Zemke Schürfwunden und Prellungen davontrug, erlitt Adamietz zusätzlich eine Gehirnerschütterung. Bester Fahrer des Teams wurde Julian Borresch auf Rang 47.
Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur konnte ebenfalls Akzente setzen. Joshua Huppertz schaffte den Sprung in die Gruppe des Tages und erfüllte damit die taktische Vorgabe der Mannschaft. Der Sportliche Leiter Torsten Schmidt zog trotz der schwierigen Ausgangslage ein positives Fazit gegenüber RSN: "Wenn man es realistisch nimmt, sind wir ein gutes Rennen gefahren und waren lange dabei." Für Schmidt ging es bei diesem hochkarätig besetzten Rennen auch darum, "den jungen Fahrern unseres Teams die Chance zu geben, daran zu wachsen und viel Erfahrung mitzunehmen für ihre Zukunft."
Besonders beeindruckt zeigte er sich von Nachwuchsfahrer Eike Behrens: "Für ihn ist das ja noch alles Neuland, trotzdem hat er gezeigt, dass er ein klasse Rennfahrer ist." Behrens belegte am Ende als bester der deutschen Kontinentalteams den starken 35. Platz und kam lediglich 1:45 Minuten hinter Sieger Liam Slock (Lotto - Intermarché) ins Ziel.
Spanische Zusammenkunft in Gippingen: José Maria (MaxSolar – Raymon), Raul Sanjuan (Physiotherapeut bei Q36.5) und Alvaro Sagrado (Storck – MRW Bau) | Foto: MaxSolar - Raymon
Für MaxSolar – Raymon verlief das Rennen deutlich schwieriger. Die Belastungen vom Vortag machten sich bemerkbar. "Wir haben das Bundesligarennen tags zuvor noch in den Beinen gespürt", erklärte Teamchef Heinz Kargl gegenüber RSN. Die Mannschaft verpasste die entscheidende Ausreißergruppe, ein Nachsetzversuch von Lachlan McNabb blieb erfolglos. Im weiteren Rennverlauf mussten mit einer Ausnahme alle Fahrer dem hohen Tempo Tribut zollen. Jose Garcia erreichte als 58. das Ziel, weshalb Kargl resümierte: "Daher sind wir zufrieden, wenigstens einen im Ziel zu haben."
Mit der eigenen Vorstellung zufrieden zeigte sich auch Run & Race - Solarpur. "Luca Jenni zeigte eine starke Leistung und konnte fast bis zum Schluss mit den besten Fahrern mithalten“, berichtete das Team über Jennis 41. Rang. Lokalmatador Nicola Schleuniger sowie Tobias Kreuzer kämpften sich ebenfalls bis ins Ziel durch, während Andrin Züger lange dem hohen Tempo der Profiteams standhielt.