RSNplusDie deutschen KT-Teams 2026: MaxSolar - Raymon

Nachhaltiger Aufbau statt schneller Aufstieg

Von Judith Krahl

Foto zu dem Text "Nachhaltiger Aufbau statt schneller Aufstieg"
Nach dem berufsbedingten Ausfall von Daniel Schrag wurde der Spanier José Maria Garcia verpflichtet. | Foto: Team

09.04.2026  |  (rsn) - MaxSolar – Raymon geht 2026 erstmals als UCI-Kontinental-Team an den Start und setzt damit den nächsten Schritt einer Entwicklung um, die seit der Gründung 2024 gezielt vorbereitet wurde. Statt eines schnellen Aufstiegs stand zunächst der nachhaltige Aufbau im Vordergrund - inklusive eines bereits als Amateurteam umfangreichen internationalen Rennprogramms.

Teamchef Heinz Kargl erläuterte im Gespräch mit RSN diesen Ansatz: "Wir haben einen 3-Jahresplan und es war immer klar, dass wir 2026 auf Kontinentalniveau fahren wollen. Wir wollten es in Ruhe und kontinuierlich aufbauen und haben uns deswegen entschlossen, erst ohne KT-Lizenz zu starten. Wir haben bewiesen, dass man auch als Amateurteam einen vollen UCI-Kalender haben kann." ___STEADY_PAYWALL___

Dass diese Strategie funktionierte, zeigte sich schon vor dem Statuswechsel - etwa bei der Tour of Bulgaria, wo Daniel Schrag eine Etappe auf Rang zwei beendete und MaxSolar die Geasmt-Teamwertung gewann.

Internationaler Kader, neue Struktur und klare Ziele

Mit der neuen Lizenz eröffnen sich nun deutlich mehr Möglichkeiten im Rennkalender und in der öffentlichen Wahrnehmung. Ein zentrales Ziel ist es, bei größeren Rennen präsent zu sein und sich dort zu zeigen. "Den Schritt zum KT-Team machen wir unter anderem auch, damit wir bei Rennen wie Rund um Köln an den Start gehen können und dort TV-Zeit bekommen", sagte Kargl.

Auch der Teamsitz in Chieming am Chiemsee beeinflusst die Saisonplanung. "Aufgrund unserer geografischen Lage bieten sich für uns Rennen in Österreich, Italien und beispielsweise Slovenien an", erklärte Kargl. Gleichzeitig bleibt die nationale Szene ein wichtiger Bestandteil des Programms, nicht zuletzt als Sprungbrett für Einladungen zu größeren Rennen: "Wir fahren die Bundesliga, weil die Chancen höher sind Einladungen für die Deutschland Tour zu bekommen. Deswegen wollen wir uns da so gut wie möglich präsentieren."

Sportlich setzt MaxSolar–Raymon auf eine Mischung aus Erfahrung und Entwicklung. Der Kader umfasst zwölf Fahrer aus sechs Nationen, darunter sieben U23-Athleten.

Luke Meyer-Eland wurde beim Bundesligaauftakt auf dem Sachsenring Dritter. | Foto: Team

Die internationale Ausrichtung ist dabei auch eine Folge kurzfristiger Veränderungen auf dem Transfermarkt. "Wir hatten schon mündliche Zusagen von deutschen Fahrern, die dann aber wieder abgesagt haben. Dann habe ich mich dafür entschieden, die ausländischen Fahrer zu verpflichten", sagte  Kargl und fügte erklärend an: "Die sind auch gewillt, zu uns zu ziehen für die Saison, bei uns besteht eine Wohnmöglichkeit am Service Course. Zusammen mit den deutschen Fahrern gibt es dann gute Trainingsmöglichkeiten als Gruppe."

Mit David Büschler, Jan Münzer sowie dem Spanier José Maria Garcia setzt das Team auf drei erfahrene Fahrer. Jonas Melf, Maximilian Roth, Erik Rank und Linus Scheitinger sind Fahrer aus der Umgebung und gehörten teilweise schon in den letzten Jahren zur Mannschaft. Dazu kommen weitere vier ausländische Fahrer: Alex Rabensteiner aus Italien, Luke Meyer-Eland aus Großbritannien, Lachlan McNabb aus Neuseeland sowie Louis Raymond aus Kanada.

Raymon als neuer Radausrüster und Namenssponsor

Nicht mehr zum Aufgebot gehört dagegen Daniel Schrag. "Daniel wird aus beruflichen Gründen nicht mehr auf Kontinentalniveau fahren können, was sehr schade ist, da er letztes Jahr knapp am UCI-Sieg vorbeigeschrammt ist", so Kargl. Für ihn wurde Anfang März Garcia verpflichtet. Kargl betonte, dass man weiterhin an der Verpflichtung eines engagierten deutschen Fahrers interessiert ist.

Eine wichtige Rolle spielt zudem der neue Partner Raymon, der sowohl als Namenssponsor als auch als Radausrüster auftritt. Die Zusammenarbeit entstand aus persönlichem Kontakt: "Raymon war früher Winora und vor 40 Jahren habe ich auf der damaligen Marke Rennen gewonnen. Wir haben uns auf einer Messe wieder getroffen und die Chemie hat einfach gepasst", beschrieb Kargl den Kontakt.

Jubel in Schönaich: Neuzugang McNabb siegte im Sprint gegen Johannes Adamietz (Rembe – rad-net). | Foto: Team

Für die erste Saison auf Kontinental-Niveau formuliert das Team klare, aber realistische Ziele. Neben internationalen Einsätzen stehen vor allem UCI-Rennen in Deutschland im Fokus. "Rund um Köln ist ein Highlight, aber wir wollen uns auch bei den Deutschen Meisterschaften präsentieren und in der Bundesliga-Teamwertung in die Top-3 fahren." Ein großes Ziel sei zudem die Teilnahme an der Deutschland Tour.

Fakten zur Saison 2026

Das Aufgebot: David Buschler (33, Deutschland), José Maria Garcia (27, Spanien), Luca Martin (21, Deutschland), Lachlan McNabb (19, Neuseeland), Jonas Melf (24, Deutschland), Luke Meyer-Eland (19, Großbritannien), Jan Münzer (24, Deutschland), Alex Rabensteiner (24, Italien), Erik Rank (18, Deutschland), Louis Raymond (22, Kanada), Maximilian Roth (21, Deutschland), Linus Scheitinger (21, Deutschland)

Neuzugänge: David Buschler, José Maria Garcia, Luca Martin, Lachlan McNabb, Luke Meyer-Eland, Jan Münzer, Alex Rabensteiner, Erik Rank, Louis Raymond, Linus Scheitinger

Teamleitung: Heinz Kargl

Sportliche Leiter: Heinz Kargl, Gunther Peter, Samuele Marini

Material:
Rahmenhersteller: Raymon

Laufräder: Mavic

Reifen: Vittoria

Ernährung: 4Endurance

Helm und Brille: Julbo

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