Red-Bull-Profi bleibt aber in Slowenien vorn

Rajovic fängt Pithie noch ab und feiert größten Sieg der Karriere

Von Matthias Seng

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Dusan Rajovic (Solution Tech – Nippo Rali) hat die 2. Etappe der 32. Tour of Slovenia gewonnen. | Foto: Cor Vos

18.06.2026  |  (rsn) – Dusan Rajovic (Solution Tech – Nippo Rali) hat auf der 2. Etappe der 32. Tour of Slovenia (2.Pro) von Radlje ob Dravi nach Ormoz in einem wilden Sprint Auftaktgewinner Laurence Pithie (Red Bull - Bora - hansgrohe) den zweiten Sieg vor der Nase weggeschnappt und den Neuseeländer nach 177,6 Kilometern auf den zweiten Platz verwiesen. Dritter wurde der Grieche Nikiforos Arvanitou (United Shipping) vor dem Italiener Enrico Zanoncello (Bardiani - CSF 7 – Saber) und dem Spanier Xabier Berasategi (Euskaltel – Euskadi).

Mit seinem zweiten Platz verteidigte der 23-jährige Pithie, dessen Team die Etappe wie bereits beim Auftakt dominierte, dann aber auf dem Schlusskilometer das Zepter aus der Hand gegeben hatte, seine Führung in der Gesamtwertung der fünftägigen Rundfahrt.

“Ich bin sehr happy, denn dies ist eines meiner Lieblingsrennen und ich bin immer froh, wenn ich hier fahren kann. Ich bin wirklich glücklich, heute hier in Slowenien vor meinen Fans gewonnen zu haben, das bedeutet mir viel“, kommentierte der 28-jährige Serbe im Ziel-Interview seinen sechsten Saisonsieg.

Im Gegensatz zum Auftakt, als er wie die meisten anderen Sprinter Red Bulls Tempoverschärfung nicht hatte mitgehen können, hielt sich Rajovic heute im Feld, das zwischenzeitlich nach mehreren Stürzen von der Jury gestoppt werden musste, weil sich der Rennarzt um die verletzten Fahrer kümmern musste. “Für mich hat der Stopp aber nichts geändert. Ich war ja im vorderen Teil dabei und habe mich wirklich gut gefühlt“, fügte der Etappengewinner an.

Florian Lipowitz, der die Rundfahrt zur Tour-Vorbereitung nutzt, kam zeitgleich mit Rajovic auf Rang 45 ins Ziel und hat im Gesamtklassement 16 Sekunden Rückstand auf Pithie, der wiederum seinen Vorsprung auf den Niederländer Axel van der Tuuk (Euskaltel – Euskadi) auf neun Sekunden ausbaute und auch weiterhin die Punktewertung anführt. Sein Teamkollege Arne Marit (+0:10) behauptete Rang drei.

Der Ungar Zsombor Palumby (United Shipping) behauptete die Spitzenposition in der Bergwertung, sein tschechischer Teamkollege Tomas Pridal wird als bester Nachwuchsfahrer geführt.

So lief die 2. Etappe der Slowenien-Rundfahrt:

Am zweiten Tag bestimmte eine fünfköpfige Ausreißergruppe um die drei heimischen Fahrer Mihael Stajnar (Pogi Team Gusto Ljubljana), Gal Oblak (Factor Racing) und Marcel Skok (Kolesarski Klub Novo Mesto) auf welliger Strecke, die über wenige Kilometer auch durch das benachbarte Kroatien führte, zunächst das Geschehen. Bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke gestand das von Red Bull angeführte Feld dem Quintett einen Vorsprung von rund zweieinhalb Minuten zu, ehe sie die Ausreißer dann aber bereits 40 Kilometer vor dem Ziel stellten.

Nach einem Sturz, bei dem mehrere Fahrer zu Boden gegangen waren, wurde das Rennen rund zehn Kilometer später neutralisiert und kurz darauf gestoppt, weil sich der Rennarzt noch bei den Verletzten aufhielt. Nach einer Unterbrechung von rund 20 Minuten wurde die Etappe fortgesetzt – und wieder spannte sich Red Bull in voller Mannschaftsstärke vor das deutlich kleiner gewordene Feld, das nun die Hügelzone erreichte.

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Tour of Slovenia | Foto: Veranstalter

Eingangs der letzten acht Kilometer spannte sich Byron Munton (Modern Adventure) mit in den Red-Bull-Zug ein, kurz darauf mischten auch Polti – Visit Malta und Bahrain Victorious ganz vorne mit. Red Bull ließ sich davon aber nicht beirren und führte das Feld durch die letzte 180-Grad-Kurve 1,5 Kilometer vor dem Ziel, ehe die Raublinger dann doch die Kontrolle verloren.

Als Ben Oliver (Modern Adventure) schon rund 250 Meter vor dem Ziel antrat, war Pithie am Hinterrad seines Landsmanns und startete von dort seinen Sprint. Hinter den Beiden klaffte bereits eine größere Lücke, die dann aber Rajovic wie aus dem Nichts kommend schloss und aus Pithies Windschatten heraus zum überlegenen Sieg sprintete – dem größten seiner bisherigen Karriere.

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