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20.06.2026 | (rsn) – Seite an Seite jubelnd, rollten Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) und sein Teamkollege Giulio Pellizzari auf der 4. Etappe der Tour of Slovenia (2.Pro) nach 185 Kilometern in Kranjska Gora über den Zielstrich. Gewinnen durfte der Deutsche, der sich damit auch die Gesamtführung der fünftägigen Rundafhrt sicherte. Am Vrsic Pass hatte er sich zuvor abgesetzt, auf der technischen Abfahrt zum Ziel hatte er allerdings nichts riskiert und mehr als 30 Sekunden auf seine nächsten Verfolger verloren.
Das Tagespodium komplettierte schließlich Neoprofi Jakob Omrzel (Bahrain Victorious) 1:26 Minuten hinter dem Red-Bull-Duo. Hugo de la Calle (Burgos – Burpellet – BH) wurde vor Samuel Fernandez (Caja Rural – Seguros RGA) Vierter.
Für Lipowitz war der Sieg auf der Königsetappe der Slowenien-Rundfahrt der erste seit seinem Gesamterfolg vor zwei Jahren bei der Sibiu Cycling Tour (2.1). “Weil das Team so einen fantastischen Job gemacht hat, hatte ich schon etwas mehr Druck. Aber ich habe mich gut gefühlt. Wir sind am Berg unser Tempo gefahren. Dass Giulio noch dabei war, war sehr beeindruckend“, meinte der 25-Jährige im Ziel-Interview.
Wie schon in den letzten Tagen blieb die Tempoarbeit im Rennen ausschließlich am deutschen WorldTour-Rennstall hängen. Der aber trug die Verantwortung standesgemäß und diktierte in allen Phasen das Geschehen. Auch bergauf konnte den beiden besten Red-Bull-Kletterern niemand das Wasser reichen. “Ich habe jetzt zwei Jahre auf einen Sieg gewartet. Ich bin wirklich stolz darauf und beeindruckt, wie wir die gesamte Rundfahrt gefahren sind“, befand Lipowitz, der auf den ersten drei Teilstücken noch Helferdienste geleistet hatte.
“Ich habe versucht, dem Team zu helfen, aber letztendlich musste ich nicht so viel machen. Ich wollte einfach ein bisschen Spannung in die Beine bekommen und der Mannschaft helfen. Heute haben sie alles zurückgezahlt und ich bin froh, den Job erfolgreich abgeschlossen zu haben“, sagte Lipowitz, der das Klassement nun vier Sekunden vor Pellizzari und 1:32 Minuten vor Omrzel anführt und auch an der Spitze der Bergwertung steht.
Mit dem zweimaligen Etappensieger Laurence Pithie stellen die Raublinger außerdem den Führenden in der Punktewertung. Omrzel ist als Gesamtdritter bester Nachswuchsfahrer. Red Bull ist zudem bestes Team in Slowenien.
Alessio Martinelli (Bardiani - CSF 7 - Saber), Josh Burnett (Burgos – Burpellet – BH), Gorka Corres (Caja Rural - Seguros RGA), Jon Agirre (Euskaltel – Euskadi), Fausto Masnada (MBH Bank - CSB Telecom Fort), Byron Munton, Stefan de Bod (beide Modern Adventure) und Anze Ravbar (Factor) lösten sich nach 30 Kilometern und fuhren sich etwas mehr als fünf Minuten Vorsprung heraus. Im Feld bestimmte Red Bull – Bora – hansgrohe erneut das Tempo, wobei sich Pithie im Gelben Trikot bei den Kletterern für deren Dienste in den letzten Tagen ausgiebig revanchierte.
Ohne den inzwischen abgehängten Ravbar erreichte das Septett den Einstieg in den Vrsic Pass 27 Kilometer vor dem Ziel mit knapp zwei Minuten Vorsprung. Sechs Kilometer später erhöhte Ben Zwiehoff im Feld die Schlagzahl und schüttelte bis auf Lipowitz, Pellizzari und Omrzel alle Konkurrenten ab. Als er kurz darauf ausscherte und sein italienischer Teamkollege übernahm, war es auch um den Slowenischen Meister geschehen. Red Bull hatte 20,8 Kilometer vor dem Ziel alle Gegner abgehängt.
Das Streckenprofil der 4. Etappe der Tour of Slovenia | Foto: Veranstalter
Das Duo überholte 700 Meter später mit Masnada und Agirre die beiden letzten Ausreißer. Eingangs der letzten 18 Kilometer ließ Lipowitz dann Pellizzari, der die gesamte Führungsarbeit verrichtet hatte, hinter sich. Den Kulminationspunkt der höchsten Passtraße Sloweniens überquerte Lipowitz als zweiter Deutscher - nach Tobias Steinhauser bei der Renn-Premiere des Anstieges 1994 – in Führung liegend. Dort lag Pellizzari 14 Kilometer vor dem Ziel 31 Sekunden zurück, Omrzel wies als Dritter 1:44 Minuten Rückstand auf.
In der Abfahrt mit den typischen Kopfsteinpflaster-Haarnadelkurven ging der Spitzenreiter dann kein Risiko ein und wartete auf seinen Teamkollegen, der 8,5 Kilometer vor dem Ziel wieder aufschloss. Das Bullen-Duo absolvierte die letzten Kilometer die Abfahrt und die rund drei flachen bis ins Ziel nach Kranjska Gora gemeinsam. Um den Sieg gesprintet wurde nicht, Lipowitz fuhr die letzten 700 Meter von vorn, Pellizzari kam noch neben seinen Kapitän und jubelte mit ihm zusammen.
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