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21.06.2026 | (rsn) - Es sah schon sehr merkwürdig aus, wie sich Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) in der Abfahrt nach dem Vrsic Pass 27 Kilometer vor dem Ziel der 4. Etappe der Slowenien-Rundfahrt (2.Pro) in Kranjska Gora durch die Kurven tastete. Doch für die vorsichtige Fahrweise gab es eine einfache Begründung.
Wie schon die drei Etappen davor kontrollierten die Raublinger souverän das Geschehen der nicht gerade exquisit besetzten Rundfahrt. Um eine Entscheidung herbeizuführen, erhöhte Red Bulls Ben Zwiehoff im 12,6 Kilometer langen und im Schnitt 7,7 Prozent steilen letzten Anstiegs das Tempo, nur noch seine Teamkollegen Lipowitz und Giulio Pellizzari sowie Lokalmatador Jakob Omrzel (Bahrain Victorious) konnten folgen.
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Im Anstieg zum höchsten slowenischen Pass konnte Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) allen Begleitern davonfahren. | Foto: Cor Vos
Etwa vier Kilometer vor dem höchsten slowenischen Pass ließ Lipowitz seine drei Begleiter hinter sich und erreichte 31 Sekunden vor Pellizzari und 1:44 Minuten vor Omrzel den Gipfel. Damit hatte er die erste Aufgabe des Tages erfüllt. "Wir hatten heute Morgen schon den Plan für Florian, dass er mit Abstand die Passhöhe erreichen soll, damit er die Abfahrt komplett ohne Risiko fahren kann. Denn die war technisch und hatte teilweise Kopfsteinpflaster- und Schotter-Passagen in den Kurven. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, dass es genau in diesem Zeitraum zu regnen beginnen könnte“, verriet Red Bulls Sportlicher Leiter Enrico Poitschke gegenüber radsport-news.com.
Dementsprechend "tastete“ sich der Tour-de-France-Dritte von 2025 durch die tückischen Haarnadelkurven den Berg hinab, um zwei Wochen vor dem Start der Tour de France null Risiko einzugehen, zumal die Etappe zehn Kilometer vor Schluss schon so gut wie gewonnen war. Lipowitz konnte es sich leisten, dass Teamkollege Pellizzari 8,5 Kilometer vor der Linie wieder aufschloss. "Giulio steht vor der Sommerpause und hatte die Freigabe mehr Risiko zu nehmen“, hatte Poitschke dem Italiener in der Abfahrt keine Fesseln auferlegt.
In der Abfahrt wartete Lipowitz (links) bis sein Teamkollege Giulio Pellizzari wieder aufschließen konnte. | Foto: Cor Vos
Im ersten Teil der Abfahrt verlor Lipowitz gegenüber Omrzel circa 40 Sekunden, die er mit Pellizzari im zweiten Teil und im fast flachen Schluss zum Ziel in Kranjska Gora wieder auf 1:26 Minuten ausbaute. Dort feierte der Deutsche zusammen mit dem Italiener seinen ersten Einzelsieg seit rund zwei Jahren.
Vor der Schlussetappe mit einem Anstieg der 2. und vier der 3. Kategorie führt Lipowitz die Rundfahrt vier Sekunden vor Pellizzari und 1:32 Minuten vor Omrzel an. Der Gesamtsieg dürfte dementsprechend an Red Bull gehen. Doch wer darf ihn einfahren?
Gemeinsam fuhren die Red-Bull-Athleten in Kranjska Gora über die Zielline. | Foto: Cor Vos