Zwei Red-Bull-Doppelsiege zum Abschluss

Lipowitz ist in Slowenien auch am Hügel der Stärkste

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Lipowitz ist in Slowenien auch am Hügel der Stärkste"
Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) feiert die Saisonsiege Nummer zwei und drei. | Foto: Cor Vos

21.06.2026  |  (rsn) – Nach dem “Pflichtsieg“ vom Vortag hat Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) auch die 5. Etappe der Tour of Slovenia (2.Pro) gewonnen. Auf Terrain, das ihm weitaus weniger auf den Leib geschneidert war als das des Samstags attackierte der Deutsche an einem steilen Stich mit noch 10 zu fahrenden Kilometern. Das Ziel in Nove Mesto erreichte er nach 169 Kilometern 24 Sekunden vor 15 Verfolgern, von denen sein Teamkollege Laurence Pithie der Schnellste war. Alessandro Fancellu (MBH Bank – CSB Telecom Fort), Joel Nicolau (Caja Rural – Seguros RGA) und Ivan Cobo (Kern Pharma) belegten die weiteren Plätze.

Nach zwei sieglosen Jahren holte sich der ehemalige Biathlet auch die Gesamtwertung und somit drei Erfolge an zwei Tagen. Er ist nach Tobias Steinhauser 1994 - Vater des EF-Education-Profis Georg Steinhauser - der zweite Deutsche, der die Tour of Slovenia gewinnen konnte. Sein Mannschaftsgefährte Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) wurde Zweiter. Das Podium komplettierte Jakob Omrzel (Bahrain Victorious) vor Fancellu und Sebastian Berwick (Caja Rural – Seguros RGA).

“Es war letztendlich ein ziemlich heißer und harter Tag. Wir sind als Team wieder super gefahren. Am letzten Anstieg sind wir extrem schnell gefahren“, meinte Lipowitz im Ziel-Interview. Eine Bergwertung der 2. Kategorie stand zu Beginn des Rennens im Plan, danach folgten vier der 3., wobei die letzte 10 Kilometer vor dem Ziel lag. Auf dem Papier kein Tag für die Kletterer. “Der Plan war, für Laurence zu fahren, aber ich wollte auch die Bergpunkte holen. Ich griff oben an und riss eine Lücke“, blickte der Tourdritte von 2025 auf den steilen letzten Hügel zurück.

Folgen konnte ihm keiner. “Ich bin weitergefahren und die Lücke wurde größer. Ich bringe hier eine wirklich beeindruckende Woche des Teams gut zu Ende. Wir können stolz sein und ich bin superhappy, dass ich einen zweiten Etappensieg geholt habe“, sagte der 25-Jährige, der natürlich auch eine Frage zur Tour de France beantworten musste – und das in typischer Lipowitz-Manier tat: “Ich werde mir jetzt etwas Ruhe gönnen, um mich zu erholen. Die Tour ist immer ein besonderes Rennen. Meine Form ist gut, aber wir werden sehen müssen, wir die drei Wochen dann laufen.“

Die Punktwertung sicherte sich Pithie, der Pokal für den besten Bergfahrer kommt bei Lipowitz in die Vitrine. Bester Nachwuchsfahrer wurde Omrzel.

So lief die 5. Etappe der Tour of Slovenia:

Louis Sutton (Euskaltel – Euskadi), Fausto Masnada (MBH Bank – CSB Telecom Fort), David Lozano (Novo Nordisk), Zsombor Palumby, Vejko Stojnic (beide United Shipping) und Jakub Musialik (Wibatech - Lubelskie Per?a Polski) machten sich kurz nach dem Start auf, die Gruppe des Tages zu formen, doch schon an der ersten Bergwertung nach zehn Kilometern fielen Palumby, Musialik und Lozano zurück.

Die restlichen Drei fuhren weiter, bis auf Stojnic mit noch 70 zu fahrenden Kilometern am Grmada (3.Kat.) passen musste. Am Trebelno (3.Kat.) ging es dann auch Sutton zu schnell und Masnada musste allein weiterziehen. Mit noch 27 zu fahrenden Kilometer verließ den Italiener aber auch die Lust und er wartete auf das – wie schon die gesamte Rundfahrt – von Red Bull – Bora – hansgrohe angeführte Peloton.

Das Streckenprofil der 5. Etappe der Tour of Slovenia | Foto: Veranstalter

An der 1,6 Kilometer langen und 10% steilen Trska Gora (3.Kat.) zogen die Raublinger das dezimierte Feld in die Länge, kurz vor der Kuppe attackierte Lipowitz dann. Auf die letzten 10 Kilometer ging er mit kleinem Vorsprung auf die ersten vier Verfolger mit Pellizzari, Berwick, Omrzel und Fancellu.

Das 6-Kilometer-Schild passierte der Spitzenreiter 14 Sekunden vor den Verfolgern, die Verstärkung von Mats Wenzel (Kern Pharma) und Nicolau bekamen. Während die Zahl der Kilometer kleiner wurde, wurden der Vorsprung und die Verfolgergruppe größer.

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