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29.06.2026 | (rsn) – Am vorletzten Tag wartet die Königsetappe der Tour de France 2026, die zu den schwersten Tagesabschnitten der jüngeren Vergangenheit gehört. Auf 170 Kilometern müssen die Fahrer fast 5000 Höhenmeter überwinden. Zweimal geht es dabei über die 2000-Meter-Grenze. Das Ziel ist wie am Vortag der Wintersportort L’Alpe d’Huez, der diesmal jedoch von einer anderen Seite angefahren wird. Das Gesamtklassement könnte angesichts dieser Herausforderungen noch einmal kräftig durcheinander gewirbelt werden.
Wie so oft nach einer Bergankunft in L’Alpe d’Huez beginnt auch diese 20. Etappe am Fuß des Anstiegs in Le Bourg d’Oisans. Nach etwa zehn Kilometern geht es erstmals hoch hinaus. Der Col de la Croix de Fer (24 Kilometer bei 5,2 Prozent) steigt unregelmäßig auf eine Höhe von 2067 Metern an. Die fast 30 Kilometer lange Abfahrt führt ins Maurienne-Tal. Dort geht es auf den nächsten knapp zehn Kilometern flacher zu. Nach 66 Kilometern wird in Saint-Julien-Mont-Denis der Zwischensprint ausgetragen.
In Saint-Michel-de-Maurienne beginnt die schwere Kombination aus dem Col du Télégraphe (11,9 Kilometer bei 7,1 Prozent) und dem Col du Galibier (17,7 Kilometer bei 6,9 Prozent). Auf diesen etwa 35 Kilometern überwinden die Fahrer über 2000 Höhenmeter. Am Col du Galibier wird auf 2642 Metern Höhe das Souvenir Henri Desgrange vergeben. Vom “Dach der Tour“ geht es dann über den Col du Lautaret mehr als 30 Kilometer bergab.
Am Lac du Chambon beginnt in Mizoën der Col de Sarenne (12,8 Kilometer bei 7,3 Prozent). Die letzten Kilometer des Anstiegs sind etwas steiler als die ersten. Es ist das erste Mal, dass dieser Anstieg bei der Tour unter die Räder genommen wird. 2013 fuhren die Fahrer den Pass bei der Frankreich-Rundfahrt lediglich hinunter. Der Gipfel wird etwa 14 Kilometer vor dem Ziel erreicht. Von dort führt eine schmale Straße über einige Wellen hinüber nach Huez. Auf dem Weg ins Ziel werden diesmal nur die letzten vier Kehren befahren. Nur die letzten knapp vier Kilometer führen also bergauf.
Die Königsetappe ist von Anfang an extrem schwer. Attacken sind spätestens an der Kombination Télégraphe-Galibier möglich. Wer hier einen schlechten Tag hat, kann im Gesamtklassement noch alles verlieren - an erster Stelle natürlich das Gelbe Trikot. Auch im Kampf um das Bergtrikot kann sich noch viel verändern. Die GC-Teams könnten die Ausreißergruppe nutzen, um Helfer für ihre Kapitäne vorauszuschicken, die im Tal oder auf den Abfahrten Tempoarbeit leisten.
Die Streckenkarte der 20. Etappe
Le Bourg d’Oisans – Alpe d‘Huez, 170,9 km, 5450 Höhenmeter
Startzeit: 11:20
Zielzeit: 16:29
Sprintwertung:
Saint-Julien-Mont-Denis (Kilometer 66,5)
Bergwertungen:
Col de la Croix de Fer (Kat. HC, Kilometer 33,7)
Col du Télégraphe (Kat. 1, Kilometer 87,6)
Col du Galibier (Kat. HC, Kilometer 110,5)
Col de Sarenne (Kat. HC, Kilometer 156,5)
Das Streckenprofil der 20. Etappe