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21.08.2026 | (rsn) - Bei der wichtigsten Nachwuchsrundfahrt der Saison, der Tour de l’Avenir (2.2U), tritt Jermaine Zemke (Rembe – rad-net) vom 20. bis zum 26. August für die Deutsche Nationalmannschaft in die Pedale. Außerdem hat sich der 20-Jährige bereit erklärt, für RSN jeweils nach den sieben Etappen und auch vor der Rundfahrt seine Eindrücke und Gedanken zu schildern.
Auf den ersten vier Etappen will die Deutsche Nationalmannschaft das Ziel für diese Tour de l’Avenir erreichen: einen Tageserfolg. Der erste Teilabschnitt war aber wesentlich schwerer als erwartet und brachte nicht das erhoffte Resultat. “Es war 14 Kilometer neutral und da hat es schon komplett geschüttet“, blickte Zemke zurück, der gerade zu Anfang der Rundfahrt Vorteile einer langen Neutralisation sah: “Da hat man das Gefühl, dass nicht ganz so viel Hektik drin ist, weil 14 Kilometer waren alle erst mal entspannt. Aber sobald die Startflagge geweht wurde, gab es das übliche Chaos in einem U23-Feld.“
Aus dem Chaos sollte Paul-Felix Petry in die Gruppe des Tages emporsteigen. “Wir hatten mit Paul jemanden, der gut in die Gruppen mitgesprungen ist. Gereicht hat es dann aber nicht ganz. Es waren vorn vier Mann und er war mit einem Italiener ein bisschen zu spät losgefahren und hat es dann nicht ganz geschafft, nach vorn zu fahren“, so Zemke. Sein Teamkollege und Riccardo Lorello wurden nach 21 Kilometer wieder eingeholt und die Deutsche Nationalmannschaft befand sich geschlossen im Feld.
“Als Team haben wir uns dann gut positioniert. Wir waren immer wachsam, weil wir auf Seitenwind gefasst waren. Dann ging es Richtung Schlusskurs“, erzählte Zemke. Der Kurs dort hatte es mit drei Passagen an der Cote de Crennes (4.Kat.) in sich, außerdem musste ein nicht klassifizierter Hügel überquert werden. Doch bevor es soweit war, fiel schon die Vorentscheidung. “Da hat es einmal richtig Windkante gegeben. Wir sind auf Posi 30 um die Kurve gefahren – und das hat einfach nicht gereicht. Es haben sich dann 18 Mann abgesetzt. Da waren wir leider nicht dabei“, schilderte der 20-Jährige.
Dabei war Topfavorit Lorenzo Finn mit zwei Teamkollegen von Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies und der spätere Etappensieger Niels Driesen (Lotto – Groupe Wanty) sowie einige weitere Kletterer. Andere Klassementfahrer wie Mateo Ramirez (UAE – Emirates – Gen ZO) und Henrique Bravo (Soudal – Quick-Step Devo) hatten den Zug aber wie die Deutschen verpasst. “Wir waren halbwegs gut positioniert, aber einfach nicht gut genug. Direkt vor uns ist dann die Lücke aufgegangen. Es war sehr ärgerlich, denn ich glaube wir hätten noch ein gutes Finale fahren können. Es sollte heute nicht sein, da müssen wir für die nächsten Tage draus lernen“, resümierte Zemke.
Der hatte Projekt Etappensieg aber noch nicht aufgegeben. “Auf dem Schlusskurs haben Eike und ich versucht, nach vorn mitzuspringen. Aber da hat uns die Kraft und auch die Zusammenarbeit in unserer Gruppe gefehlt . So kamen die vorn an und wir mussten uns mit Platzierungen weit außerhalb der Top Ten zufrieden geben. Aber wir versuchen daraus zu lernen“, bilanzierte er weiter. Bester Deutscher wurde im rund 40-köpfigen Feld Eike Behrens auf Rang 31, Zemke belegte Platz 39 und auch Petry hielt das Peloton bei widrigen Witterungsbedingungen.
So blickte Zemke direkt auf die zweite von vier Chancen, um einen Etappensieg zu erringen. “Morgen wird es wahrscheinlich eine Sprintankunft. Vielleicht hat aber auch die Gruppe eine Chance. Wir werden auf jeden Fall auch noch mal genauer auf das Wetter schauen. Es wird eine sehr kurze Etappe. Da erwarten wir noch mehr Hektik als heute“, prophezeite der nominell schnellste Mann im Deutschen Team.
Noch mehr Lust hat Zemke aber jetzt schon auf die 3. Etappe der Rundfahrt. “Direkt am Tag danach ist die mit 230 Kilometern längste Etappe. Die könnte mir ganz gut liegen. Da habe ich die Augen drauf geworfen. Aber man weiß nie, was hier passiert und wie sich das Rennen entwickelt“, meinte der Gesamtsieger der Kreiz Breizh (2.2), der auch schon bei der Tour of Rwanda (2.1) bei einer Etappe der Beste war. Bei seinen wenige Starts in der U23 war er dahingegeninternational noch nie erfolgreich. “Es ist schwer einzuschätzen, schon wegen der Unterschiede zwischen Profi- und U23-Rennen. In der U23 habe ich immer das Gefühl, dass offensiver gefahren wird und die Rennen schwerer zu kontrollieren sind“, erläuterte er.