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20.08.2026 | (rsn) - Der Franzose Louis Barré (Visma – Lease a Bike) hat den Favoriten ein Schnippchen geschlagen und die 1. Etappe der Deutschland-Tour gewonnen. Im welligen Finale in Schwäbisch Hall distanzierte der 26-Jährige die Konkurrenten durch einen Angriff auf dem Weg zum Bonussprint. Als letzten Begleiter schüttelte er 1800 Meter vor dem Ziel Paul Magnier (Soudal – Quick-Step) ab. Mit Platz zwei musste sich nach 215 Kilometern Prolog-Sieger Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) begnügen.
Mit dem Mexikaner zeitgleich erreichten 16 Sekunden nach dem Sieger der Italiener Giulio Ciccone (Lidl – Trek) als Dritter, der Eritreer Natnael Tesfatsion (Movistar) als Vierter, Edoardo Zambanini (Bahrain Victorious) aus Italien als Fünfter und Bart Lemmen (Visma – Lease a Bike) aus den Niederlanden auf Platz sechs das Ziel. Ciccone hätte Del Toro im Bergaufsprint fast noch geschlagen.
“Wenn man sich die Startliste anschaut, ist das definitiv ein richtig guter Sieg. Ich wusste, dass ich gute Beine hatte, als ich hier angekommen bin. Zuerst dachte ich, ich hole mir vielleicht die Bonifikationssekunden und schaue dann, wie hart es wirklich wird“, berichtete der strahlende Sieger im Zielinterview. So große Namen wie Del Toro und Ciccone geschlagen zu haben, sei “wirklich stark“.
Der Schweizer Marc Hirschi (Tudor, +0:22) landete als bester deutschsprachiger Profi auf Platz sieben. Der im Vorfeld wegen seines starken Prologs als Favorit gehandelte Magnier hatte sich offenbar bei dem Versuch übernommen, bei Barré zu bleiben, und kam mit 1:16 Minuten Rückstand als 50. an.
Aus deutscher Sicht sorgte Maximilian Schachmann (Soudal – Quick Step) auf dem längsten Tagesabschnitt dieser Austragung als Zehnter - 24 Sekunden hinter dem Gewinner - für einen Lichtblick. Auf Platz zwölf beendete Jonas Rutsch (Deutsche Nationalmannschaft, +0:24) die Etappe. Mit Florian Stork (Tudor, +0:24) fuhr ein weiterer Deutscher unter die ersten 20.
In der Gesamtwertung liegt Barré neun Sekunden vor Prologsieger Del Toro und derer 18 vor Ciccone. Nach seinem Etappenerfolg räumte der neue Führende ein, nun auch ein Auge auf den Gesamtsieg der 40. Deutschland-Tour zu werfen, wobei Barré direkt das wohl entscheidende schwere Teilstück am Sonnabend mit Ziel in Bad Dürkheim ansprach.
Doch auch an die 197 Kilometer lange 2. Etappe nach Offenbach an der Queich dachte Barré bereits. “Es ist sehr schön, das Führungstrikot zu tragen, ich glaube es ist mein erstes Mal seit ich Profi wurde“, sagte der Franzose und schob nach: “Es ist schön zu gewinnen.“ Ob das eine Ansage in Richtung Konkurrenz war, wird sich morgen zeigen.
Die Punktwertung führt weiter Del Toro (22 Zähler) an, Zweiter ist nun Barré (15). Im Bergpreis führt Miguel Heidemann (Rembe – rad-net). Del Toro ist auch bester Nachwuchsfahrer mit 19 Sekunden Vorsprung zu Zambanini. In der Teamwertung liegt Visma – Lease a Bike zehn Sekunden vor Lidl – Trek.
Wie erwartet nutzten die Fahrer der kleineren Teams die Gelegenheit, sich einem großen Publikum zu präsentieren. Heidemann und Ole Theiler (beide Rembe - rad-net) sowie Ellande Jarronde (Caja Rural – Seguros RGA), Lennart Voege (Storck - MRW Bau) und Alexandre Kess (Lotto – Kern-Haus - Outlet Montabaur) setzten sich kurz nach dem Start ab. Voege und Kess wurden jedoch in den Hügeln des ersten Etappenteils abgehängt und vom Feld geschluckt. Das verbliebene Trio baute bis zu fünf Minuten Vorsprung auf.
60 Kilometer vor dem Ziel setzte heftiger Regen ein. An der zweiten Bergwertung des Tages, die gut 50 Kilometer vor dem Ziel erreicht war, hatten die Ausreißer nur noch 1:30 Minuten Vorsprung, was auch an Gegenangriffen aus dem Pulk lag. Die führten zu mehreren Rissen im Feld. Nach der Abfahrt schloss Del Toro höchstpersönlich die Lücke zu einer Verfolgergruppe mit Mathias Vacek (Lidl - Trek), Louis Barré (Visma - Lease a Bike) und Marc Hirschi (Tudor).
Das Streckenprofil 1. Etappe der Deutschland Tour | Foto: Veranstalter
Die so entstandene circa 20-köpfige Verfolgergruppe wurde kurz darauf aber wieder gestellt. Dieses Schicksal ereilte 47 Kilometer vor dem Ende auch die drei Ausreißer. Nach einer Phase ständiger Angriffe löste sich schließlich der Franzose Theo Hebert (TotalEnergies). Lidl – Trek schickte Maximilian Walscheid hinterher, als der Vorsprung des Solisten 40 Sekunden erreicht hatte. Der Deutsche kam aber nicht an den Franzosen heran und musste seinen Versuch aufgeben.
30 Kilometer vor dem Ziel erreichte dafür Wilco Kelderman (Visma – Lease a Bike) den Spitzenreiter nach einer entschlossenen Attacke. Das Duo hatte zu diesem Zeitpunkt 45 Sekunden Vorsprung. Doch Lidl – Trek legte sich voll ins Zeug und holte die Ausreißer vor allem dank Carlos Verona kurz vor dem wichtigen Bonussprint zurück. Dort sicherte sich Barré drei Sekunden vor Magnier und Vacek.
Magnier und Barré zogen zu zweit durch. In einer Verfolgergruppe mit Vacek und Teutenberg war kurzzeitig die Luft raus, sodass das neue Duo einen Vorsprung von mehr als zehn Sekunden aufbauen konnte. Noch vor dem Schlussanstieg ließ Magnier dann aber abreißen, und Barré eilte dem Zielstrich solo entgegen. Del Toro probierte es noch mit einem Konter, musste aber im Sprint einer kleinen Gruppe mit Platz zwei Vorlieb nehmen, wobei ihn Ciccone fast noch geschlagen hätte.
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