“Ich bin extrem motiviert“

Van Aert schielt bei der Vuelta aufs Rote Trikot

Von Christoph Matt

Foto zu dem Text "Van Aert schielt bei der Vuelta aufs Rote Trikot"
Für Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) ist die Spanien-Rundfahrt die erste Grand Tour des Jahres. | Foto: Cor Vos

22.08.2026  |  (rsn) - Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) scheint sich auf seine erste Grand Tour des Jahres zu freuen. Die Form stimmt, die Ellenbogenverletzung scheint überstanden, entsprechend ambitioniert geht der Belgier bei der Vuelta a Espana (2.UWT) an den Start. "Ich bin extrem motiviert. Weil ich die Tour verpasst habe, aber auch einfach, weil ich dieses Rennen liebe. Es war ein langer und sehr anderer Sommer für mich, deshalb bin ich froh, dass die Vuelta jetzt endlich losgeht. Es ist schön, die Vuelta wieder fahren zu können, da ich sehr gute Erinnerungen an dieses Rennen habe”, erklärte er gegenüber Wielerflits.

Bei seiner letzten Vuelta-Teilnahme 2024 holte er zwar drei Etappensiege und fuhr lange im Punktetrikot, auf der 16. Etappe musste er die Rundfahrt jedoch mit einer Tour de France 2026schweren Knieverletzung verlassen. Es blieb ihm zwar ein vernarbtes Knie als Andenken, ansonsten scheint er darüber hinweg zu sein. Ob das Punktetrikot in diesem Jahr ebenfalls ein Ziel ist, ließ er im Interview nicht durchblicken.

Schon bei der 1. Etappe schielt van Aert allerdings auf ein anderes Wertungstrikot: “Ich habe im Hinblick auf dieses Eröffnungszeitfahren in Monaco etwas mehr auf dem Zeitfahrrad trainiert, weil es viel zu gewinnen gibt. Nicht nur das Zeitfahren selbst, sondern es ist auch eine Chance, in der Gesamtwertung vorne mit dabei zu sein und am nächsten Tag nach dem Roten Trikot zu greifen.”

1.

Den Kurs durch den Stadtstaat sieht er hingegen kritisch: Über knapp 10 Kilometer schlängelt sich der Parcours an der Promenade entlang und durch die Straßen der Steueroase, für den 31-Jährigen ist es aber zu kurvenreich: “Ehrlich gesagt finde ich den letzten Teil etwas zu technisch für ein Zeitfahrrad. Die Organisation ist mit dieser Streckenführung wirklich an die Grenze gegangen”, monierte er.

Sein Team Visma - Lease a Bike geht ohne klare Klassementambitionen in die Rundfahrt. Zwar hat die Mannschaft mit Sepp Kuss einen ehemaligen Gesamtsieger in der Aufstellung, Ziel sind aber eher Etappensiege: “Es klingt vielleicht komisch: Beim Giro d’Italia im letzten Jahr haben wir zwar gewonnen, der Fokus lag aber ebenfalls nicht rein auf dem Gesamtklassement. Wir sind damals auch mit mir und Olav Kooij auf Etappensiege gefahren. Wir wissen also, wie wir das angehen müssen.”

Gemeinsam mit Brennan auf Etappenjagd

Neben van Aert hat die niederländische Equipe dafür Matthew Brennan (Visma - Lease a Bike) dabei, der mit zwei Etappensiegen bei der Vuelta a Burgos (2.Pro) zuletzt gute Form bewies. Für den 21-Jährigen ist es die erste Grand Tour, van Aert sieht ihn aber durchaus als Siegkandidaten: “Ich fahre den Sprint lieber für ihn an, als dass ich versuche, ihn zu schlagen”. Man könnte den Paris - Roubaix-Gewinner bei Flachetappen also als Leadout sehen.

Einfach wird die Jagd nach Tagessiegen ihn trotzdem nicht. Viele Etappen passen zwar perfekt zu seinem Profil, diese Teilstücke könnte jedoch ebenso Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) auf dem Zettel haben – und auch Mads Pedersen (Lidl - Trek) wird im Kampf um die Etappen und das Punktetrikot ein gewichtiges Wort mitreden wollen. Ein van Aert in Bestform verspricht über drei Wochen auf jeden Fall viel Freude.

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Renewi Tour (2.UWT, NED)
  • Vuelta a Espana (2.UWT, ESP)
  • Radrennen Männer

  • Grand Prix Rose (1.2, TUR)
  • Baltic Chain Tour (2.2, EST)
  • West Bohemia Tour (2.2u, CZE)
  • Tour de l`Avenir (2.2u, FRA)
  • Lidl Deutschland Tour (2.Pro, GER)