D-Tour: Mexikaner übernimmt Blaues Trikot

Pellizzari schnappt Del Toro den Kamm und die Etappe weg

Von Kevin Kempf

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Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat die 3. Etappe der Deutschland Tour (2.Pro) gewonnen. | Foto: Cor Vos

22.08.2026  |  (rsn) - Zwei Sieger hat es am Ende der 3. Etappe der Deutschland-Tour in Bad Dürkheim gegeben: Der Italiener Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) gewann den hügligen Tagesabschnitt nach 170 Kilometern vor Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG), während der Mexikaner wieder in das Trikot des Gesamtführenden schlüpfte, da das Duo mit 49 Sekunden vor der Verfolgergruppe mit dem Mann in Blau, Louis Barré (Visma – Lease a Bike), das Ziel erreichte. Der entthronte Franzose war damit der Verlierer des Tages.

Ebenfalls ein Gewinner der Etappe war der Schweizer Marc Hirschi. Der GTudor-Profi hatte sich am letzten Anstieg des Tages ein Herz gefasst und war dem 35 Kilometer vor dem Ziel weggesprungenen Führungsduo hinterhergefahren. Mit 34 Sekunden Rückstand erreichte er als Dritter das Ziel und schob sich auch im Gesamtklassement auf Platz drei vor. Dort führt Del Toro nun mit 52 Sekunden vor Barré und 1:02 Minuten vor Hirschi. Der Sieg bei der 40. Auflage der D-Tour ist dem Dritten der Tour de France damit kaum mehr zu nehmen.

“Ich konnte nicht sofort mitgehen, aber als ich ihn (Del Toro, d. Red.) vorn fahren sah, beschloss ich, doch noch nachzusetzen“, schilderte Pellizzari die entscheidende Situation am Anstieg zum Rotsteig. Die Zusammenarbeit habe dann gut geklappt. “Wir sind gute Freunde bis kurz vor dem Ziel. Dann müssen wir einmal sprinten, aber kurz danach sind wir auch wieder Freunde“, sagte der Tagessieger schmunzelnd.

Wie Pellizzari war auch Del Toro mehr als zufrieden mit dem Verlauf der Etappe. “Wir haben es heute versucht, wir wussten, dass es ein besonderer Tag sein würde. Mit dem gesamten Team haben wir gut gearbeitet und alles kontrolliert. Ich kann superhappy sein mit der Performance, und jetzt haben wir das Führungstrikot zurück“, gab der neue Mann in Blau nach dem Rennen zu Protokoll. Außerdem war Del Toro auf Revanche aus wie er lachend erklärte. Sein Mitbewohner Pellizzari habe ihm einen Kamm weggenommen. Doch mit der Revanche habe es dann nicht geklappt.

Bester Deutscher in Bad Dürkheim war als Zehnter mit 49 Sekunden Rückstand Hirschis Teamkollege Florian Stork. Zeitgleich mit ihm kamen Maximilian Schachmann (Soudal – Quick-Step) als 17. und Georg Zimmermann (Deutsche Nationalmannschaft) als 22. ins Ziel. Schachmann verbesserte sich im Gesamtklassement auf Rang neun, Stork ist jetzt Zwölfter, Zimmermann rangiert auf Position 16.

Auch ohne Tagessieg war Del Toro nach der Etappe Dauergast auf dem Podest. Außer dem Blauen Trikot bekam der Mexikaner auch das des Punktbesten und das des besten Nachwuchsfahrers übergestreift. Alle drei dürfte er morgen mit nach Hause nehmen. Die Führung in der Bergwertung eroberte Miguel Heidemann (Rembe – rad-net) von Teamgefährte Ole Theiler zurück. Bestes Team ist jetzt Movistar vor UAE – Emirates – XRG.

So lief die 3. Etappe der Deutschland Tour:

Kurz nach dem Start löste sich eine Kopfgruppe unter anderem mit Miguel Heidemann (Rembe – rad-net), Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) und Ben Felix Jochum (Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur). Aus dieser Formation heraus sammelte der Rembe-Profi sechs Bergpunkte, womit er sich das Klettertrikot von seinem Teamkollegen Ole Theiler zurückholte. Doch bereits nach der Hälfte der Renndistanz war die Episode dieser Ausreißer wieder beendet.

In der Abfahrt vom Johanniskreuz, das die Profis nach 101 Kilometern passierten, setzte sich Neilson Oliveira (Movistar) im strömenden Regen allein ab. In den Rotsteig, gut 35 Kilometer vor dem Ziel, ging der Solist mit 1:25 Minuten Vorsprung. Dort eröffneten Nils Politt und Vegard Stake Laengen (UAE – Emirates – XRG) das Rennen um den Gesamtsieg. Sie lancierten die Attacke von Del Toro, dem Barré trotz verzweifelter Anstrengungen nicht folgen konnte.

Das Streckenprofil der 3. Etappe der Deutschland Tour | Foto: Veranstalter

Während Barré wieder zur ersten Verfolgergruppe zurückfiel, machte sich Pellizzari auf die Verfolgung des Mexikaners. 31 Kilometer vor dem Ziel kamen beide zu Oliveira, während dahinter Barrés Helfer versuchten, das Loch wieder zu schließen. 40 Sekunden trennten die Verfolger vom Spitzentrio, in dem Oliveira nicht mehr zum Gelingen der Flucht beitragen mochte. Auch Pellizzari hielt sich im Vergleich zum Mexikaner etwas zurück.

Als es in die erste Passage des Annabergs hineinging, lagen die Ausreißer bereits 1:10 Minuten vor der Verfolgergruppe. Dort lancierte Barré noch einen Gegenangriff, was aber auch dazu führte, dass er anschließend keine Helfer mehr hatte. Oliveira musste wiederum seine Begleiter ziehen lassen. Mit 45 Sekunden Rückstand erreichte die von ihm angeführte Gruppe die letzte Bergwertung des Tages.

In der zweiten Auffahrt zum Annaberg löste sich Hirschi von den anderen Verfolgern. Pellizzari überließ Del Toro den Vorrang beim Bonifikationssprint, der an der Kuppe platziert war. Oben lag Hirschi noch 30 Sekunden hinter dem Spitzenduo. Die Gruppe mit Barré lag 45 Sekunden zurück. Del Toro fuhr bis zum Schluss volles Tempo, sodass Pellizzari locker vorbei sprinten konnte. Auch Hirschi gab alles bis zum Zielstrich und wurde mit 34 Sekunden Rückstand Dritter. Remijn spurtete an der Spitze der Verfolgergruppe auf Platz vier.

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