Mit Walscheids Hilfe am Berg

Die Freunde tauschten erneut das Bergtrikot der D-Tour

Von Joachim Logisch aus Bad Dürkheim

Foto zu dem Text "Die Freunde tauschten erneut das Bergtrikot der D-Tour"
Miguel Heidemann (Rembe - rad-net) holte sich das Bergtrikot von seinem Freund und Zimmergenossen Ole Theiler zurück.| Foto: Cor Vos

22.08.2026  |  (rsn) - Inzwischen werden die beiden "Bergkönige“ der Deutschland Tour gefeiert wie der Tour-de-France-Dritte Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG), der die Gesamtwertung anführt. Nicht nur, weil Miguel Heidemann das Buntgepunktete Bergtrikot wieder von seinem Team- und Zimmerkollegen Ole Theiler (beide Rembe – rad-net) übernahm, dem er es in der 2. Etappe quasi kampflos übergeben hatte, sondern auch wegen ihrer Show, die sie bislang neben und auf dem Rad abliefern.

Vor dem Start der 3. Etappe von Herxheim nach Bad Dürkheim interviewten sich die beiden bei der Einschreibung sehr zur Freude des zahlreichen Publikums selbst und erklärten, wie es die nächsten Tage weitergehen soll. Wie vorhergesagt, kam es dann auch.

Heidemann schaffte erneut den Sprung in die Ausreißergruppe des Tages und sicherte sich die Punkte an der Lolosruhe und bei der ersten Überfahrt der Kalmit. Damit baute er sein Konto auf 11 Zähler aus, bevor er und seine Fluchtkollegen vor der zweiten Kalmit-Passage wieder gestellt wurden. Das reichte aber, um sich das Gepunktete von seinem Zimmergenossen zurückzuholen.

"Das war unser Plan. Man muss aber sagen, dass alles, was heute dazu kam, die Kirsche auf der Torte ist. Der Trikotwechsel, den wir gestern und heute vollführt haben, ist nichts, zu dem man sagen kann: das klappt! Nachdem wir das aber geschafft haben, ist alles, was jetzt noch kommt, die extra Meile“, freute sich Heidemann gegenüber radsport-news.com.

Fast wäre der Plan aber nicht aufgegangen! "Es war deutlich schwerer als die letzten Tage, in die Fluchtgruppe zu kommen, weil auch die großen Teams ein Interesse hatten, vorne zu sein“, schilderte Heidemann den Beginn der Etappe, wobei er zugab, dass er es ohne Hilfe wohl kaum geschaffte hätte: "Mein Freund Max Walscheid fuhr mit Tobias Müller (Unibet Rose Rockets, d. Red.) weiter vorne. Als sie im Funk hörten, dass ich hinterherkomme, haben sie noch mal eine Sekunde rausgenommen, damit ich leichter ranspringen kann. Dann waren wir zu dritt und sind nach vorne gefahren.“

Es kommt nicht oft vor, dass sich teamübergreifend geholfen wird. Doch Heidemann klärt auf: "Max und ich haben viele gute Erinnerungen an Europa- und Weltmeisterschaften. Das heißt, uns verbindet schon eine gewisse Radsport-Historie.“

Mit elf Punkten führt Heidemann nun die Wertung um das Bergtrikot vor zehn Fahrern mit je sechs Zählern an. Die Abschlussetappe der Deutschland Tour am Sonntag weist noch vier Bergwertung auf. Sicher hat der Deutsche das Bergtrikot also nicht. "Das ist so. Wir werden uns also für morgen wieder etwas zurechtlegen“, versicherte Heidemann.

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