In der 1. Etappe zeigten sich die Favoriten

Lidl - Trek greift mit Ciccone und Vacek nach dem D-Tour-Sieg

Von Christoph Matt und Joachim Logisch aus Schwäbisch Hall

Foto zu dem Text "Lidl - Trek greift mit Ciccone und Vacek nach dem D-Tour-Sieg"
Guilio Ciccone (Lidl - Trek) belegt nach der 1. Etappe der Deutschland Tour Platz 3 in der Gesamtwertung. | Foto: Cor Vos

20.08.2026  |  (rsn) – Während der schweren 1. Etappe der Deutschland Tour mit 3000 Höhenmetern legten zum ersten Mal die Topfavoriten auf den Gesamtsieg ihre Karten auf den Tisch. Dass Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) die Rundfahrt gewinnen will, bewies der Tour-de-France-Dritte mit Wort und Tat. Doch auch Lidl- Trek meldete mit Giulio Ciccone und Mathias Vacek berechtigte Ansprüche an.

"Der Plan war ganz klar, dass wir aktiv fahren. Wir wollten, dass eine kleine Gruppe, am besten mit mir und Ciccone, ins Ziel kommt. Natürlich haben wir probiert, zu attackieren, aber es war ein sehr offenes Rennen zum Schluss und wir konnten Barré nicht folgen. Der war heute einfach der Stärkste, wie wir gesehen haben. Ciccos dritter Platz ist super und ich glaube, wir sind alle da vorne mit dabei und wir können noch viel in den nächsten Etappen machen“, bleibt Vacek angriffslustig.

Mit gutem Grund! Ciccone liegt nach der 1. Etappe 9 Sekunden hinter Del Toro, der wiederum 8 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter und Etappensieger Louis Barré (Visma - Lease a bike) aufweist. Die Chancen auf den Gesamtsieg sind damit voll intakt, leicht wird es indes nicht. Mit dem dritten Platz bei der Vuelta a Burgos bewies der 31-Jährige zwar zuletzt eine gute Form, aber gegen den Tour-de-France-Dritten Del Toro und Tagessieger Barré wird es ein harter Kampf.

Mit 32 Sekunden Rückstand liegt Mathias Vacek zwar etwas weiter zurück. Doch er blieb in Schlagdistanz und damit auch taktisch eine gute Option. Dass mit ihm im Klassement zu rechnen ist, bewies er nicht zuletzt mit seinem starken 3. Gesamtrang auf dem schweren Parcours der Tour de Suisse. Im Finale in Schwäbisch Hall zeigte er sich kämpferisch und lancierte eine starke Attacke, die am Ende allerdings nicht ganz saß.

"Das war schon eine ziemlich gute Attacke, würde ich mal sagen. Vielleicht kam sie zu früh, doch ich sah die Chance, ich war in guter Position, also warum nicht? Dann kamen Barré und Magnier mit viel Geschwindigkeit von hinten und da konnte ich nicht mehr mit. Ich habe es heute probiert und fühlte mich ziemlich gut“, kommentierte der Tschechische Meister seinen Vorstoß.

Walscheid sieht Ciccone als Kapitän

Ist damit die Kapitänsrolle bei Lidl – Trek schon entschieden? Teamkollege Max Walscheid (Lidl - Trek) glaubt, eine Tendenz zu erkennen: "Cicco hat gezeigt, dass er super Beine hat. Es kann auf jeden Fall nicht schaden, möglichst viele Fahrer vorne zu haben. Cicco ist, so wie ich das heute gesehen habe, bei uns priorisiert. Wir nehmen aber natürlich jeden, der vorne ist.“

Das gilt nicht nur für die Gesamtwertung, sondern auch bei der erwarteten Sprintankunft am Freitag in Offenbach an der Queich. Mit Tim Torn Teutenberg (Lidl - Trek) und Max Walscheid hat Lidl - Trek zwei schnelle Männer für ein flaches Finale am Start, wie es auf der 2. Etappe anstehen könnte. Walscheid sieht sich dafür als die bessere Option: "Ich hoffe, dass ich eine Sprintchance kriege. Mit Tim haben wir ja noch einen zweiten schnellen Fahrer im Team, ich bin jedoch optimistisch. Ich denke, dass für ihn die letzte Etappe vielleicht besser geeignet ist. Ich würde gerne auf Ergebnis fahren und ich glaube, dass ich auch die Beine dafür habe.“

An Ambitionen mangelt es Lidl-Trek bei der Rundfahrt jedenfalls nicht. Vacek, der in Österreich aufgewachsen ist, will den Fans auf jeden Fall was bieten: "Wir werden bestimmt noch eine Etappe gewinnen.“ Sie müssen nur noch ausmachen, durch wen!

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